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Mit Herz und Seele dabei

Wir stellen „Gute Seelen“ vor, die eher im Hintergrund stehen. Heute: Walter Stark.

Walter Stark ist nahezu täglich im Feuerwehrdepot in Lauta, um nach dem Rechten zu schauen und sich um Details zu kümmern. Hier ist er in einem Feuerwehrfahrzeug vom Typ S4000-1, einem „Sachsenring“ vom Kraftfahrzeugwerk „Ernst Grube“ Werdau.
Walter Stark ist nahezu täglich im Feuerwehrdepot in Lauta, um nach dem Rechten zu schauen und sich um Details zu kümmern. Hier ist er in einem Feuerwehrfahrzeug vom Typ S4000-1, einem „Sachsenring“ vom Kraftfahrzeugwerk „Ernst Grube“ Werdau. © Foto: Silke Richter

Von Silke Richter

Lauta. Diesen Tag wird Walter Stark in seinem Leben wohl nie mehr vergessen. An diesem sonnigen Septembertag 2017 kam für ihn alles ganz anders geplant. Zumindest dem Anschein nach. Zuerst ein größerer Einkauf und am Abend eine Familienfeier, weil die Tochter die Prüfung für ihre Fahrerlaubnis erfolgreich bestanden hatte. Soweit der Plan. Doch alle Angehörigen waren eingeweiht, dass dies so nicht eintreten würde. Die Vorbereitungen für die Überraschung hatten vor Wochen begonnen und konnten glücklicherweise bis zuletzt vor Walter Stark geheim gehalten werden.

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Seine Ahnungslosigkeit sollte sich anfangs auch noch fortsetzen, als an jenem Septembertag in unmittelbarer Nähe seines Wohnhauses plötzlich lautes Sirenengeheul ertönte. Jetzt läuteten auch die Alarmglocken bei dem pflichtbewussten Walter Stark, der sofort an einen Notfall und Einsatzalarm dachte. Doch stattdessen spiegelte sich plötzlich in seinen eigenen Fenstern das Blaulicht. Mehrere Feuerwehrfahrzeuge bahnten sich einen Weg durch das Wohngebiet in der Lausitzer Straße in Lauta. Allein dieser Anblick ließ Passanten und Nachbarn am Gartenzaun erahnen, dass es sich hier nicht um einen Notfall handelte. In den Fahrzeugen saßen Kameraden, die sich mit einem Lächeln und sichtlich gespannt dem Wohnhaus von Familie Stark näherten. Inmitten der Kolonne ein Einsatzfahrzeug des Typs S4000-1 (Anm. d. Red.: gefertigt 1958/59). Die Wohnungstür öffnete sich und vor den Kameraden steht ein Mann, dem es im wahrsten Sinne des Wortes die Sprache verschlagen hatte. Kopfschüttelnd und tief bewegt sieht der ehemalige Gemeindewehrleiter in die Augen seiner Kameraden. Ein sehr bewegender und auch tränenreicher Moment. Dieses Bild brauchte keine Worte. Was jetzt geschah, glich einer stummen aber vielsagenden Hommage für einen besonderen Menschen.

Alle freiwilligen Wehren aus Leippe-Torno, Lauta, Laubusch und Lauta-Dorf waren vertreten, um ihren ehemaligen Gemeindewehrleiter zu begrüßen und zu einer gemeinsamen Ehrenfahrt mit seiner Ehefrau Monika abzuholen. Die Überraschungsfahrt endete im Feuerwehrdepot. Nachdem die Kameraden Spalier gestanden und ihn gebührend empfangen hatten, erfuhr nun auch Walter Stark endlich den Grund für diesen (un)geplanten Nachmittag. Der ehemalige Gemeindewehrleiter war 15 Jahre im Amt. Zuvor war er fast zehn Jahre Chef der Lautaer Stadtwehr.

Seine Leidenschaft begann aber schon sehr viel früher. Vor mehr als 50 Jahren trat Walter Stark in den aktiven Dienst der freiwilligen Feuerwehr, der dann Jahre am 23. September 2017 enden sollte. Seit diesem Tag ist Walter Stark Lautas 1. Ehrenwehrführer. Die Urkunde bekam er an diesem Nachmittag von seinem Nachfolger Martin Urbanski feierlich überreicht. „Ich bin immer noch sehr überwältigt. Bis heute kann ich es noch gar nicht so richtig fassen, was an diesem Tag passiert ist“, sagt Walter Stark heute, fast drei Jahre später.

Und wer den Mann näher kennt, dem ein hoher Kameradschaftssinn und Ruhe nachgesagt werden, weiß, dass er auch als Ehrenwehrführer seine Feuerwehr und seine Kollegen weiterhin unterstützen wird. Daran wird sich wohl nichts ändern. Es ist selbstverständlich für den 69-Jährigen, regelmäßig im Depot mit Rundumblick nach dem Rechten zu sehen. Es sind die vielen – so wichtigen – Kleinigkeiten, um die er sich gerne kümmert. Dazu gehören die Belüftung der Räume, die Blumenpflege und diverse andere Dinge, die eine gute Seele halt so tut. Einfach so. Als gelernter Elektriker stehen auch Reparaturen von technischen Geräten auf seiner Agenda. Im Übrigen hat sich Walter Stark tatsächlich erst als Vorruheständler einen Terminkalender zulegen müssen. Was gefühlsmäßig bei Walter Stark aber immer funktioniert, ist seine Empathie gegenüber anderen Menschen. Nicht umsonst wird er auch im privaten Bereich „Wehrleiter des Vertrauens“ genannt. Eine Charaktereigenschaft, die nicht nur seine Kameraden, sondern auch Familie und Freundeskreis sehr zu schätzen wissen. „Ich mache das gern und bin mit Herz und Seele dabei“, meint Walter Stark wie selbstverständlich.

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