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Mit dem Schrecken davongekommen

Nachdem ein Lieferwagen in Herzogswalde von der B 173 kippte, müsste über eine Leitplanke nachgedacht werden.

© Roland Halkasch

Von Annett Heyse

Die Drittelstunde – der SZ-Podcast

Aktuelle Themen sowie Tipps und Tricks für den Alltag: Fabian Deicke stellt Experten verschiedener Gebiete die Fragen der SZ-Community.

Von dem Unfall zeugen nur noch ein paar abgeknickte Baumstämmchen und sieben Warnbarken, die an der Bundesstraße 173 stehen. Hier rutschte am Freitagmorgen ein Lkw von der Fahrbahn, überschlug sich, purzelte eine etwa vier Meter hohe Böschung hinab und blieb hinter dem Schuppen eines Wohngebäudes liegen. Glück hatten nicht nur der Fahrer, der sich lediglich leicht verletzte, sondern auch die Bewohner des Hauses.

„Der Lkw ist genau dort herunter gefallen, wo eine Lücke war, aber zum Glück weit genug vom Wohnhaus entfernt“, berichtet Axel Fröhlich, der mit seinem Abschleppdienst an die Unfallstelle gerufen wurde. Dort hatten die Feuerwehrleute den Lieferwagen bereits so gesichert, dass er nicht weiterrutschen konnte. „Wir haben dann erst mal die Ladung, runde Metallscheiben, rausgeholt und gesichert. Anschließend mussten wir den Lkw per Kran bergen“, erzählt Fröhlich. Ein ungewöhnlicher Unfall aus seiner Sicht, aber nicht unbedingt aus Sicht der Anwohner.

Von ihnen ist zu vernehmen, dass in der leichten Kurve über ihrem Haus bereits im vergangenen Jahr ein Lkw verunglückte, auch einen Motorradfahrer hatte es dort schon mal erwischt. Wer vor dem Haus auf der Straße Am Bach steht, ahnt, was die Grundstückseigentümer bedrückt. Das kleine rosa Haus mit den blauen Fensterrahmen kuschelt sich zwischen der steilen Böschung und dem Herzogswalder Dorfbach. Deutlich über der Firsthöhe rauscht der Verkehr: Reisebusse, Pkw, Sattelschlepper. Viel trennt die Fahrzeuge nicht vom Wohnhaus. Lediglich ein paar Bäumchen stehen dazwischen. Schon länger hätten die Anlieger hier eine Leitplanke gefordert, wird nun im Zuge des Unfalls kolportiert.

Dem Herzogswalder Ortsvorsteher Thomas Lukas, erst seit September im Amt, ist davon nichts bekannt. Er hält auch nicht allzu viel von der Idee. „Das ist eine normal breite Bundesstraße, auf der 50 km/h erlaubt sind“, meint er. Da gebe es in Herzogswalde ganz andere Stellen, wo Handlungsbedarf in Sachen Verkehrssicherheit bestünde. „An der Fußgängerampel beispielsweise und an der Einfahrt in den Ort sowie in die Straße neben den alten Gasthof“, zählt er auf. Auch die Einfahrt zum Landbergblick sei nicht ohne. In der Stadtverwaltung Wilsdruff, Abteilung Bauverwaltung, hat man noch nichts von einer Forderung nach einer Leitplanke gehört. Einerseits. Andererseits: „Die Stelle ist nicht ganz ungefährlich“, meint Bauverwaltungsleiter André Börner, der dort selbst täglich entlangpendelt. Im Gegensatz zu vielen anderen Ortschaften führt die B 173 in Herzogswalde an der Ortschaft außen vorbei. Jahrelang galt hier sogar Tempo 60. Dies wurde vor mehr als einem Jahr jedoch auf reduziert, jetzt gelten dort 50 Stundenkilometer. Die Begründung damals: Weil es an der Straße keinen durchgängigen Fußweg gibt, werde die Geschwindigkeit reduziert.

Zuständig für die Beschilderung und Verkehrsregelung an der Bundesstraße ist das Landesamt für Straßenbau und Verkehr. Dort war gestern zum aktuellen Vorfall keine Stellungnahme zu erhalten. Dafür hat es gestern abermals einen Unfall bei Herzogswalde gegeben. Auf der Strecke zwischen dem Abzweig Helbigsdorf und Mohorn fuhr ein Pkw in die Leitplanke. Zu den genaueren Umständen konnte die Polizei gestern Nachmittag noch nichts sagen.

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