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Mit Wintermotiv im Sommer gewonnen

Zum erstmals ausgelobten Wettbewerb „Meine Stadt und ich – Bautzen bei Nacht“ gingen 29 Fotos ein. Das Siegerbild hat schon anderswo Furore gemacht.

© Carmen Schumann

Von Carmen Schumann

Ganz überraschend kam es für Konrad Wilhelm nicht, dass er den ersten Preis beim erstmals ausgelobten Fotowettbewerb zur „Langen Nacht der Kultur“ gewann. Sein Siegerbild – eine nächtliche Winterlandschaft – hatte nämlich schon viele „Likes“ bei Facebook erhalten, wie er berichtet. Der 27-jährige Bautzener stellt seine besten Bilder regelmäßig unter der Adresse „Spreestadtfotografie“ ins Internet. Sein Bild wurde nun von der dreiköpfigen Jury, bestehend aus Jürgen Vollbrecht, dem Direktor des Museums Bautzen, Milena Vettraino, Intendantin des Sorbischen National-Ensembles, und SZ-Mitarbeiter Norman Paeth aus 29 Einsendungen zum Sieger gekürt. Alle Bilder waren während der Langen Nacht der Kultur im Sorbischen National-Ensemble ausgestellt und sind auch in den nächsten Tagen dort noch zu sehen.

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Konrad Wilhelm kam erst vor fünf Jahren zum Fotografieren. „Ich bin einfach ein großer Fan meiner Heimatstadt“, begründet er die Wahl seines Hobbys. Deshalb sei in ihm der Wunsch erwacht, alles fotografisch festzuhalten. Das prämierte Foto hat der Groß- und Einzelhandelskaufmann, der bei der Firma Wöhlk in Ebendörfel beschäftigt ist, vom Lauenturm aus aufgenommen. „Es war einer der wenigen richtig kalten Tage in diesem Winter“, erinnert er sich. Für das Foto sei er extra per Leiter auf die oberste Spitze des Lauenturms geklettert – dank guter Beziehungen zum Lauentürmer Andreas Thronicker. Es sei mindestens minus zehn Grad kalt gewesen und sehr rutschig da oben. Aber die Mühe habe sich mehr als ausgezahlt. Nicht nur, dass er mit diesem und seinen anderen Bildern bei Facebook gut ankommt, auch die Jury des Fotowettbewerbs und die Besucher des SNE konnte er damit überzeugen. Die Siegerprämie von 200 Euro will Konrad Wilhelm in die Anschaffung neuer Fototechnik investieren.

Je 100 Euro konnten die Gewinner des zweiten und dritten Preises in Empfang nehmen. Den zweiten Platz belegte Rolf Steglich, auf dessen Foto ebenfalls der Lauenturm eine Rolle spielt. Er fotografierte den Turm im Zusammenspiel mit der modernen Architektur des Kornmarkt-Centers im Licht der untergehenden Sonne. Der Jury gefiel die ungewöhnliche Perspektive und eben dieser Kontrast Alt-Neu.

Den dritten Preis konnte Thomas Christoph in Empfang nehmen. Er fotografierte die Gegend um die Fischerpforte. Bei diesem Bild gefielen die ausdrucksvollen Wolkenformationen und die ungewöhnliche Plastizität der alten Mauern, die von den alten Laternen mystisch angestrahlt werden. Die Jurymitglieder waren von den Einsendungen so angetan, dass sie sich wünschen, der Wettbewerb möge auch im nächsten Jahr wieder stattfinden.