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Riesa

„Mit Schlager haben wir nichts zu tun“

Der Riesaer Konzertchor singt am Wochenende im Klosterhof. Chef Peter Gierth hat dieses Jahr aber noch mehr vor.

Peter Gierth ist Vorsitzender des Konzertchores Riesa. Der lädt am Wochenende zum Klostersingen ein. Die Chorleute freuen sich dann auch über Unterstützung aus dem Publikum.
Peter Gierth ist Vorsitzender des Konzertchores Riesa. Der lädt am Wochenende zum Klostersingen ein. Die Chorleute freuen sich dann auch über Unterstützung aus dem Publikum. ©  Sebastian Schultz

Riesa. Der Klosterhof ist begehrt, das mussten Peter Gierth und die anderen Mitglieder des Konzertchores Riesa schon einmal erfahren. „Vor zwei Jahren hat es mit der Lokalität nicht geklappt“, erzählt der Vereinschef . Gierth nimmt es gelassen. „Der Klosterhof ist eben eine schöne Lokalität, das hat nicht jede Stadt.“

Wäre die Unterbrechung nicht gewesen, dann könnte der Konzertchor am Sonntag schon sein zehntes Klostersingen veranstalten. Etwas Besonderes ist der Auftritt aber sowieso immer. „Im Normalfall ist das Klostersingen auch der Abschluss vor der Sommerpause, der Höhepunkt.“ Dieses Jahr sei das etwas anders. Das liegt zum einen daran, dass der Konzertchor im Oktober noch sein 70-jähriges Bestehen feiern möchte. Zum anderen steht Ende Juni noch ein weiterer Auftritt auf dem Programm, der sich durchaus als zweiter Höhepunkt vor der Pause begreifen lässt. Dann singt der Konzertchor gemeinsam mit anderen beim Rime-Freyler-Konzert, unter anderem Beethovens Chorfantasie.

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Solche Klassiker gehören ganz ausdrücklich auch zum Repertoire des Konzertchors, betont Peter Gierth. Gleich mehrmals betont er: „Was wir machen, hat mit Schlager nichts zu tun!“ Das wird auch zum Klostersingen am Wochenende der Fall sein. Wobei der Vereinsvorsitzende im gleichen Atemzug auch sagt: „Wir singen auch moderne Lieder.“ Nur eben abseits von Pop und Schlager. Zu hören gibt es dann neben Neukompositionen auch Neubearbeitungen von Volksliedern. „In unsere Winter- und Frühlingsprogramm hatten wir zum Beispiel Texte von Eva Strittmatter aufgenommen, die von Jürgen Golle vertont wurden.“ Diesmal werde beispielsweise eine Vertonung des aus dem 17. Jahrhundert stammenden „Hab mein Wagen vollgelade“ zu hören sein – in einer Bearbeitung des zeitgenössischen Komponisten Rainer Lischka. Mitsingen sei übrigens ausdrücklich erlaubt. 

Verstärkt werden die etwa 40 Sängerinnen und Sänger von zwei weiteren Chören aus der Umgebung: dem Winzerchor aus Meißen und dem Lehrerchor aus Oschatz. Das hat Tradition, erklärt Peter Gierth. In den vergangenen Jahren hatten sich die Riesaer auch schon Gäste aus Zittau, Hamburg oder Leipzig eingeladen. Die Kontakte seien meistens auf den jährlichen Vereinsreisen entstanden. „Da ist unser Ansporn dann auch, ein Konzert aufzuführen“, sagt Gierth, „das ist nicht nur Kaffeefahrt.“ In den vergangenen Jahren reiste der Chor auch in die Partnerstädte Riesas – zumindest in die europäischen. „Bis nach China, das ist für uns nicht zu stemmen.“ 

Vom Lagerfeuer in den Chor

Der Vereins-Chef selbst kam erst vor einigen Jahren zum Konzertchor, der zu DDR-Zeiten noch vom Rohrkombinat getragen wurde und sich nach der Wende dann als eingetragener Verein ausgliederte. „Wie das eben so ist: Man sitzt am Lagerfeuer und singt laut und etwas schief mit“, sagt Peter Gierth und schmunzelt. Und dann habe es eben geheißen: Komm doch mal zum Vorsingen vorbei. Auch heute reize ihn noch das Lernen neuer Lieder. „Und Musik bereitet mir immer schon viel Freude. Es ist ein schönes Gefühl, gemeinsam mit anderen etwas zu schaffen und neue Menschen kennenzulernen.“

Den Reiz der Musik auch den jüngeren Riesaern zu vermitteln, das werde allerdings schwieriger. „Das kulturelle Angebot ist heute unheimlich vielfältig, und da rede ich auch von dem, was in der viereckigen Kiste läuft.“ Das Publikum sei sozusagen mit dem Chor alt geworden, und es könnten schon auch einige jüngere Leute eintreten, deutet Gierth an. Wer Spaß am Singen habe, der könne einfach mal bei einer Probe vorbeischauen. „Notenkenntnisse wären schön, sind aber nicht zwingend erforderlich.“

Das Klostersingen findet am Sonntag, 23. Juni, ab 15 Uhr im Klosterinnenhof statt (Einlass ab 14.30 Uhr). Der Eintritt kostet 7 Euro, für Kinder bis zehn Jahren ist er frei. Der Hof ist trotz der Bauarbeiten am Rathausplatz aus Richtung Klosterstraße zu erreichen. Parkplätze gibt es in begrenzter Zahl in der Klosterstraße oder auf dem Parkplatz Am Technikum und am Käferberg.

Der Chor probt immer montags von 18.30 bis 20.30 Uhr im Stadtmuseum.

Kontakt: [email protected]

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