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Mittagspause dauert zwei Stunden

Die Freie Christliche Schule in Schirgiswalde besteht seit zehn Jahren – und bietet viele Besonderheiten.

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© Steffen Unger

Von Katja Schäfer

Schirgiswalde. Was macht eine gute Schule aus? Diese Fragen stellten sich engagierte Frauen und Männer, die in Schirgiswalde einen Verein ins Leben riefen, um eine neue Bildungseinrichtung zu gründen. Zehn Jahre gibt es die Freie Christliche Schule inzwischen. Und ihr Leiter Torsten Heidrich führt stolz viele Punkte an, die sie nicht nur in seinen Augen zu einer guten Schule machen.

Da ist zum Beispiel das Ganztagskonzept, das für alle Schüler verbindlich ist; genauso wie die Teilnahme am Mittagessen. Mindestens bis 14.45 Uhr sind die Kinder und Jugendlichen in der Schule. In der zweistündigen Mittagspause gibt es zahlreiche Freizeitangebote. 24 verschiedene sind es derzeit. Die Auswahl reicht von Töpfern über Philosophie bis hin zu Maschinenkunde. Mindestens eins müssen die Mädchen und Jungen wahrnehmen. So können sie erkunden, was ihnen Spaß macht und was ihnen weniger liegt. In den Hauptfächern wie zum Beispiel Mathematik werden die Schüler in einem Teil der Stunden in kleinen Gruppen unterrichtet, die entsprechend der Leistungsstärke eingeteilt sind. Beim Religionsunterricht wechselt aller sechs Monate die Person, die vor der Klasse steht. Ein halbes Jahr lang ist es eine evangelische Religionslehrerin, ein halbes Jahr lang ein katholischer Kaplan. Eine Besonderheit stellt auch das Berufserkundungspraktikum dar, bei dem die Schüler in einer Woche zehn verschiedene Unternehmen kennenlernen können. Stolz sind Schulleiter Torsten Heidrich und Schulvereinsvorsitzender Andreas Trepte auf diverse Preise, die die Schüler errangen, unter anderem bei der Aktion „Jugend forscht“ und beim Schülerzeitungswettbewerb; teilweise sogar auf Bundesebene. Durch die Teilnahme am Projekt „Stark ohne Gewalt“ und den Erwerb des Titels „Starkmacherschule“haben die Kinder und Jugendlichen verschiedene Methoden gelernt, die ihnen bei Konflikten und in andern für sie schwierigen Situationen – zum Beispiel Leistungskontrollen – helfen.

Mehr Bewerber als Plätze

Auch die Zahlen können sich sehen lassen. An der Freien Christlichen Schule Schirgiswalde lernen reichlich 140 Schüler aus etwa 20 Orten. In jedem Jahrgang gibt es eine Klasse mit maximal 24 Kindern. Die Zahl der Bewerber liegt regelmäßig über der Zahl der Plätze. Unterrichtet und betreut werden die Schüler von 17 Lehrern und pädagogischen Mitarbeitern, wovon die meisten fest angestellt sind. Bisher haben schon rund 120 Absolventen die Schule verlassen. Etliche werden dabei sein, wenn die Schule am Wochenende ihr 10-jähriges Bestehen feiert. Auf dem Programm steht dabei auch etwas Besonderes. Die „Young Americans“ – 40 Studenten einer amerikanischen Musical-Schule, die in Schirgiswalde bei Gastfamilien untergebracht sind – studieren mit derzeitigen und ehemaligen Schülern sowie weiteren Interessenten innerhalb von nur drei Tagen eine große Show ein. Bei der Aufführung am Sonntagabend in der Körse-Halle in Kirschau werden dann rund 150 Leute gemeinsam auf der Bühne stehen.

Anlässlich des Jubiläums wird zu zwei öffentlichen Veranstaltungen eingeladen. Am Donnerstag beginnt um 18 Uhr ein ökumenischer Gottesdienst in der katholischen Kirche. Am Sonntag findet von 11 bis 15 Uhr ein Frühschoppen im Zelt an der Goetheschule statt und im Schulhaus gibt es vielfältige Präsentationen.