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Mit Hightech-Kameras gegen Parksünder

Kunden finden wegen Dauerparkern vor dem Radeberger Edeka-Markt oft keinen Parkplatz. Jetzt hat der Inhaber reagiert - mit modernster Technik.

An den Zufahrten des Edeka-Marktes an der Pulsnitzer und der Badstraße in Radeberg wurden Kameras installiert. Damit sollen Parksünder erkannt werden, die länger als zwei Stunden stehen.
An den Zufahrten des Edeka-Marktes an der Pulsnitzer und der Badstraße in Radeberg wurden Kameras installiert. Damit sollen Parksünder erkannt werden, die länger als zwei Stunden stehen. © Marion Doering

Radeberg. In der Radeberger Innenstadt sind Parkplätze rar. Beschäftigte umliegender Betriebe oder alle, die einkaufen wollen, haben oft Schwierigkeiten, eine Lücke zu finden. Gerne werden da die Parkplätze vor Supermärkten genutzt. Merkt ja keiner, wie lange dort das Auto steht.

Auf dem großen Parkplatz vor Edeka Scheller sollten derartige Versuche jetzt besser unterbleiben. Denn Inhaber John Scheller hat moderne Technik installieren lassen. Die kommt jedem Parksünder auf die Spur. 

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An den beiden Zufahrten wurden vor einigen Tagen Kameras angebracht. Die scannen das Kennzeichen jedes Autos, das auf den Parkplatz auffährt und speichern es. „Das geschieht unter Einhaltung aller Datenschutzregeln. Die Insassen des Autos werden nicht erfasst. Nach Verlassen werden die Daten wieder gelöscht“, sagt John Scheller. Zudem weisen große blaue Schilder auf die Neuerung an den Zufahrten hin.

Beim Ausfahren auf die Badstraße oder die Pulsnitzer Straße wird das Kennzeichen erneut gescannt. Ist dann die Zeitspanne größer als die Parkdauer von zwei Stunden, gibt es einen Strafzettel. Nach Angaben von John Scheller geschieht das automatisch. Es wird also niemandem mehr das Knöllchen hinter den Scheibenwischer geklemmt. Die Strafgebühr wird dem Auto-Halter per Post zugestellt. 25 Euro kostet die Überschreitung der Parkdauer.

Günstiger Tarif in der Nacht

John Scheller sagt, er habe zu der Maßnahme greifen müssen. „Durch die vielen Dauerparker haben unsere Kunden oft keinen Parkplatz bekommen. Auch Ladezonen waren zugestellt. Das konnte so nicht weitergehen.“ Schon morgens um 7 Uhr, wenn der Supermarkt gerade öffnet, sei der Platz oft vollgeparkt gewesen.

Wer allerdings länger als diese zwei Stunden bei Edeka einkauft oder sich im Cafe noch für ein Stück Torte Zeit lassen möchte, für den kann die Parkzeit auch verlängert werden. „Er kann sich an uns wenden, dann regeln wir das kulant.“ Für alle, die nachts einen Parkplatz suchen, hält das System ebenfalls eine Lösung bereit. Zwischen 19 und 8 Uhr können Autos für insgesamt einen Euro abgestellt werden. Um das Angebot zu nutzen, muss aus dem AppleStore oder dem PlayStore von Google die App „Parkstar“ heruntergeladen werden. Darüber kann dann der Euro bezahlt werden. Außerdem gibt es eine Monatspauschale für das Nacht-Parken. Sie kostet 20 Euro. John Scheller bemerkt bereits erste Erfolge der neuen Technik. „Gerade morgens sind es weniger Autos geworden.“

Der Parkplatz vor dem Radeberger Edeka ist der einzige der Scheller-Märkte, der mit dieser Technik ausgestattet ist. Auf den anderen Filialen in Großenhain und Dresden ist das nicht nötig. „Dort ist die Parkplatzsituation nicht so angespannt wie in Radeberg.“ Der Marktbetreiber sieht deshalb auch die Stadt in der Pflicht. Sie müsste das Parkplatzproblem lösen. „Wir wollen ja, dass die Radeberger und die Bewohner der umliegenden Orte in die Innenstadt kommen. Da müssen wir auch die Voraussetzungen schaffen“, sagt er. 

Der Lidl-Supermarkt gleich gegenüber hatte schon im vergangenen Jahr eine Technik installiert, mit der die Parkdauer gemessen werden kann. Dort sind auf jeder Stellfläche kleine Sensoren installiert. Sie melden, wie lange ein Auto dort steht. Bei einer Überschreitung kann der Kontrolleur gezielt auf den Wagen zugehen und einen Strafzettel hinter den Scheibenwischer klemmen. Hier liegt die Parkdauer seit der Einführung bei nur noch einer Stunde.

Discounter schon seit einem Jahr mit neuer Technik

Lidl hatte den Schritt damals ebenfalls mit den vielen Parksündern begründet. „Lidl ist es wichtig, den Kunden während der gesamten Öffnungszeit einen schnellen und bequemen Einkauf sowie ausreichend Parkmöglichkeiten zu bieten“, sagte Jens Köhler, Immobilienleiter der Lidl-Regionalgesellschaft Radeburg. 

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Wer bei dem Discounter erwischt wird, muss tief in die Tasche greifen. Auf den Hinweisschildern wird eine Summe von 30 Euro genannt. Auch hier wird die Gebühr erst nach einer deutlichen Überschreitung der Uhrzeit fällig. Sie kann storniert werden, sollte durch den Lidl-Kassenzettel eine längere Einkaufsdauer nachgewiesen werden können.

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