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Mit Radon die Privatzahler anlocken

Um das Prädikat Kneipp-Kurort bemühen sich die Altenberger schon seit einigen Jahren. Noch attraktiver wird ein Kurort jedoch, wenn er über ein eigenes Kurmittel verfügt. Deshalb will die Stadt Altenberg...

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Von Barbara Breuer

Um das Prädikat Kneipp-Kurort bemühen sich die Altenberger schon seit einigen Jahren. Noch attraktiver wird ein Kurort jedoch, wenn er über ein eigenes Kurmittel verfügt. Deshalb will die Stadt Altenberg in einer Studie das Vorkommen von Radon auf dem Gemeindegebiet ermitteln lassen – Fördergelder sind beantragt.

Auch plant Bürgermeister Thomas Kirsten, der Arbeitsgemeinschaft Radonbäder beizutreten. „In den USA werden 40 Prozent des Geldes für Gesundheit ausgegeben“, erklärt Kirsten. Und in Deutschland sei eine Zunahme der Privatzahler zu erwarten. Auch die Behandlung mit Radon wird nur manchmal von Krankenkassen übernommen. Schickt die AOK beispielsweise jemanden zur ambulanten Vorsorge in die Kur, zahlt die Kasse kurortspezifische Anwendungen wie Radonheilbäder.

Dasselbe gilt auch bei stationären Aufenthalten zur Gesundheitsvorsorge und für Rehabilitationen. Katja Humming ist in Dresden bei der AOK Fachberaterin für Rehabilitation und unkonventionelle Behandlungsmethoden. Sie sagt: „Gönnt sich jedoch jemand privat ein Radonbad, muss er auch selber zahlen.“ Ambulante Behandlungen auf Rezept sind in Deutschland nur möglich, wenn der entsprechende Wirkstoff auch in den Heilmittel-Richtlinien des Bundesgesundheitsministeriums aufgeführt ist. „Darin ist Radon leider nicht enthalten. Aber wir setzen uns dafür ein“, sagt Helfried Böhme, Geschäftsführer des Sächsischen Heilbäderverbandes. Er bezeichnet Radon als ein sehr gut erforschtes Heilmittel, dessen Wirkung bereits nachgewiesen ist. „Doch das Negativimage von Uran erschwert sein Anerkennung“, vermutet Böhme. Dass Radon nicht in den Heilmittel-Richtlinien enthalten ist, habe nichts mit einem Zweifel an seiner lindernden Wirkung zu tun, erklärt Steffen Matthias, Geschäftsführer der Kurgesellschaft Schlema GmbH, die auch Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Europäischer Radonheilbäder ist. Im Schlemaer „Radiumbad“ werden die Heilkräfte des Gases schon seit knapp 100 Jahren genutzt. „Radon lindert die Schmerzen bei Rheuma- und Stoffwechselerkrankungen wie Gicht.“