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Mit Gesang von Tisch zu Tisch

Ebersbach. Die Gruppe „Gaukelfuhr“ verbreitet mit Musik und Reimen gute Laune undMittelalter-Atmosphäre.

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Von Elisa Schubert

Ein Gelage ohne Spielleut’ ist wie eine Suppe ohne Salz.“ Die Gruppe „Gaukelfuhr“ hat dieses Motto zu ihrem Lebensgefühl gemacht und „salzt“ so manch gemütliche Feier mit deftigen Liedern und mittelalterlichen Reimen.

„Unser Anliegen ist es, Freude zu machen und die Leute mal vom Alltag abzulenken“, sagt Sängerin Bettina Richter mit einem Schmunzeln. Sie zieht mit der Mittelaltergruppe „Gaukelfuhr“ seit sieben Jahren singend und musizierend durch Gasthäuser und Kellergewölbe der Oberlausitz. So nahm die „Fuhre Gaukler“ schon viele lustige Gesellschaften mit auf Zeitreise.

Bekannt von Oybin bis Stolpen

Zum Repertoire der vier Musikanten gehören alte Handwerker- und Gesellenlieder, aber auch Stücke des Minnegesangs. „Natürlich haben wir in unserem Programm auch Schmunzelgeschichten. Thema ist der Alltag des Mittelalters“, erzählt die Ebersbacherin. Mit allem drum und dran: von der schlecht bezahlten Arbeit bis zur gemütlichen Einkehr ins Wirtshaus. „In den Liedern nennen wir die Dinge beim Namen und übertreiben auch gerne mal.“

Und obwohl die Gruppe mitunter in altdeutscher Sprache gaukelt, versteht sie das Publikum. Wenn der Funke übergesprungen ist, darf auch ein mittelalterliches Tänzchen nicht fehlen. Das Markenzeichen der Gruppe „Gaukelfuhr“ ist es schließlich, die Leute mit einzubeziehen. „Manchmal schnappt man sich auch ein Bierchen vom Tisch“, grinst Bettina Richter. Unbefangen tourten die vier Oberlausitzer schon durch den Oybiner Ritterkeller, das Zittauer Dornspachhaus und die Burg Stolpen.

Auch für Privatfeiern kann man sich an die vier Spielleute wenden. „Am schönsten ist die Atmosphäre dann am Lagerfeuer“, sagt die „Gaukelfuhr“-Sängerin, die im wahren Leben an der Kreismusikschule Löbau-Zittau unterrichtet. Die besondere Stimmung ist es auch, die sie so an der mittelalterlichen Musik reizt. „Sie klingt so geheimnisvoll versonnen“, findet Bettina Richter. Ihre Instrumente in der Gruppe sind Dudelsack und Flöte. Mit ihrem „Gaukelfuhr“-Kollegen Uwe hat sie extra einen Kurs im Hümmelchen-Spielen belegt. „Das ist ein kleiner Dudelsack. Es ist wirklich schwer zu erlernen“, wissen die beiden.

Die zwei anderen Gruppenmitglieder, Heiko und Heiner, tragen mit Bass, Akkordeon und Laute zum Mittelalter-Klang bei. Demnächst soll eine Drehleier die Instrumentenpalette ergänzen. Bettina Richter: „Damit kann man einen schönen Geigenton erzeugen – der gehört ja eigentlich zu dieser Musik mit dazu.“

Genau wie die mittelalterlichen Kostüme. Man(n) geht in Sackleinen und geschnürten Hosen und Bettina Richter trägt zu den Auftritten meist ein grün-blaues Samtkleid. Musiker und Zuschauer werden so optisch und akustisch ins 15. Jahrhundert zurück versetzt.

Na denn, wie es „Gaukelfuhr“ zu sagen pflegt: „Viva la musica, es lebe die Musik!“

Kontaktperson für Buchungen ist Bettina Richter: 0170/2 05 12 95