merken
PLUS Döbeln

Mit Luftkissen gegen Gestank

Ein Aktivkohlefilter hatte nicht den erhofften Effekt gebracht. Von der Kläranlage in Naunhof gingen weiter üble Gerüche aus. Jetzt läuft ein neuer Versuch.

Dicke Luft in Naunhof? Diese Zeiten sollen endgültig vorbei sein. Die Ortskläranlage wurde mit Technik ausgestattet, die Gestank künftig verhindern soll.
Dicke Luft in Naunhof? Diese Zeiten sollen endgültig vorbei sein. Die Ortskläranlage wurde mit Technik ausgestattet, die Gestank künftig verhindern soll. © Dietmar Thomas

Leisnig. Jahrelang hat Familie Tepasse unter dem Gestank gelitten, der von der Kläranlage unmittelbar vor ihrem Haus ausgegangen ist. An Durchlüften oder mit offenem Fenster zu schlafen, daran war nicht zu denken. 

Sogar den Schulanfang feierten die Tepasses nicht daheim im eigenen Garten – einfach, weil sie ihren Gästen nicht zumuten wollte, in einem müffelnden Umfeld zu sitzen (Sächsische.de berichtete).

sz-Reisen
Mit SZ-Reisen die Welt entdecken
Mit SZ-Reisen die Welt entdecken

Bei SZ-Reisen findet jeder seine Traumreise. Egal ob Kreuzfahrt, Busreise, Flugreise oder Aktivurlaub - hier bekommen Sie für jedes Reiseangebot kompetente Beratung, besten Service und können direkt buchen.

Mittlerweile ist an den technischen Anlagen der Kläranlage etwas passiert. Das teilt die Veolia Wasser Deutschland GmbH mit, die der Eigenbetrieb Abwasserentsorgung der Stadt Leisnig als Betriebsführer eingesetzt hat.

Zwei Hauptgründe für den fiesen Geruch

 „Mitarbeiter der Firma LKT Lausitzer Klärtechnik GmbH haben neue Belüftungskomponente installiert“, so Sylke Hermann von der Veolia-Unternehmenskommunikation. Genau sind das Kompressoren und Luftkissen. Mit deren Hilfe sollen die Geruchsbelästigung im Umfeld der Ortskläranlage Naunhof verringert werden.

Die Anlage, 2016 in Betrieb gegangen, ist für 140 Einwohner konzipiert, die täglich je 150 Liter Wasser verbrauchen. Doch tatsächlich werde nicht so viel Wasser verbraucht, was bedeute, dass das Abwasser konzentrierter ist. Hinzu komme, dass das Abwasser bis zur Kläranlage eine relativ weite Strecke zurücklegen muss.

 „Am Ende steht das Abwasser dann zu lange unbelüftet im Kanal und in der Kläranlage“, erklärt der LKT-Projektmanager Niels Abt. Es bilde sich Schwefelwasserstoff. Das Gas habe die unschöne Eigenschaft, schon bei geringster Konzentration nach faulen Eiern zu stinken. Das soll mit der neu eingebauten Technik nicht mehr passieren.

„Wir haben die Situation analysiert und wollen mit den Belüftungseinheiten jetzt einen anderen Weg gehen, sodass bereits das Entstehen von Schwefelwasserstoff verhindert wird“, sagt Abt. Ein Aktivkohlefilter, der zwischenzeitlich eingebaut worden war, um das Gas unschädlich zu machen, hatte nicht den gewünschten Effekt gebracht. 

Schon kurz nach der Inbetriebnahme der Ortskläranlage hatte sich die Familie Tepasse als unmittelbare Nachbarn über den Gestank beschwert. In diesem Sommer rümpften auch Naunhofer die Nase, die etwas weiter weg von der Anlage wohnen.

Mehr lokale Nachrichten aus Döbeln und Mittelsachsen lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Döbeln