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Mitarbeiter müssen gehen

Freyler entlässt 13 Produktionsarbeiter. Über die Gründe schweigt sich die Geschäftsführung aus.

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Von Dominique Bielmeier

Es ist nicht die Kündigung an sich, die ihn ärgert, sondern die Art und Weise, wie sie ausgesprochen wurde. „Man wird behandelt, als hätte man 20 Jahre lang nichts gemacht und bekommt jetzt die Quittung dafür.“ 20 Jahre – so lange war dieser Mitarbeiter, der ungenannt bleiben möchte, bei der Freyler Industriebau GmbH in Riesa beschäftigt, hat den Betrieb nach eigener Aussage mit aufgebaut. Dass er seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, liegt daran, dass die Kündigung seines Wissens noch zurückgezogen werden könne. „Aber das kann ich mir fast gar nicht vorstellen.“

So wie ihm erging es vielen seiner langjährigen Kollegen. Am 20. Januar wurden 13 Produktionsmitarbeiter der Freyler Industriebau GmbH am Standort Riesa über ihre Entlassung informiert. Das bestätigte Geschäftsführer Ruben Hacker auf Nachfrage der Sächsischen Zeitung. Über die Gründe für diese Entscheidung wollte er sich gestern nicht äußern, sprach nur vage von „internen Umstrukturierungen“.

Sein Mitarbeiter erzählt etwas anderes: „Man hat uns gesagt, wir hätten in den letzten Jahren zu viel Verlust gemacht, also müsse man Personal abbauen.“ Schon im Dezember hätten Mitarbeiter gehen müssen. Im Bürobereich wurden zwei Angestellte entlassen, wie auch Hacker auf Nachfrage zugibt. Doch auch zu den Gründen hierfür schweigt er.

Für den Mitarbeiter ist die Entscheidung des Unternehmens nicht nachvollziehbar. „Man baut zwar eigenes Personal ab, aber Fremdfirmen werden trotzdem noch weiter beschäftigt.“

Wann die Mitarbeiter genau gehen müssen, hänge von ihren geleisteten Dienstjahren ab: „Es gibt auch welche, die noch nicht so lange dabei sind, die werden dann ab dem 1. März arbeitslos“, erklärt der Freyler-Mitarbeiter. Geschäftsführer Hacker bestätigte die unterschiedlichen Kündigungszeiten. „Aber wir haben das sozialverträglich gestaltet und einen Sozialplan erstellt“, versprach er.

Im Industriebauunternehmen sieht man die Entlassungen weniger kritisch. „Wir haben im letzten Jahr auch rund 25 Leute in Riesa eingestellt“, erklärte Hacker und fügte hinzu: „Wir sind mit dem Standort sehr zufrieden und machen dort gute Geschäfte. Insgesamt wachsen wir.“ Die Freyler Unternehmensgruppe plant und erstellt unter anderem Büro- und Industriegebäude sowie Stahlhallen. Sie gliedert sich in die Sparten Industrie-, Stahl- und Metallbau sowie Projektentwicklung. In Riesa sind drei Gesellschaften der Unternehmensgruppe in der Heinrich-Schönberg-Straße 12 ansässig: neben einem Industriebau- auch ein Stahlbau- und ein Metallbauunternehmen. Außerdem steht in Riesa das mit 14 000 Quadratmetern größte Produktionswerk des Unternehmens. Laut Ruben Hacker beschäftigt Freyler derzeit 360 Mitarbeiter an elf Standorten in Deutschland und der Schweiz. „Bei 360 Mitarbeitern können auch mal Kündigungen passieren.“ Die Hoffnung, nach einiger Zeit von Freyler doch wieder eingestellt zu werden, kann Ruben Hacker den entlassenen Mitarbeitern jetzt schon nehmen: „Wir hätten ja keine Kündigungen ausgesprochen, wenn wir diese dann wieder zurückziehen würden.“