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Mit Pasta aus der Krise

Die Gaststätten sind noch geschlossen, doch die Vorfreude auf den Neustart ist groß. Heute: Al Dente-Chef Giuseppe Belladini vom Sternplatz in Döbeln.

Haben trotz der Corona-Krise noch Spaß am Zubereiten von leckerer Pasta und Pizza: Al Dente-Chef Giuseppe Belladini (links) und sein Sohn Fabricio.
Haben trotz der Corona-Krise noch Spaß am Zubereiten von leckerer Pasta und Pizza: Al Dente-Chef Giuseppe Belladini (links) und sein Sohn Fabricio. © Dietmar Thomas

Döbeln. Normalerweise empfängt Giuseppe Belladini seine Gäste persönlich. Mit echt italienischem Charme geleitet er sie an die Tische und ist im Döbelner Restaurant „Al Dente“ immer präsent. Mit seiner Präsentation der Speisen sorgt er dafür, dass der Besuch beim Italiener am Sternplatz zum kulinarischen Erlebnis wird. Normalerweise brummt die Gaststätte. Gerade an den Feiertagen oder am Wochenende. Jetzt steht er mit seinem Sohn Fabricio allein in der Küche, bereitet die eine oder andere Bestellung zu. Die sechs Angestellten sind in Kurzarbeit.

Umsatzeinbruch durch Corona

Ab und an kommt ein Kunde vorbei, holt die bestellten Speisen ab. Es herrscht Totenstille im „Al Dente“ im Gegensatz zum normalen Betrieb. „Es ist nicht gut, es fehlen die vielen Kunden. Dadurch ist der Umsatz schon im März eingebrochen und vom April brauchen wir gar nicht reden“, sagt Giuseppe Belladini, der seit zehn Jahren in Döbeln sein Restaurant betreibt. „Ich achte auf Qualität und habe Spaß daran, solche Speisen wie Pasta mit Parmesan, Feuer und schwarzen Trüffeln, frische Dorade, Lup de Mare, Baby-Calamaris und andere Spezialitäten zu präsentieren“, sagt der Gastwirt und fügt an: „Spargel und Pfifferlinge haben wir in dieser Jahreszeit immer viel verkauft. 

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Doch wem soll ich das jetzt verkaufen?“ So darf er zwar von 11.30 bis 14 Uhr und von 17 bis 20 Uhr für seine Kundschaft kochen, doch zufrieden ist er mit der Mitnahme oder Lieferlösung keinesfalls. Es sei in der Assiette nicht das Gleiche, als wenn das Essen auf dem Teller serviert würde. „Hier sitzt du am Tisch, bekommst du einen richtigen Teller, einen Service und warme Gerichte. Bei der Abholung ist die Soße rechts oder links im Auto, die Frau telefoniert, das Kind weint, der Tisch ist noch nicht fertig gedeckt...“, sagt Belladini und hadert mit der Situation: „Es ist das gleiche Essen, aber dennoch nicht das, was es sein soll.“ 

Entsprechend wundert er sich nicht über das derzeit überschaubare Interesse und hofft, dass es bald wieder richtig losgehen kann. Glauben kann er daran noch nicht. „Es wird Schritt für Schritt wieder beginnen. Die Tische werden im Wechsel besetzt werden dürfen, um die Abstände einzuhalten. Vielleicht wird uns ab 15. oder ab 21. Mai grünes Licht gegeben“, sagt der aus Kalabrien stammende Gastronom, der vor seiner Döbelner Zeit bereits 25 Jahre in Berlin gearbeitet hat.

>>>Über die Ausbreitung des Coronavirus und über die Folgen in der Region Döbeln berichten wir laufend aktuell in unserem Newsblog.<<<

Dabei hofft er zumindest, sein Restaurant dann nicht nur bis 18 Uhr, sondern normal öffnen zu dürfen. Das Abendbrot gehe ab 18 Uhr los, das größte Geschäft sei einfach abends, erklärt Belladini. „Wir versuchen, weiter zu kämpfen. Auch mithilfe meiner Jungs, meiner Familie, die ich Gott sei Dank hier habe“, sagt der Italiener. Nur deshalb könne er sein komplettes Angebot zum Mitnehmen anbieten. Erst einmal bis 3. Mai, dann wolle er einmal schauen, was kommt. Eines wünscht sich Giuseppe Belladini nach der Corona bedingten Schließung aber auf jeden Fall: Dass die Normalität schnell einkehrt und er seine „lieben, sehr guten Gäste“ wieder begrüßen kann.

„Von denen leben wir und deshalb versuchen wir alles zu kochen, was die verlangen. Natürlich frisch. Was nicht mehr frisch ist, wird nicht verkauft“, sagt der Wirt und verrät, dass er länger in Döbeln bleiben wird. „Ich habe bis 2026 gepachtet mit der Option auf 2036. Dann hoffe ich, dass meine beiden Jungs das Geschäft weiterführen werden.“

Normalität ist größter Wunsch

In Döbeln fühlt sich Giuseppe Belladini mit seiner Familie mittlerweile heimisch. „Die Döbelner und die Sachsen sind sehr nette Menschen. Es ist fast wie in Italien, denn ich kenne hier viele Leute. Und wo ich arbeite und mein Brot verdiene, da ist meine Heimat“, sagt er.

Dennoch sei es nicht einfach, die derzeitige Situation durchzustehen. Viele Rechnungen wären offen, wobei die 9.000 Euro Soforthilfe von der Politik helfen würden, zumindest die laufenden Kosten zu decken. „Du hast sehr gut gearbeitet und konntest mit einem großen Löffel essen. Jetzt isst du erst mal mit kleinem Löffel“, sagt Belladini nachdenklich, wobei er auch schon in seiner Zeit als Gastronom in Berlin immer wieder kämpfen musste. das tun er und sein Team nun auch wegen Corona in Döbeln, um unbeschadet aus der Krise herauszukommen.

Für all diejenigen, die derzeit zu Hause sitzen, aber auf dem Küchentisch doch etwas Abwechslung wollen, hat Giuseppe Belladini ein leckeres, in etwa zehn Minuten zuzubereitendes Rezept parat: Pasta alla Funghi. „Es gibt viele schmackhafte Gerichte in der italienischen Küche, aber dieses ist zudem einfach zuzubereiten“, verrät der Al Dente-Chef, dem die Freude, selbst am Herd zu stehen und die Pasta zu kochen, förmlich anzusehen ist.

Pasta alla Funghi

  • Zutaten: Zutaten: Zwiebeln, Butter, Champions (frisch), Sahnesoße, Bratensoße, Salz, Pfeffer, Petersilie, Olivenöl, Linguine von Barilla (eckige Spaghetti).
  • Zubereitung: Die Zwiebeln werden in Butter angebraten und die geschnittenen Champions dazugegeben und mitgebraten. Abschmecken mit Salz, Pfeffer und Olivenöl, dazu Sahnesoße und etwas Bratensoße für den Geschmack geben. Die unterdessen gekochten Spaghetti dazugeben und in einer Wokpfanne durchmischen. Nochmals abschmecken und mit Petersilie garniert auf dem Teller anrichten.

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