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Mit Skiern auf den Kahleberg

Der im Berg- & Naturverlag erschienene „Skitourenführer Osterzgebirge“ beschreibt zehn schöne Routen zwischen dem Mückentürmchen und Nassau.

© Peter Rölke

Von Thomas Morgenroth

Das Gewusel auf dem Schnee in der Nähe des Campingplatzes in Altenberg am 23. Februar 1986 wird der Dresdner Alfred Rölke wohl nie vergessen: Mehr als eintausend Skiläufer starteten an jenem Sonntag zu einem Massenlauf. Es war der zweite Tag des 10. Osterzgebirgslaufs, dessen Gesamtleitung in Rölkes Händen lag. Er organisierte die Veranstaltung seit den Siebzigerjahren federführend für die BSG Mikroelektronik Dresden. Mit der Unterstützung zahlreicher Helfer, die unter anderem mangels Spurschlitten die Spuren selbst treten mussten. Die Wettbewerbe am ersten Tag waren Wertungsläufe für die Serienmeisterschaft des Skiläuferverbandes der DDR und führten über 17 und 50 Kilometer. Auch da war der Andrang groß: Rölke zählte bis zu 500 Teilnehmer.

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Dr. Peter Rölke, Skitourenführer Osterzgebirge, 128 Seiten, Berg- & Naturverlag Rölke, 15,90 Euro; erhältlich u.a. in allen SZ-Treffpunkten, in Bergsportläden und im Buchhandel.
Dr. Peter Rölke, Skitourenführer Osterzgebirge, 128 Seiten, Berg- & Naturverlag Rölke, 15,90 Euro; erhältlich u.a. in allen SZ-Treffpunkten, in Bergsportläden und im Buchhandel.

Bis 1992, dann war Schluss, für Langläufer gab es nun attraktivere Wettkampforte als Altenberg. Einige der damals für den Osterzgebirgslauf angelegten Loipen, zum Beispiel am Pöbelknochen, aber gibt es heute noch. Der noch immer sportlich aktive Alfred Rölke, inzwischen 78, begab sich im vergangenen Winter dort und in der näheren Umgebung wieder einmal auf die Skier. Gemeinsam mit seinem Sohn, dem Verleger Peter Rölke, fuhr er viele gespurte Strecken ab. Die beiden Männer, gelegentlich von ihren Frauen Christa und Karin begleitet, prüften die Wege im Schnee auf ihre Schwierigkeit, ob sie also für Einsteiger oder eher für Fortgeschrittene taugen, ob schwere Abfahrten oder Anstiege zu beachten sind. Sie begutachteten aber auch die Randbedingungen entlang der Strecken wie Park- und Einkehrmöglichkeiten und außerdem die landschaftlichen Reize.

Herausgekommen ist der erste „Skitourenführer Osterzgebirge“, ein Buch, das es so bislang nicht gab, erschienen in diesen Tagen im Dresdner Berg- & Naturverlag Rölke. Zehn schöne Tagestouren, zwei davon im nahen Böhmen, sind darin ausführlich beschrieben, reichlich bebildert und mit detaillierten Karten versehen. Sie führen über Längen von acht bis vierundzwanzig Kilometern vom Mückentürmchen über Zinnwald, Kahleberg, Schellerhau und Neuhermsdorf bis Nassau und Holzhau. Die meisten sind Rundtouren, zu bewältigen in zwei bis sechs Stunden.

Das Buch bietet freilich viel mehr als nur die reinen Fakten zu den Strecken. Es ist zugleich ein lesenswertes Nachschlagewerk über die Region und den Wintersport geworden. Mit interessanten Exkursen in die Geschichte, zu Kulturdenkmalen, zu Sehenswürdigkeiten und Besonderheiten der Natur. Diese wertvollen Ergänzungen sind ja inzwischen ein Markenzeichen der Wander- und Naturführer von Peter Rölke. Der passionierte Kletterer hat sich zum Beispiel sehr ausführlich mit der Sächsischen und Böhmischen Schweiz befasst.

Nun widmet sich der 48-Jährige erstmals dem Wandern auf Skiern, aber auch das ist ihm nicht fremd. Schon als Jugendlicher half er seinem Vater beim Osterzgebirgslauf: Er zählte die Runden beim Wettbewerb der Männer. Dreimal mussten sie die 17,5 Kilometer bewältigen.