SZ +
Merken

Mit der Kreisreform kommen neue Taxitarife

Die Taxifahrer stöhnen über gestiegene Kosten – nicht nur beim Diesel. Doch am liebstenwürden sie die Tarifenicht erhöhen.

Teilen
Folgen

Von Anja Beutler

Für Gottfried Brendler ist die Lage verzwickt: In der Brust des Vorstandsvorsitzenden der Taxi-Genossenschaft Zittau schlagen zwei Herzen: Einerseits wünscht er sich mit Blick auf die ständig steigenden Kosten bei Diesel, Tüv & Co. endlich wieder eine Erhöhung der Taxitarife. Andererseits hat er regelrecht Angst davor. „Dann fahren ja noch weniger Leute mit dem Taxi“, sorgt sich der Zittauer.

Und mit diesen Sorgen ist er nicht allein: Im Landkreis Löbau-Zittau denken viele so wie er, ergab eine SZ-Nachfrage. Deshalb habe man auch noch keinen Vorstoß beim Landkreis zum Thema einer Tariferhöhung gewagt, erklärt Brendlers Kollege Uwe Schmidt von der Löbauer Taxigenossenschaft. Was aber die Taxiunternehmen zusätzlich ausbremst, ist die Gewissheit, dass sich mit der Kreisreform Mitte dieses Jahres ohnehin etwas ändern muss. Denn derzeit gelten im Niederschlesischen Oberlausitzkreis (NOL), in Görlitz und in Löbau-Zittau jeweils eigene Tarifmodelle. „Das kann man auch nicht einfach auf einen anderen Kreis übertragen“, betont Gottfried Brendler.

Görlitzer bauen an Tarif

Sein Görlitzer Kollege Andreas Gritzner von der Taxi-Innung kann Brendler da nur zustimmen: „Görlitz muss als Stadt einen anderen Tarif haben als die ländlichen Gebiete“, sagt er. Man wolle den Kunden beispielsweise für den Anfahrtsweg nichts berechnen – wie das in Löbau-Zittau zum Teil üblich sei. Auf den Nacht- und Feiertagszuschlag werde man aber sicherlich auch nicht verzichten – das ist besonders für die Taxifahrer im NOL ein heikler Punkt, die derartige Staffelungen bislang nicht kennen.

Deshalb basteln die Görlitzer derzeit an einer neuen Tarifstruktur – noch bevor der neue Kreis das Zepter in die Hand nimmt. „Wir könnten uns ein Modell wie in Bautzen vorstellen, wo für die Stadt und den Landkreis unterschiedliche Tarife gelten“, erklärt Gritzmann. Den neuen Görlitzer Tarif könne man dann für die Stadt anwenden und für die Flächenlandkreise mit ihren ähnlichen Strukturen ließe sich dann ein eigenes Modell finden, schlagen die Görlitzer vor.

Taxifahrer sind uneins

Ob dieser Plan aufgeht, ist allerdings sehr fraglich, zumal das Problem bei den bisherigen Planungen für die Kreisreform noch keine größere Rolle gespielt hat und auch die Meinungen der Taxifahrer teilweise weit auseinandergehen. Für das Weißwasseraner Taxi-Unternehmen Kaiser kommt jedenfalls nicht in Betracht, sich dem Tarif aus dem Süden oder den höheren Preisen aus Görlitz anzupassen: „Wir haben mit den Löbauern und den Görlitzern Kontakt aufgenommen, aber die Vorstellungen sind doch recht verschieden“, sagt Helga Kaiser vom Unternehmen. Beim Landratsamt in Niesky habe man das Problem schon geschildert und das Versprechen erhalten, dass man sich bemühen werde.

Auf ein Wort