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Mitarbeiter und Patientin in Heim infiziert

Im Pro-Civitate-Heim in Schmiedeberg sind zwei Coronafälle entdeckt worden. Ein Arzt hat den Anstoß für die Tests gegeben.

Ein Blick auf das Heim von Pro Civitate in Schmiedeberg. Hier ist das Gereontopsychatrische Pflegezentrum zu sehen, in dem vorwiegend Menschen mit Demenz leben.
Ein Blick auf das Heim von Pro Civitate in Schmiedeberg. Hier ist das Gereontopsychatrische Pflegezentrum zu sehen, in dem vorwiegend Menschen mit Demenz leben. © Egbert Kamprath

Ein Fall von Corona bringt weitere Infektionen zutage, auch wenn kein direkter Zusammenhang besteht. Denn die Kontaktpersonen werden dann getestet, und das zeigt auch Ansteckungen, die sonst vielleicht unbemerkt geblieben wären. 

So im Fall des Schmiedeberger Arztes Michael Grundmann, der sich mit Corona infiziert hatte. Er betreut auch Bewohner des Pflegeheims von Pro Civitate in Schmiedeberg.  Deswegen wurden sie und ebenso alle Mitarbeiter getestet, ob sie sich eventuell angesteckt haben. Und in zwei Fällen schlug der Test vergangene Woche an. 

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Das Heim besteht aus zwei Teilen, beide sind mit je einem Fall betroffen. Der größere Teil ist das Pflegeheim. Hier war bei einer Bewohnerin der Virus festgestellt worden, wie das Landratsamt informierte. 

In einem Seitenflügel werden Bewohner betreut, die unter einer Demenz leiden. Hier war ein Mitarbeiter positiv getestet worden, teilte Dana Gloge mit, die das Haus kommissarisch leitet.

Die beiden Betroffenen waren bis zu diesem Zeitpunkt ohne Krankheitssymptome. Wo sie sich angesteckt haben könnten, ist momentan ein großes Rätsel. Die Bewohnerin des Seniorenheims war keine Patientin von Michael Grundmann, hat sich also höchstwahrscheinlich nicht bei dem Arzt infiziert. Zudem ist niemand von seinen Patienten im Heim bisher positiv getestet worden.

Am Dienstag zweite Testrunde

Am Dienstagvormittag waren Mitarbeiter des Gesundheitsamts des Landkreises noch einmal in Schmiedeberg, um alle 97 Bewohner und die 70 Mitarbeiter in einem zweiten Durchgang zu testen. „Die sind dafür auch aus dem Urlaub oder in ihrer Freizeit gekommen“, berichtet die Heimleiterin. In zwei Tagen werden die Ergebnisse dieser Untersuchung erwartet.

Eigentlich plant der Landkreis sowieso, alle Bewohner und Mitarbeiter in Heimen zu testen. „Wir wären dann etwas später an die Reihe gekommen. Jetzt wurde das vorgezogen“, sagt Dana Gloge. So haben sich die beiden Fälle etwas eher gezeigt.

Seniorenheime arbeiten ohnehin schon seit Bekanntwerden der Corona-Epidemie unter erschwerten Voraussetzungen, weil keine externen Besucher mehr ins Haus dürfen. Damit fehlen den Bewohnern natürlich wichtige Kontakte zu Freunden oder ihrer Familie. 

In Schmiedeberg greifen nun verschärfte Maßnahmen. Die betroffene Bewohnerin wurde in ein eigenes Zimmer verlegt und wird von einem kleinen Team mit immer den selben Mitarbeitern versorgt. Die sind alle mit Schutzausrüstung entsprechend den Empfehlungen des Robert-Koch-Institutes ausgerüstet. Der infizierte Mitarbeiter, ein Auszubildender, lebt in Quarantäne.

So viel Kontakt wie möglich

Generell erfordert die jetzige Situation von den Mitarbeitern noch mehr Engagement als sonst. Teilweise verstehen die Bewohner gar nicht, was derzeit vor sich geht. Vor allem in der Gereontopsychatrischen  Abteilung, wo die Menschen mit Demenz leben. Auch dass die Mitarbeiter ihnen jetzt mit Mundschutz begegnen, ist ihnen etwas völlig Fremdes.

Dabei versuchen die Mitarbeiter, den älteren Menschen trotz allem so viel Kontakt wie möglich zu ihren Familien oder Freunden zu organisieren. Mit Tablets stellen sie Verbindungen für Videotelefonate hat, damit sich die Menschen auch sehen und nicht nur hören können. „Zu Ostern haben wir von jedem Bewohner eine Karte mit dem Foto hergestellt und an die Angehörigen verschickt“, berichtet Gloge, was ihre Kollegen sich einfallen lassen, um weiterhin den Kontakt aufrecht zu erhalten. Beschäftigungsangebote und Einzelgespräche helfen ebenfalls, damit sich die Bewohner nicht einsam fühlen. „Meine Mitarbeiter geben ihr Bestes“, sagt Gloge.

Nun hofft sie, dass sich bei dem neuerlichen Test am Dienstag keine weiteren Infektionen herausstellen. Das würde die Situation entspannen, die ohnehin schon für alle nicht einfach ist.  

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