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Mit Vierbeinern für Olympia werben

Jeder will Olympia und jeder will nach Moritzburg. Dafür ist jedes Werbe- und jedes Fortbewegungsmittel recht. Trotzdem kann der Traditionsbahnverein Radebeul getrost von sich behaupten, eine besonders ausgefallene Idee zu haben.

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Von Katja Solbrig

Jeder will Olympia und jeder will nach Moritzburg. Dafür ist jedes Werbe- und jedes Fortbewegungsmittel recht. Trotzdem kann der Traditionsbahnverein Radebeul getrost von sich behaupten, eine besonders ausgefallene Idee zu haben. Er schickt am Sonntag einen Pferdetransport auf schmalen Schienen in den möglichen Olympia-Ort. Solch eine Ladung hatte das Bähnlein seit vielen Jahrzehnten nicht. „Genau können wir den letzten Pferdetransport nicht mehr datieren“, sagt Rainer Fischer, der zweite Vorsitzende des Traditionsvereins.

Am Sonntag, 11.10 Uhr, sollen die Vierbeiner vom Bahnhof Friedewald auf die Reise geschickt werden. Für das Abladen – laut Plan sechs Minuten später – hat man sich Prominenz und Öffentlichkeit bestellt. Die Bürgermeister von Radebeul und Moritzburg haben zugesagt.

Das Verladen wird den Fachleuten überlassen

Das Einladen wollen die Herren der Schmalspurbahn aber lieber unauffällig und allein probieren. „Wir wissen ja nicht, ob die Pferde rumzicken werden, wenn sie in die Wagen sollen“, erklärt Rainer Fischer, warum die Aktion möglichst unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden soll.

Denn so interessiert das Landgestüt Moritzburg an der Werbeveranstaltung ist, seine edlen Rassetiere wollte es dafür doch nicht hergeben. Verständlich irgendwie, beschreibt Fischer die Waggons doch als „neun Meter lange Holzkisten mit Dach drauf.“ Also organisiert der Dresdner Pferdesportverein die Rösser und das Verladen. Bahnfachmann Fischer überlässt Letzteres gern den Fachleuten.

Reisende können sich auf einen Zugüberfall freuen

Die Tiere sind aber nicht das einzigen, was an diesem Sonntag auf die Gleise gebracht wird. Um 11.30 Uhr und 14 Uhr starten vom Bahnhof Radebeul-Ost außerdem Karl-May-Züge nach Moritzburg. Und, eigentlich untypisch für Verbrechen gegen das öffentliche Transportwesen, die historisch Reisenden dürfen sich jetzt schon auf jeweils einen Zugüberfall freuen. Die Banditen werden aber nicht Amerikanisch nuscheln sondern Sächsisch reden, verbindet doch den Traditionsbahnverein eine gute jahrelange Zusammenarbeit mit der Wildwest-Gruppe der Meißner Schützen.

Hin- und Rückfahrt kostet für Erwachsene elf Euro; Reservierung sind möglich unter der Telefonnummer 0351/46 14 80 01.