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Mit Wissen und Offenheit gegen plumpe Sprüche

Tagesgesprächmit Susanne Kießling

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Das von der Bundesregierung aufgelegte Programm Entimon startet im August als Modellprojekt beim Internationalen Bund (IB) Hirschfelde. Was ist Entimon?

Das Programm Entimon richtet sich gegen Gewalt und Rechtsextremismus und soll jungen Menschen mehr Wissen über soziale und politische Zusammenhänge vermitteln. Sie sollen zudem damit ermuntert werden, nicht wegzuschauen. Ursprünglich auf ein Jahr begrenzt, existiert Entimon seit 2001.

Es wird aber erst jetzt in der Oberlausitz umgesetzt?

Ja, nach der Wahl in Sachsen ergab eine Analyse, dass in der Region der Hauptanteil der NPD-Wähler aus jungen Leuten bis zum 25. Lebensjahr bestand, die über keinen oder nur einen Hauptschulabschluss verfügten. Diese jungen Menschen sollen mit Entimon erreicht und zum Nachdenken angeregt werden.

Wie will der Internationale Bund an das Projekt herangehen?

Der IB verfügt über langjährige Erfahrungen zur Integration und zur Vermittlung von ethischer und politischer Bildung. So fließen auch die Unterrichtsmaterialien der IB-Kampagne „Schwarz-Rot-Bunt“ in die Aktivitäten des Modellprojektes ein. Nach dem Auftakt im August werden zunächst die beteiligten Pädagogen das nötige Wissen im Rahmen von Seminaren und Gesprächsrunden erhalten. Im nächsten Jahr beziehen wir dann die Jugendlichen in vielfältiger Form ein.

Ist das Modellprogramm lediglich eine Ergänzung für den Sozialkunde-Unterricht ?

Nicht nur, es gehören auch Exkursionen nach Auschwitz und Lidice und ein Runder Tisch dazu. Wir wollen den jungen Leuten beim Einüben von Toleranz und dem Bewältigen von Konflikten ohne Gewalt behilflich sein. Der IB ist zwar Träger des Projektes, wird das aber auch in den Förderschulen des Kreises umsetzen. Wir kooperieren zudem mit ausgewählten Mittelschulen, arbeiten mit unserer tschechischen Partnerschule Liberec zusammen.

Wenn Pädagogen oder Einrichtungen jetzt neugierig geworden sind, bei wem können sie mehr erfahren?

Wir sind ein kleines Team, dass sich mit der Umsetzung des Programms befasst. In meinen Händen liegt die Projektleitung, Roland Häbler ist auf der geschäftsführenden Strecke verantwortlich, und Petra Heidrich fungiert als Koordinatorin. Uns kann man im Hirschfelder IB unter

035843/27 60 erreichen.

Gespräch: Angelika Hoyer