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Mit Sprungkraft und Kreativität durch den Straßendschungel

Ein Spaziergang durch die Stadt sieht bei Marcus Schwarze anders aus, als bei normalen Menschen. Den Weg von A nach B bewältigt der 20-Jährige mit viel Akrobatik, so manchem kühnen Sprung und manchmal sogar mehr in der Luft als auf der Erde.

Ein Spaziergang durch die Stadt sieht bei Marcus Schwarze anders aus, als bei normalen Menschen. Den Weg von A nach B bewältigt der 20-Jährige mit viel Akrobatik, so manchem kühnen Sprung und manchmal sogar mehr in der Luft als auf der Erde. „Parkour“ heißt die Leidenschaft, die den Bautzener seit drei Jahren fesselt. Dabei geht es darum, Wege im städtischen aber auch ländlichen Raum mit Eleganz und Effizienz zu überwinden. Mauern werden überwunden, auf einem Zaun wird balanciert oder ein Abgrund übersprungen – je nach persönlichem Können. Dabei gibt es immer mehrere Möglichkeiten ins Ziel zu kommen.

Marcus ist durch Zufall auf diese Art von Sport gestoßen. „Ein Freund hat mir ein selbstgedrehtes Video gezeigt“, sagt er, „das hat mich begeistert.“ Sofort begann er mit dem zeitaufwendigen Training, bei dem es um weit mehr als um halsbrecherische Sprünge und spektakuläre Stunts geht. Es geht um Fitness, Körperbeherrschung und Balance. „Vor dem ersten Sprung aus zwei Metern Höhe ist mindestens ein Jahr Training notwendig“, sagt Marcus. Daher ist er zusammen mit seinem Team „move! Parkour Bautzen“ mehrmals in der Woche in Bautzen rund um den Theaterplatz, in Parks oder in Parkhäusern unterwegs. Auf die Sicherheit legt er dabei besonderen Wert. „Ein verpatzter Sprung oder eine unsaubere Bewegung können im Krankenhaus enden“, sagt er.

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Dabei ist „Parkour“ für Marcus schon lange nicht mehr nur Sport und Hobby. „Es ist zur Lebenseinstellung geworden, die mich jeden Tag begleitet“, sagt er. Dabei reizt ihn besonders, dass es nicht nur die tatsächlich vorhandene Wegstrecke ist, die er überwindet. „Auch die eigenen Grenzen im Kopf werden überwunden und die körperliche Fitness gesteigert“, sagt er.

Jetzt Start ins Studium

Neben „Parkour“ treibt Marcus noch anderen Sport. Besonders vom Laufen ist er begeistert. Mit siebzehn Jahren lief er seinen ersten Marathon. Wenn Marcus mal keinen Sport treibt, beschäftigt er sich mit Physik oder dem Schreiben von Kurzgeschichten. Beruflich startet Marcus gerade ein Studium der Elektrotechnik an der FH Zittau und forscht in der Kernphysik. „Parkour“ soll dabei auch weiterhin sein Leben bestimmen. Denn auch in Zittau gibt es interessante Wege, die er mit Sprungkraft und Kreativität überwinden kann.

Berühmt und erfolgreich will er damit jedoch nicht werden. Zwar will sich Marcus eines Tages so geschmeidig bewegen wie die Profis und trainiert dafür hart. „Einen Sprung aus über zehn Metern Höhe muss ich aber nicht durchziehen“, sagt er, „es ist nicht der Wettbewerb, der mich reizt, sondern die Herausforderung, immer neue Wege zu einem Ziel zu finden.“

www.parkour.de