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Mit spitzen Nadeln gegen den Schmerz

Ein junger Facharzt bietet jetzt am Klinikum in Ebersbach Akupunktur an. Bei einem Info-Abend erklärt er, wie das geht und für wen es sich eignet.

Von Romy Kühr

Viel braucht Bernd Brenner nicht für seine Arbeit. Eine Behandlungsliege und die Akupunkturnadeln im Schrank genügen dem Arzt als Ausstattung. Im Klinikum in Ebersbach betreibt der 36-Jährige seit Kurzem eine Praxis für Akupunktur. Erste Patienten hat er bereits behandelt, das neue Angebot muss sich aber noch herumsprechen. Dabei kann Bernd Brenner sogar Patienten aus Tschechien behandeln. Der Arzt spricht tschechisch, denn er lebt selbst in Rumburk.

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Herr Brenner, wie kamen Sie auf das Thema Akupunktur?

Ich bin seit sieben Jahren als Anästhesist im Krankenhaus angestellt. Mit dem Thema Akupunktur kam ich das erste Mal auf einer Fortbildung in Berührung. Dort ging es um Schmerztherapie und dabei wurde auch die traditionelle chinesische Methode der Akupunktur vorgestellt. „Das hat mich sehr fasziniert“, sagt Bernd Brenner. Er absolvierte eine Zusatzausbildung, die zwei Jahre dauerte. Dann entstand die Idee, das Ganze auch praktisch anzuwenden. Mein Arbeitgeber war dem gegenüber aufgeschlossen. Für meine neue Praxis kann ich Räume im Ebersbacher Krankenhaus nutzen. Sie wurde Anfang des Monats eröffnet. Die ersten Patienten waren auch schon da. Was ist Akupunktur überhaupt?

Die Akupunktur ist ein Teilgebiet der traditionellen chinesischen Medizin. Sie ist über 2 000 Jahre alt. Das Interessante daran ist, dass der Mensch ganzheitlich betrachtet wird. Es geht nicht nur darum, die Symptome zu bekämpfen, zum Beispiel Schmerzen. Das Prinzip der chinesischen Medizin ist, den Körper in Harmonie zu bringen. Ich betrachte viele Faktoren. Grundlage der Behandlung ist deshalb ein ausführliches Erstgespräch, für das man anderthalb Stunden einplanen sollte. Es ist eine sehr individuelle Therapie. Man nimmt sich viel Zeit. Ich untersuche den Patienten natürlich auch körperlich. Anschließend folgt die erste Behandlung mit Nadeln.

Wie kann man sich das vorstellen?

Durch die Reizung verschiedener Punkte auf der Körperoberfläche kommt der Körper wieder ins Gleichgewicht. Das mache ich mit den Nadeln, die unterschiedliche Größen haben. Die Nadeln bleiben eine Weile am Körper, etwa 20 bis 30 Minuten. In dieser Zeit bleibt der Patient hier liegen, kann entspannen und ausruhen. Auch das finde ich wichtig.

Für wen oder für welche Krankheitsbilder ist Akupunktur geeignet?

Die Akupunktur hilft bei vielen Symptomen und Krankheitsbildern. Am meisten bewährt hat sie sich bei Problemen mit dem Bewegungsapparat – zum Beispiel Bandscheibenvorfällen oder Knieproblemen – und bei Schmerzen. Aber auch bei Hauterkrankungen, Allergien oder sogar Suchtproblemen kann Akupunktur helfen. Bei Letzterem kann man zum Beispiel die Willenskraft verstärken, damit der Betroffene beim Entzug durchhält. Insgesamt sehe ich die Akupunktur als Ergänzung zur Schulmedizin und anderen Behandlungen, wie zum Beispiel Physiotherapie.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für Ihre Behandlung?

Derzeit müssen Patienten die Leistungen selbst bezahlen. Damit die Krankenkassen Kosten übernehmen, brauche ich für meine Praxis eine Ermächtigung von der Kassenärztlichen Vereinigung. Die ist beantragt. Aber das ist ein langwieriger Prozess. Man muss viele Bedingungen erfüllen. Ich rechne damit, dass ich im Laufe des kommenden Jahres die Ermächtigung erhalten könnte. Weil es sich um eine Privatpraxis handelt, braucht auch niemand eine Überweisung vom Hausarzt. Jeder kann selbst einen Termin vereinbaren. Wenn bereits Befunde vorliegen, zum Beispiel vom Orthopäden, ist es gut, diese mitzubringen.

Infoveranstaltung zum Thema Akupunktur und zur neuen Praxis: 27. September, 18 Uhr, Konferenzraum Kottmarblick im Klinikum Ebersbach

Kontakt zur Akupunkturpraxis:  03586 762 3124 oder [email protected]