merken
PLUS

Mit der Abziehpresse bis zur Schülerzeitung

Können Grundschüler wirklich schon selbst eine Zeitung machen? Die Evangelische Grundschule beweist es.

Von Birgit Andert

Konzentriert beugt sich Carla über ihren Tisch. „Der Pfannkuchen“ steht auf dem Blatt, auf dem sie eifrig schreibt. Sie denkt sich gerade eine Geschichte aus – für die Schülerzeitung „Abrakadabra“. Jeden Montag trifft sich die Zweitklässlerin Carla mit etwa acht anderen Grundschülern, um an der Zeitung zu arbeiten. Sie erscheint zweimal im Jahr und versammelt Berichte über Erlebnisse ebenso wie Rezepte, Buchrezensionen, selbst ausgedachte Geschichten, Interviews, Bilder und Witze.

Anzeige
Sommer, Sonne, Sonnenschutz
Sommer, Sonne, Sonnenschutz

Ein sonniger Tag tut Körper und Geist gut. Doch ob auf dem Balkon, im Garten oder am Wasser: Hautschutz ist dabei unerlässlich.

Begonnen hatte das Projekt als Schulzeitung – mit professionellen Texten und professioneller Gestaltung. Weil sich die Schüler selbst so wenig darin wiederfanden, wurde aus der Schulzeitung kurzerhand eine Schülerzeitung. Dabei stammt der Name „Abrakadabra“ ebenso von den Schülern wie die Texte und die Gestaltung. Jeweils zu Beginn eines neuen Schuljahres sammeln die Betreuer der AG – vor allem Mütter mit einer Ader zum Schreiben oder Gestalten –  gemeinsam mit den Kindern Ideen für die neue Ausgabe. Was ist eigentlich vor der Schule los, wollten die Jungen und Mädchen zum Beispiel wissen, als auf der Wilhelm-Eichler-Straße gebaut wurde. Sie bereiteten zahlreiche Fragen für ein Interview vor und löcherten dann den Bauleiter und einen Bauarbeiter.

Nach einem Ausflug in die Landesbühnen wollten die jungen Redakteure gern mehr darüber erfahren, was ein Intendant so macht – und luden Manuel Schöbel zum Interview in die Schule ein. Die Fotos vom Intendanten hat Marie geschossen, aufgeschrieben haben das Interview Johannes und Madita. „Hier sagt uns niemand, das macht man so oder so“, begründet Marie, warum sie gern in die Schülerzeitungs-AG kommt, „sondern hier kann man einfach schreiben, was man gut für die Zeitung findet. Und man lernt, etwas zu Ende zu bringen.“ Schließlich muss die Zeitung zum Redaktionsschluss gut gefüllt, kopiert, gefaltet und gebunden sein.

Neueste Anschaffung für die Schülerzeitungsmacher ist eine Abziehpresse mit Drucklettern, an der die Kinder jetzt auch eigene Plakate, kleine Gedichte und Linoldrucke gestalten können. So haben sie in der vergangenen Woche ein paar Plakate gedruckt, die jetzt im Schulhaus hängen und alle Schüler auffordern, ihre Freizeit- und Ausflugstipps in der Redaktion abzugeben. „Es sieht richtig gut aus“, freut sich Madita, nachdem sie eine Stunde lang mit ihren Freunden an der Presse war.

Die Drittklässlerin ist schon seit der ersten Klasse in der Schülerzeitung aktiv. „Mir macht Schreiben einfach Spaß“, erklärt sie, „ich finde es schön, mit der Presse zu arbeiten, kreativ zu sein, mit der Fantasie zu spielen.“ Ihre Mutter Kathrin Pfeiffer gehört schon viele Jahre zu den Schülerzeitungsbetreuern und möchte gern ihre eigene Freude am Schreiben und Gestalten weitergeben. „Es macht Spaß, mit den Kindern zu arbeiten und zu sehen, wie nach und nach eine Zeitung entsteht“, sagt sie.

Und Angela Götz, ebenfalls Mutter und Zeitungs-Macherin, erklärt: „Mit der Presse können die Kinder jetzt spielerisch mit ihren Texten umgehen und haben noch einmal eine ganz andere Motivation, selbst Gedichte zu schreiben, Plakate zu entwerfen, kleine Drucke anzufertigen.“ Auf das Ergebnis darf man gespannt sein: Die nächste „Abrakadabra“ erscheint pünktlich wieder vor den Sommerferien.

www.ev-grundschule.de