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Mit kleinen Schritten zum großen Sprung

Geschichtsprojekt. Es gab viel Lob, viel Interesse und keinen Preis. Warum die Weißwasseraner Forscher trotzdem die Besten sind, lässt sich auf CD erleben.

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Von Wulf Stibenz

Was bleibt, ist ein Plakat. „Die Arbeit von acht Monaten ist nun auf Wanderschaft durch Sachsen“, sagt Bernd Frommelt, Leiter der Station Junger Naturforscher und Techniker in Weißwasser. So richtig glücklich sieht er nicht aus – denn das Zeitenspringer-Doku-Projekt, welches in zig Arbeitsstunden zur Gelsdorfhütte entstanden ist, „beinhaltet so viel mehr – das passt nicht auf ein Plakat“. Aber so sind nun mal die Regeln des Wettbewerbs.

16 Leute haben an dem Projekt gearbeitet – vom 13-jährigen Maximilian, der sein Programmiererwissen einbringt, über Jenny, die dokumentiert und Texte verfasst, bis zu Theresa, die Fotografin.

Von März bis Oktober ist die Dokumentation zur Gelsdorf-Glashütte entstanden. „Es ist eine sehr gute Arbeit“, sagt Günter Segger, Chef der Denkmalkommission dazu. Er will die umfangreiche Arbeit am 16. Februar 2007 mit einer Sonderausstellung im Glasmuseum zu Weißwasser würdigen. „Es wird da sicher einen geben, der was besser weiß – aber das schmälert die Leistung der Beteiligten nicht“, sagt er. Außerdem wolle die Präsentation die Diskussion ja anregen – denn so werde die Glasgeschichte nicht vergessen.

Mit den Besten auf Tour

Dass die Weißwasseraner Dokumentation gut ist, zeigt die Einladung zur Präsentation im Sächsischen Landtag. Mit 31 anderen sächsischen „Springern“ haben die Jugendlichen und ihre Mentoren Modell, Schautafeln und ihre CD gezeigt. „Das Interesse war enorm, aber wir hatten auch einen guten Standort – an uns kam keiner vorbei“, so Frommelt. Durch die Arbeit könnten nun einige Politiker mehr über Weißwasser und seine Glasgeschichte wissen. Das schadet nicht.

Doch ein Makel bleibt nach der Dresden-Reise – die von der Stiftung Demokratische Jugend jedes Jahr gefördert und organisiert wird. „Es gab am Ende keine Urkunde, nichts Bleibendes“, sagt Frommelt. Einen Preis habe man auch nicht gewonnen. „Was mir unverständlich ist, denn unsere Jugendlichen haben fantastische Arbeit abgeliefert.“ Dafür entschädige jedoch das Interesse in der ehemaligen Glasmacherstadt. Denn in Schulen fließt die Arbeit nun in den Unterricht ein.

Die Zeitenspringer-Präsentation zur Gelsdorfhütte lässt sich über die Station Junger Naturforscher und Techniker beziehen.

www.jugendfreizeit-weisswasser.de