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Mit Plaketten und Protest für Erhalt des Tierparkes

Den Tierpark ab 2005 schließen oder fünf hauptamtliche Kräfte der Feuerwehr entlassen, so steht es im Streichkonzept der Stadt Zittau. Doch gegen diese Milchmädchenrechnung formiert sich zunehmend Protest. Auch die Tierparkfreunde machen mobil.

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Von Angelika Hoyer

Über 5 000 Unterschriften stehen mittlerweile auf den Listen, die der Förderverein „Freunde des Zittauer Tierparkes“ ausgelegt hat. Auch Monika Berker setzt Namen und Anschrift auf das Papier, in dem es um den Erhalt der Einrichtung geht. Für ihre Familie gehört der Bummel durch den Park mindestens in jeder Jahreszeit einmal zu den Familienaktivitäten. „Unser Junge war auch schon zum Unterricht im Grünen mit der Klasse hier“, sagt die Zittauerin, die sich die Stadt ohne den Tierpark einfach nicht vorstellen kann.

Wie ihr geht es vielen Menschen der Region. Über 130 sind inzwischen im Förderverein „Freunde des Zittauer Tierparkes“. Vereinsvorsitzender Mathias Jacob erinnert sich noch gut, wie 1993 schon einmal Schließungspläne diskutiert worden sind. Damals gab es auch das Ansinnen, das der Verein den Tierpark betreiben solle. „Doch wir können als Ehrenamtliche keine Einrichtung wie den Tierpark betreiben“, sagt der Vereinschef. Das sei auch jetzt keine Alternative. Mit unzähligen Arbeitsstunden, jährlich rund 200 000 Euro an Mitteln und viel Engagement begleiten die Vereinsmitglieder seither den Tierpark. Dass es im Rahmen jetziger Sparzwänge Feuerwehr oder Tierpark heißt, ist ihm völlig unverständlich. „Ich verstehe nicht, wie man über eine Schließung diskutieren kann, während in der Kernverwaltung kein Arbeitsplatz abgebaut wird“, sagt er. Mit Plaketten zur Erhaltung des Tierparkes wollen die Vereinsmitglieder heute gegen die Pläne der Stadt vor dem Rathaus mobil machen.

Unterstützung kommt auch von der Deutschen Tierparkgesellschaft. Deren Präsident Gert Emmrich erinnert in einem offenen Brief Oberbürgermeister Arnd Voigt daran, dass Tierparks in die Aufgabenbereiche Kultur, Bildung und Freizeit fallen und schon lange keine Belustigungs- und Kuriositätenkabinette mehr sind. „Zum Ansehen einer Stadt“, schreibt er, „gehören in hohem Maße auch die Freizeitangebote der Kommunen“. Die Gesellschaft plädiert an den OB, sich für die Erhaltung des Tierparkes einzusetzen und nicht kurzfristig zu denken und zu entscheiden.

Derzeit ist der Zittauer Tierpark ein Regiebetrieb der Stadt mit neun Mitarbeitern und die Lohngelder sind der größte Finanzposten. Ob in dieser Form oder unter einer anderen Trägerschaft, immer aber wird die Einrichtung, die rund 55 000 Besucher jährlich zählt, auf Zuschüsse angewiesen bleiben. Von den Stadträten erwarten die Freunde des Tierparkes heute, dass die Problematik diskutiert und die Schließungspläne zurückgenommen werden.