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Mit wachen Augen unterwegs

Der Hoyerswerdaer Fotostammtisch hat sein 15-jähriges Bestehen gefeiert.

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Die Riesenbank am Aussichtspunkt in Welzow-Süd bei Spremberg mit dem Spruch „Auch bei uns sitzen Sie nicht in der zweiten Reihe“ zählt zu den Orten, an denen sich der Fotostammtisch bereits getroffen hat.
Die Riesenbank am Aussichtspunkt in Welzow-Süd bei Spremberg mit dem Spruch „Auch bei uns sitzen Sie nicht in der zweiten Reihe“ zählt zu den Orten, an denen sich der Fotostammtisch bereits getroffen hat. © Foto: Peter Radke

Von Katrin Demczenko

Hoyerswerda. Seit 15 Jahren beobachtet der Fotostammtisch der KulturFabrik (KuFa) Hoyerswerda die Entwicklung der Stadt sowie der Lausitz und zeigt seine Arbeiten in vielbeachteten Ausstellungen. Zu dieser losen Gruppe gehören etwa 20 zumeist Hobbyfotografen vom jungen Erwachsenen bis zum Rentner, die immer wieder mit ihren Kameras Veränderungen aufspüren und festhalten.

Sie fotografierten zum Beispiel in der leergeräumten „Knochenmühle“, der ehemaligen Orthopädie-Abteilung des Lausitzer Seenland Klinikums, bevor diese zum Wohnhaus umgebaut wurde. Den Tagebau Welzow sowie die neu entstehenden Seen in der Lausitz entdeckten sie auf Fotosafaris, und der Abriss der Freitreppe der alten KuFa am Markt wurde dokumentiert, erzählte der professionelle Fotograf Peter Radke. Damit begann der Umbau dieses Hauses zum modernen Bürgerzentrum Braugasse 1.

Der Fotostammtisch trifft sich dort jeden ersten Mittwoch im Monat um 18 Uhr und beging vorgestern im Café „Auszeit“ sein Jubiläum. Roland Sängerlaub, der Mitgründer der Gruppe, erzählte von großen KuFa-Veranstaltungen wie dem KunstLandStrich, dem Liederfest Hoyschrecke und der Picknickwiese an der Orange Box, die sie gern mit der Kamera begleiten. Danach dürfen die Fotografen ihre Arbeiten immer öffentlich zeigen und erhalten große Resonanz, beschrieb er das funktionierende Miteinander. Für die KuFa und das Buch- und Musikhaus Sygusch sind auch Kalender entstanden.

Roland Sängerlaub erinnerte an die Anfänge des Fotostammtischs, als die monatlichen Treffen noch im Hackerstübl stattfanden und der Wechsel von der analogen zur digitalen Fotografie viele Fragen aufwarf. Zusammen entdeckten die Teilnehmer die neuen technischen Möglichkeiten ihrer Fotoapparate und eigneten sich die Bildbearbeitung am Computer an. Sie besprachen auch die Grundlagen eines guten Fotos, wozu eine tragfähige Idee, der Bildaufbau und die Arbeit mit dem Licht gehören. „Hier ist der Fotograf Peter Radke zu würdigen, der mit seinem großen Fachwissen bei allen hohe Anerkennung genießt“, sagte Roland Sängerlaub. Die Teilnehmer beurteilen gegenseitig ihre Arbeiten in Farbe und Schwarz-Weiß, um voneinander zu lernen und die besten Aufnahmen für ihre jährlich selbst organisierten ein bis zwei Ausstellungen auszuwählen. Diese waren unter anderem schon im Lausitz-Center, im Lichthof des Rathauses am Markt, in der Volkshochschule aber auch in Huittinen, der finnischen Partnerstadt von Hoyerswerda zu sehen.

Der heutige Stadtrat Detlef Degner, der anfangs zum Fotostammtisch gehört hat, würdigte die in der Gruppe gelebte Gemeinschaft. Er wünscht sich für Hoyerswerda mehr Imagepflege, damit die Stadt ihre positiven Seiten besser vermarkten kann. Dazu wird auch nächstes Jahr der Fotostammtisch beitragen, denn er will seine besten Aufnahmen wieder in einer Ausstellung präsentieren, teilte Peter Radke mit.