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Mit Tschechien klappt’s schon

Es war eine große Runde, die die IHK zur Konventa zusammengetrommelt hatte. Wie man sich schon jetzt auf die bevorstehende EU-Osterweiterung vorbereiten kann und muss, stand im Mittelpunkt der Debatte....

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Von Rolf Hill

Es war eine große Runde, die die IHK zur Konventa zusammengetrommelt hatte. Wie man sich schon jetzt auf die bevorstehende EU-Osterweiterung vorbereiten kann und muss, stand im Mittelpunkt der Debatte. Dabei konnte man sich auch auf praktische Beispiele der Zusammenarbeit beziehen.

SSL Eibau zufrieden mit tschechischem Zulieferer

„Wir arbeiten schon seit mehreren Jahren erfolgreich mit einem tschechischen Unternehmen der Zulieferer zusammen“, berichtete das Eibauer unternehmen SSL Maschinenbau. „Was Pünktlichkeit und Qualität anbelangt, können wir uns nicht beklagen. Erst dieser Tage haben wir die Erweiterung dieser Beziehung auf neue Produkte besprochen.“

Dass man schon durch bereits bestehende Geschäftsbeziehungen nach Deutschland für die EU-Erweiterung gerüstet ist, bestätigte Dr. Zdenek Durt, Geschäftsführer der Firma Kooptron s. r. o. aus Liberec (Reichenberg). Diese liefert vor allem elektronisch bestückte Leiterplatten für den Modellbahnhersteller Tillich. „Wir haben anfangs etwas Schwierigkeiten gehabt mit den strengen Qualitätsansprüchen unserer deutschen Partner“, räumt er ein, „aber das ist Vergangenheit.“ Tatsächlich kann der Betrieb inzwischen auf das TÜV-Siegel für Management Service und ähnliches tschechisches Qualitätszertifikat verweisen. „Ich wäre glücklich, wenn wir statt der immer noch etwa 30 Seiten Papier — einschließlich Zollerklärung — für jede Lieferung nur noch eine ganz gewöhnliche Rechnung auszuschreiben bräuchten“, sagt Dr. Durt. „Außerdem hoffe ich auf die B 178. Das ist für unsere Zusammenarbeit eine ganz wichtige Sache.“

Doch nicht nur im unmittelbar produzierenden Gewerbe will man künftig enger zusammenarbeiten, sondern auch auf dem Gebiet grenzüberschreitender Freizeitgestaltung, Erholung und des Tourismus. Das bekräftigte Gernot Heinrich, Betreiber der Sommerrodelbahn in Oderwitz und Vertreter des vor fünf Jahren gegründeten Vereins „Freizeitknüller der Oberlausitz“. Die Euroregion Neiße sei schon jetzt eine Einheit, und da müsse man doch auf diesem Gebiet ebenso miteinander kooperieren wie in der Wirtschaft, meinte er.

Deshalb sei er froh, in Milos Vajner, dem Geschäftsführer des Einkaufs- und Erholungszentrums Babylon in Liberec (Reichenberg), einen sehr aufgeschlossenen Partner gefunden zu haben. Die Kontakte sind inzwischen soweit gediehen, dass das Babylon kurz vor der Aufnahme als Vollmitglied in den Verein steht. Das wurde am Ende der Diskussionsrunde offiziell noch einmal in Form einer Willenserklärung bestätigt. Man würde ja auch gern Polen mit einbeziehen, bekräftigte Gernot Heinrich. Entsprechende Gespräche habe es auch schon mehrfach gegeben, aber sie seien bislang immer ohne Ergebnisse ausgegangen.

Vallentin spricht sich für weitere Projekte aus

Landrat Günter Vallentin liegt die grenzüberschreitende Zusammenarbeit auch am Herzen,, schließlich kommt er mit Ostritz aus einer Grenzstadt. „Es ist aus meiner Sicht schon viel erreicht worden.“ Allerdings handele es sich oftmals um zarte Pflänzchen, die unbedingt der weiteren Hege und Pflege bedürfen. Das reiche von der Sprachkompetenz bis hin zur Kenntnis der im Moment noch sehr unterschiedlichen Gesetze und Rechtsvorschriften.

Dabei hob er sowohl die grenzüberschreitenden Schulen in Hartau und Jonsdorf sowie den deutsch-polnischen Kindergarten in Ostritz hervor. Aber das allein, betonte Vallentin, reiche eben nicht.