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Mit modernster Technik gegen den Lungenkrebs

Das Malteser-Krankenhaus St. Carolus in Rauschwalde baut sein Lungenzentrum aus.

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Von Constanze Knappe

Etwa ein Drittel der Patienten mit Lungenkrebs werden im St. Carolus in Görlitz operiert. Seit vor zwei Jahren das Lungenzentrum Ostsachsen am Malteser-Krankenhaus gebildet wurde, müssen die Patienten dazu nicht mehr nach Coswig. Das war für sie und ihre Angehörigen immer eine zusätzliche Belastung. Mit dem Facharzt für Thorax- und Herzchirurgie John Mantas hat sich das Krankenhaus vor zwei Jahren extra für das Lungenzentrum personell verstärkt.

Aber nicht nur das: Seit Kurzem verfügt die Klinik der Malteser über hochmoderne Narkosetechnik mit doppeltem Nutzen: Das entsprechende Gerät kann zugleich als Intensivbeatmungsgerät eingesetzt werden. Das Ärzteteam im St. Carolus kann dadurch jetzt noch effektiver operieren. Es sei schon jetzt erstaunlich, welche Operationen in dem kleinen Krankenhaus möglich sind, die selbst in großen Häusern nicht zum Standard gehören, so der Thoraxchirurg John Mantas. Der gebürtige Grieche, der seit über 20 Jahren in Deutschland lebt, operiert an Lunge und Bronchien, hauptsächlich aber um Lungenkrebs zu beseitigen. Doch möglich ist das nur, wenn der Krebs noch keine Metastasen gebildet hat.

Die Krankheit ist deshalb so heimtückisch, weil der Patient zunächst nichts davon bemerkt. Häufig würden kleinste Tumore zufällig bei anderen Untersuchungen entdeckt. Oder aber Warnzeichen des Körpers werden von Patienten lange ignoriert. Dabei, so John Mantas, sei ein Zeitverzug von vier Wochen bei Lungenkrebs dramatisch. Im fortgeschrittenen Stadium seien den Medizinern dann selbst mit modernster Technik Grenzen gesetzt.

Von Lungenkrebs betroffen sind zweieinhalbmal so viele Männer wie Frauen. Und 90 Prozent aller Erkrankten rauchen oder haben früher geraucht. Nach Aussage der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wird die Krankheit deshalb in den nächsten Jahren weiter zunehmen.

Das Alter sei übrigens kein Grund, auf eine Lungenkrebsoperation zu verzichten. Viel mehr käme es auf den allgemeinen Zustand des Patienten und sonstige Erkrankungen an. Als Hochrisikopatienten gelten Personen mit eingeschränkter Lungenfunktion. Für sie ist die neue Narkosetechnik ein Gewinn.