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Großenhain

Mit Feuereifer in den Mai

Der Großenhainer Ortsteil feiert sein Walpurgisfest und erfüllt sich dabei einen Wunsch: Der Maibaum steht wieder im Dorf.

Lars Dronigke vor dem Baudaer Maifeuer am Vorabend des Feiertages: Der Chef des Ortschaftsrates hat sich auch diesmal mächtig ins Zeug für das Walpurgisfest gelegt.
Lars Dronigke vor dem Baudaer Maifeuer am Vorabend des Feiertages: Der Chef des Ortschaftsrates hat sich auch diesmal mächtig ins Zeug für das Walpurgisfest gelegt. © Thomas Riemer

Von Thomas Riemer

Großenhain. Lars Dronigke, der Chef des Baudauer Ortschaftsrates, hat am Vorabend des 1. Mai kurz nach 20 Uhr endlich Zeit für einen kurzen Plausch mit seiner Familie. Da ist die Hexe auf dem riesigen Maifeuer am Sportplatz zwar schon verbrannt. Doch die Baudaer stellen sich auf eine lange Nacht an knisterndem Holz, bei einer Bratwurst, einem Bier oder einem Sekt ein. Das komplette 400-Seelen-Dorf scheint auf den Beinen zu sein. Aber auch Leute aus den Nachbardörfern sind gekommen – aus Wildenhain, Görzig, Zabeltitz. Dass das Baudaer Walpurgisfest etwas ganz Besonderes ist, hat sich offenbar herumgesprochen.

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In diesem Jahr sowieso. Denn dank des Ortschaftsrates, der Feuerwehr, der Hilfe ansässiger Unternehmen und von Privatleuten sowie des städtischen Bauhofes haben sich die Gastgeber einen Wunsch erfüllen können: Der traditionelle Maibaum steht wieder mitten im Dorf. In den Jahren zuvor war er stets am Sportplatz aufgestellt worden. Doch man habe erkannt, „dass der Aufwand für die Gestaltung des Maibaumes, des Kranzes und des Areals in keinem Verhältnis zum Nutzen standen“, so Lars Dronigke. 

Deshalb haben der Ortschaftsrat und alle Beteiligten die Chance gesehen, „Tradition und Moderne zu verbinden.“ Lediglich einen Monat dauerte es schließlich, bis am Teich eine neue Baumhülse verankert wurde. Um den Maibaum selbst kümmerten sich letztlich viele fleißige Hände aus dem Dorf. Ein Frauenteam stellte den wirklich sehenswerten Maikranz her, erstmals inklusive einer Ranke um den Stamm. „Jetzt sieht unser Maibaum aus wie die im Westen“, sagt eine Einheimische scherzhaft, als die Feuerwehrleute um den Ortswehrleiter Uwe Kühn das kleine Kunstwerk aufrichten. 

Ortschaftsratschef Dronigke hat viel Lob für „seine“ Feuerwehr zu verteilen. Sie haben zusätzlich zu ihrem ohnehin aufwendigen Ehrenamt im Vorfeld des Walpurgisfestes viele Stunden investiert, um das Event vorzubereiten. „Bitte bleibt so ein verlässlicher Partner für Baudaer Veranstaltungen. Wir brauchen Euch“, ruft Dronigke den Kameraden zu. Er sei überzeugt, dass der Platz am Teich mit diesem Tag attraktiver geworden ist. „Hier werden schöne Momente ihren Ursprung haben.“ 

Mit dem neuen Platz für den Maibaum am Teich haben sich die Baudaer gleichzeitig einen Wunsch erfüllt. 
Mit dem neuen Platz für den Maibaum am Teich haben sich die Baudaer gleichzeitig einen Wunsch erfüllt.  © Thomas Riemer

Dem Ortschaftsrat ist sichtlich eine kleine Last von der Schulter gefallen. Bis ins Wochenende hinein stand ein Fragezeichen, ob das große Maifeuer wegen der Trockenheit überhaupt entzündet werden kann. Trotzdem kam bei der anberaumten Sammlung am Sonnabend ein ansehnlicher Holzhaufen zusammen, bei dessen Aufschichten die Agrargenossenschaft mit ihrer Technik half. Selbst eine „Hexe“ fand sich auf dem Feuer – die Baudaer nehmen das nach einer Provinzposse um eben diesen Brauch vor vier Jahren inzwischen mit einem Lächeln zur Kenntnis. „Das gehört zur Walpurgisnacht“, sagt Lars Dronigke.

Mit Maibaumaufstellen, Lampion- und Fackelzug mit dem Zabeltitzer Spielmannszug sowie Maifeuer ist das Baudaer Highlight längst nicht zu Ende. Der Feiertag ist gut gefüllt – mit dem 1. Dorffrühstück, einer kleinen Spielmeile für Kinder – und natürlich dem Vogelschießen. Frank Nitzsche hat sich im Vorfeld um alle nötigen Utensilien gekümmert, bei Bratwurst und Bier gehen am Vorabend des 1. Mai sogar Wetten um, wer diesmal den Sieg davon trägt.

Doch nicht nur das treibt die Baudaer derzeit um. Die aktuellen Bauarbeiten im Dorf zum Breitbandausbau sorgen für Diskussionsstoff, ebenso die geplante Sperrung der Straße nach Wildenhain. „Beim Breitband haben wir anderthalb Wochen Verzug“, sagt Lars Dronigke. Und was besagten Straßenbau betrifft, soll es nun am Donnerstag tatsächlich losgehen.

Währenddessen ist der große Holzhaufen merklich kleiner geworden. Nach Hause geht dennoch kaum jemand. Denn die Baudaer sind ja eigentlich eine große Familie, die es versteht zu feiern. Auch Lars Dronigke, den hier natürlich alle duzen. Schließlich ist er der „Chef“ im Dorf. Und deshalb hat er bei aller Erleichterung bis zuletzt einen aufmerksamen Blick auf das Baudaer Maifeuer.