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Radeberg

Mit Wasserstoff-Loks nach Radeberg?

Der VVO schreibt die Strecken von Dresden nach Kamenz und Königsbrück neu aus. Darin überraschen einige Details.

Zwischen Dresden, Radeberg und Kamenz wird derzeit der Einsatz von Wasserstoffzügen geprüft. Im Leipziger Hauptbahnhof legte ein solcher Zug bei einer Probefahrt einen Stopp ein.
Zwischen Dresden, Radeberg und Kamenz wird derzeit der Einsatz von Wasserstoffzügen geprüft. Im Leipziger Hauptbahnhof legte ein solcher Zug bei einer Probefahrt einen Stopp ein. © Archivfoto: Sebastian Willnow

Der Verkehrsverbund Oberelbe (VVO) hat die Zugstrecken Dresden-Radeberg-Kamenz, Dresden – Ottendorf-Okrilla – Königsbrück sowie ins Müglitztal, nach Sebnitz und nach Altenberg ausgeschrieben. Bahnunternehmen werden aufgefordert, ihre Angebote einzureichen. Es geht um den Zeitraum 2021 bis 2031.

Derzeit werden die Strecken von der Transdev-Gruppe unter dem Markennamen Mitteldeutsche Regiobahn betrieben. Nach der Insolvenz der Städtebahn Sachsen hatte es eine Notvergabe an dieses Unternehmen gegeben „Das Vergaberecht erlaubt bei einer Notvergabe lediglich einen kurzen Vertragszeitraum“, sagt Burkhard Ehlen, VVO-Geschäftsführer. „Daher sieht der Zeitplan nun vor, dass wir zur Verbandsversammlung im Sommer eine Entscheidung treffen und der Gewinner der Ausschreibung dann 18 Monate Zeit zur Vorbereitung hat.“ Der VVO-Chef sprach in dem Zusammenhang einige Verbesserungen für die Bahnkunden an. Nach seinen Angaben sieht der neue Verkehrsvertrag eine Taktverdichtung nach Kamenz vor, zum anderen eine Verbesserung des Angebotes nach Ottendorf-Okrilla. „Beide Optionen sind davon abhängig, ob wir sie finanzieren können“, sagt Burkhard Ehlen. „Wir hoffen daher auf attraktive Angebote der Unternehmen.“ Die Optionen haben zusammen ein Volumen von einer halben Million Zugkilometer jährlich.

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Vor dem Hintergrund des geplanten Anstiegs der Regionalisierungsmittel und der zusätzlichen Gelder für die Lausitz im Zuge des Kohleausstiegs sieht der VVO gute Chancen, die Angebotsverbesserungen umzusetzen, die mit den derzeitigen Finanzmitteln nicht finanzierbar sind.

Mit der Ausschreibung des Verkehrs mit Dieseltriebwagen setzt der Verbund noch einmal auf klassische Antriebstechnik. „Während der Laufzeit des Vertrages werden wir eine Entscheidung über die zukünftige Antriebstechnologie treffen“, erläutert Burkhard Ehlen. „Derzeit untersuchen wir sowohl den Einsatz von Batterie- als auch von Wasserstoffzügen und beobachten die Erfahrungen in anderen Verkehrsverbünden.“ Für den Bau der notwendigen Infrastruktur ist in der Folge ausreichend Zeit eingeplant. Mit der Ausschreibung bis 2031 wird das Dieselnetz zudem mit dem derzeit laufenden Verkehrsvertrag für die Bahnstrecken Dresden – Görlitz und Dresden – Zittau, dem sogenannten Ostsachsen-Netz, harmonisiert. „Wir sehen die Chance, beide Netze zusammenzufassen, da sie sich gut ergänzen“, so Burkhard Ehlen. „Zumal mit der geplanten Elektrifizierung der Bahnstrecke Dresden – Görlitz auch in diesem Netz neue Triebwagen benötigt werden und sich ebenfalls die Frage nach Antriebsalternativen für nicht elektrifizierte Teilstrecken stellt.“

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Nach der Insolvenz der Städtebahn Sachsen (SBS) hatte der Verkehrsverbund Oberelbe zunächst im Sommer einen umfangreichen Ersatzverkehr auf der Strecke nach Königsbrück organisiert. Dann erfolgte die Vergabe der Bahnstrecke an die MRB. Seitdem fuhren kaum Züge. Dafür waren Ersatzbusse unterwegs. Zwischen Dresden – Radeberg und Kamenz ist derzeit statt moderner Triebwagen ein Oldie-Zug unterwegs. 

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