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Weißwasser

Mit dem roten Panzer auf Friedenstour

Die Bundestagsfraktion Die Linke ist im Landkreis Görlitz unterwegs und fordert den Stopp jeglicher Rüstungs-Exporte.

Heike Krahl, Gerhard Krüger, Bernd Hinze und Jens Hentschel-Thöricht.
Heike Krahl, Gerhard Krüger, Bernd Hinze und Jens Hentschel-Thöricht. © Foto: Rolf Ullmann

Weißwasser. Verknotet ist die Kanone. Statt in militärischem Grün leuchtet der Gummipanzer, verziert mit einem Blumendekor, in knalligem Rot. Seinen Standort bezieht das Gefährt am Montagnachmittag an der Kreuzung Berliner Straße – Bautzener Straße in Weißwasser. 

Hier zieht er die Blicke der Kraftfahrer sowie der Fußgänger auf sich. Manche der Vorüberkommenden hasten schnell am Panzer sowie am Informationsstand vorüber. Andere bleiben wiederum stehen, fragen nach dem Sinn der Aktion und lassen sich von den anwesenden Teilnehmern an der Aktion über deren Anliegen informieren. Denn Weißwasser ist eine von vielen Stationen der bundesweiten Friedenstour der Bundestagsfraktion Die Linke. Unter dem Motto „Bomben und Panzer schaffen keinen Frieden“ verleiht die Fraktion ihren Forderungen nach dem Stopp jeglicher Rüstungs-Exporte Nachdruck. „Als einzige Fraktion des Bundestages lehnt Die Linke konsequent Rüstungsexporte gleich welcher Art ab. Denn jede Waffe findet ihren Krieg und Bomben schaffen keinen Frieden“, sagt Jens Hentschel-Thöricht. Er begleitet gemeinsam mit Michael Bagusat-Sehrt im Auftrag der Bundestagsfraktion den roten Panzer auf seinem Weg durch den Landkreis Görlitz. Mit Hinblick auf die Losung eines Wahlplakates einer rechten Partei, auf dem vor Migranten gewarnt wird, fügt Jens Hentschel-Thöricht hinzu: „Wer Waffen exportiert, der schafft Migranten. Die Flucht vor Krieg und Gewalt ist ein zutiefst menschliches Anliegen.“ Einige Schüler des Landau-Gymnasiums bleiben auf ihrem Weg zu Bahn und Bus ebenfalls am Informationsstand stehen. Mehrfach ist dabei der Satz zu hören: „Wir wollen in Frieden und ohne Krieg leben. Waffenexporte helfen, Kriege zu führen.“ In einem Informationsmaterial, das zahlreiche Passanten entgegennehmen, führt Die Linke Zahlen und Fakten zu den Rüstungs-Exporten aus deutschen Landen auf: So führten die Rüstungsschmieden in Deutschland allein 2017 für über sechs Milliarden Rüstungsgüter aus. Ein Großteil davon, nämlich für über vier Milliarden, geht in Länder außerhalb der NATO sowie der EU. Michael Bagusat-Sehrt verweist darauf , das sich darunter mit Algerien, Saudi-Arabien und Ägypten Staaten befinden, die in Krisen- und Spannungsgebieten liegen. Die kriegerischen Aktionen zum Beispiel in Jemen zeugen davon, dass auch unter Einsatz deutscher Waffen verheerende Kriege geführt werden.

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Nach Stopps in Görlitz und vor dem Truppenübungsplatz Oberlausitz sowie in Weißwasser wird der rote Panzer heute erneut mit Luft gefüllt, um in Hoyerswerda das Anliegen der Tour zu verdeutlichen.