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Mit Speck fängt man nicht nur Mäuse

Passend zum kalten Herbstwetter lud die KALEB-Kontaktstelle Sebnitz Kinder ein zum Mäusefest. Und weil die SZ wissen wollte, was ein Mäusefest eigentlich ist, schauten wir mal vorbei.

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Von János Joó

Eigentlich hatte Sigrun Horschig nur ein Heftchen mit Ideen für ein Mäusefest gefunden. Und da die eigenen Kinder nicht so recht Lust darauf hatten die Spiel- und Bastelideen auszuprobieren, brachte die KALEB-Mitarbeiterin das Mäusefest halt nach Sebnitz.

Doch so viele Mäuschen fanden sich gar nicht zum Fest ein. Nur fünf Kinder kamen in die Kontaktstelle in der Schandauer Straße. Das hatte zur Folge, dass zur Begrüßung selbst sangesunwillige SZ-Reporter unter Aushebelung jeglicher Pressefreiheit zum Mitsingen „gezwungen“ wurden.

Zur Gitarre wurde dann mal nicht die altbekannte Affenbande, sondern eine Mäusesippe auf der Suche nach Speck durch den Wald gejagt. Aber das Problem, Kinder für eine Veranstaltung zu begeistern, kennen Sigrun Horschig und Gudrun Hése. Selbst wenn die Kinder eigene Vorschläge machen, heißt das noch lange nicht, dass sie dann auch zahlreich erscheinen. Die beiden ABM-Kräfte arbeiten jeweils für ein halbes Jahr bei der Kooperative Arbeit Leben Ehrfürchtig Bewahren (KALEB). Die hat sich unter anderem auf die Fahnen geschrieben, für Kinder da zu sein und deren Freizeit zu bereichern. Und so setzte sich der Nachmittag ganz im Zeichen kleiner, grauer Nagetiere fort.

Unter anderem galt es durch gezieltes Pusten, süße Speckstücke aus Schaumgummi zu ergattern. Ein Würfelspiel rund um eine Riesenmaus, gespickt mit verschiedenen lustigen Aufgaben, sorgte für Stimmung, auch wenn es einige Hänger gab. Ein Lied zum Vorsingen fiel den Kindern auf Anhieb nicht ein und es dauerte etwas bis die zehn bis fünfzehnjährigen Kinder sich einen Witz überlegt hatten, der auch jugendfrei war.

Großer Höhepunkt war dann die Jagd nach dem Mäuseschatz. Überall im Haus waren Hinweise versteckt, die letztendlich zum Schatz führen sollten. Und da „überall im Haus“ auch die Kasse des benachbarten Lebensmittelladens einschloss´, jedoch nicht bedacht wurde, dass das Personal an der Kasse auch mal wechselt, wurde eine nichts ahnende Kassierin von den Schatzjägern überfallen.

Nachdem aber dann die eingeweihte Kollegin weiterhalf, wurde der Schatz aus Süßigkeiten schließlich im Büro nahe des Ausgangspunktes der Jagd entdeckt.

Stärkung war jetzt unbedingt notwendig. Eine mäusetypisch dekorierte Tafel war hergerichtet. Neben gebackenen Teigmäusen mit Mandeln, warteten auch leckere Negerküsse mit Mauseohren und natürlich echte Käsespieße auf die ausgehungerten Kinder. Eine kleine Ruhepause für die beiden Frauen, denn für den Rest des Herbstnachmittags waren noch mehr Spiele und Basteleien bei dem Verein KALEB in Sebnitz eingeplant.