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Mit der Kamera durch die Berge

Die Rathaus-Galerie Heidenau zeigt eine Fotoausstellung zu regionalen und überregionalen Landschaften.

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Von Susanne Sodan

Im Erdgeschoss hängt sie, neben dem Ratssaal, eine von Volker Andiels Lieblingsfotografien: Der Blick von einem Berg bei Sonnenuntergang, grüne Wiesen, bis sich in der Ferne wieder Berge auftürmen. „Das Bild ist auf dem Dolmar bei Meiningen entstanden“, erklärt Volker Andiel. Rund 100 Landschaftsaufnahmen zeigt er aktuell im Heidenauer Rathaus. „Blätter und Ansichten. Naturfotografie“ lautet der Titel der Ausstellung, die noch bis Anfang Juni zu sehen ist. „Werden und Vergehen“ wäre ein ebenso passender Titel. Denn das ist es, was Andiel in seinen Fotografien festhält: Blühende Pflanzen, verfallende Bäume, Felsen, die seit Jahrtausenden der Erosion ausgesetzt sind, Wetterphänomene, die nur Minuten oder Sekunden Bestand haben.

Zur Fotografie ist Andiel durch das Wandern gekommen. Ungewöhnliche Ansichten und Phänomene wollte er festhalten und mit anderen teilen. Einfach mit der Kamera loswandern und auf den Auslöser drücken, funktioniert jedoch nicht. Manchmal findet Andiel zwar die „Bonbons am Wegesrand“. Hinter den meisten Bildern steckt aber eine genaue Planung. „Die Wetterverhältnisse müssen stimmen und die Lichtverhältnisse - je nachdem, welches Motiv man vor Augen hat. Die besten Bilder entstehen meistens ganz früh am Tag oder bei Sonnenuntergang“, erklärt Volker Andiel.

Ursprünglich stammt er aus Thüringen, seit 1979 lebt er in Heidenau. Hier fand er Vielfalt auf kleinem Raum. „In der sächsischen und böhmischen Schweiz gibt es ganz unterschiedliche Landschafts-Charaktere, eine vielfältige Geologie und Flora. Mittelgebirge, Teichlandschaften, Flusstäler. Von lieblich bis gewaltig ist alles dabei“, erklärt Andiel. Er ist aber nicht nur im Elbsandsteingebirge mit seiner Kamera unterwegs, sondern fotografierte unter anderem auch in der Rhön, den Pyrenäen und dem Ural.

Hinter vielen der Fotografien steht eine Geschichte. So auch hinter dem Bild vom Dolmar. 1967 wurde der erloschene Vulkan in der Nähe von Meinigen zum Übungsgelände der Roten Armee und war für die Bevölkerung nicht zugänglich. Auf den Ausblick wollte Andiel jedoch nicht verzichten.

„Das war und ist meine Heimat. 1969 bin ich dann hoch gewandert und wurde zum Glück nicht behelligt“, erinnert sich der Fotograf. Die Kamera ließ er dennoch lieber zu Hause und nahm stattdessen eine DRK-Flagge mit. Das Bild, das nun im Heidenauer Rathaus hängt, entstand erst nach der Besatzungszeit. Offiziell läuft die Ausstellung noch bis 24. Mai.

Aufgrund der Vorbereitungen für das Stadtfest, das von 31. Mai bis 2. Juni in Heidenau stattfindet, werden Volker Andiels Fotografien wahrscheinlich bis Anfang Juni zu sehen sein.