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Mit der Pferdekutsche durch Haßlau

Klein aber fein ist der Adventsmarkt mitten im Dorf. Dort treten auch kleine Musikanten auf.

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Von Christin Bargel

Ingolf Rosenblatt ist Weihnachtsmann aus Passion. Am vergangenen Sonnabend war er in Haßlau auf Hof Kalbhenn zu Gast. Dass sich ein Weihnachtsmann auch mit ganz irdischen Problemen herumschlagen muss, dürfte zumindest den erwachsenen Leser nicht wundern. Auch er kennt Termindruck und Erschöpfungszustände. Doch dürfte das Arbeitspensum eines Bärtigen in roter Kutte den ein oder anderen doch verblüffen. Ingolf Rosenblatt, der mittlerweile seit Jahrzehnten in Haßlau und Umgebung als Weihnachtsmann unterwegs ist, erklärt: „Etwa ab dem zweiten Advent sind mehrere Termine täglich ganz normal. Sogar zehn Besuche an einem Abend habe ich schon hinter mich gebracht.“

Auch am letzten Sonnabend war Rosenblatt wieder mit Geschenken und Rute unterwegs. Zusammen mit dem örtlichen Feuerwehrverein hatte der Haßlauer Milchbetrieb Kalbhenn die Dorfbewohner zum bereits vierten Adventsfest auf seinen Hof eingeladen. „Wir wollen damit ein Gemeinschaftserlebnis schaffen“, erklärt Christian Kalbhenn, einer der Eigentümer des Betriebes, das Ziel des Festes. Etwa 130 große und kleine Besucher waren der Einladung gefolgt. Das war ür die Veranstalter ein gutes Ergebnis. In einem ausgebauten Stall nutzen die Erwachsenen bei Kuchen und Rostwurst die Gelegenheit zum Austausch und zum Warmhalten. Für die Kinder spannte Christian Kalbhenn seine beiden gewichtigen Kaltblüter vor die Kutsche.

Weihnachtsmann Rosenblatt blieb auch bei der Bescherung in Haßlau seinen Prinzipien treu: Jeder, der etwas aus seinem Sack haben wollte, musste ein kurzes Gesicht aufsagen oder ein Lied anstimmen, was vielen der Kinder -- wenn auch mit elterlicher Hilfe -- gelang. „Tendenziell“, bedauert Rosenblatt jedoch, „können immer weniger Kinder etwas vortragen.“ Das sei früher anders gewesen. Auch habe die Höflichkeit in den letzten Jahren etwas gelitten. Dennoch: An diesem Nachmittag ist keiner leer ausgegangen. Und vor dem Einsatz der Rute, die für den Haßlauer Weihnachtsmann unbedingt dazu gehört, brauchte sich niemand zu fürchten.

Nicht nur für Christa Hoffmann, die Chefin des Haßlauer Feuerwehrvereins, war das wieder ein gelungener Adventsmarkt. „Wir wollen ja vor allem für die jüngeren und älteren Einwohner etwas auf die Beine stellen. Und das ist uns gut gelungen“, meint sie. Besonders die Auftritte von Florian und Max Kunert, die Ständchen auf der Geige und dem Waldhorn vortrugen, seien als Bereicherung des Maktes gut angekommen.