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Mittelalter auf Burg Mildenstein

Mägde und Ritter lassen in Leisnig die Zeit von vor hunderten Jahren aufleben. Die Vorzüge heutigen Lebens sind da weit weg.

Anja Kiessling vom Team Burgalltag zeigt eine Schüssel mit frisch gebackenem Brot, das sie in Scheiben geschnitten hat. Auch eine deftige Suppe wurde gekocht.
Anja Kiessling vom Team Burgalltag zeigt eine Schüssel mit frisch gebackenem Brot, das sie in Scheiben geschnitten hat. Auch eine deftige Suppe wurde gekocht. © Dietmar Thomas

Leisnig. Die Burg Mildenstein hat uns die Gelegenheit gegeben, uns in diesem Jahr doch noch einmal zu sehen, sagt Anja Kissling von der Interessengemeinschaft Burgalltag.de.

Die etwa 35 Männer, Frauen und Kinder aus ganz Deutschland teilen die Leidenschaft für die Lebensweise vor hunderten von Jahren. Sie sind nicht zum ersten Mal auf der Burg Mildenstein zu Gast. „Wir sind sonst immer zu Pfingsten eine Woche auf der Burg“, sagt Anja Kissling, die im Burgalltag die erste Magd Anja verkörpert.

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Doch in diesem Jahr hat die Corona-Pandemie alle Auftritte der Interessengemeinschaft verhindert. „Wir waren deshalb froh, dass wir wenigstens an diesem Wochenende in Leisnig unserem Hobby nachgehen konnten“, so Kissling.

Münze ist einem Kreuzgroschen nachempfunden

Die Mitglieder zeigten den Besuchern, wie in der damaligen Zeit in der Schwarzküche gekocht oder das Brot gebacken wurde und wie die Ritter gekämpft haben. Holger Kissling, im richtigen Leben der Ehemann von Anja, im Burgalltag der Ritter Holger zu Grünsberg, präsentiert stolz eine Münze. Sie ist einem Kreuzgroschen aus dem Jahr 1405 nachempfunden. 

„Sie dient als Zahlungsmittel zwischen den Handwerkern. Erst haben wir versucht, das Geldstück zu gießen, doch das war zu umständlich. Jetzt wird die Münze geprägt“, sagt Kissling, der aus einem Ort nahe Nürnberg stammt. 

Im Team von Burgalltag.de gilt er als ruhiger und besonnener Organisationskünstler, wie auf der Internetseite der Interessengemeinschaft zu lesen ist.

Über 500 Besucher an beiden Tagen

Neben dem Team von Burgalltag.de sorgten das Duo Obscurum sowie der Mittelalterkünstler Stefan Pietschmann mit Musik und Gaukelei für Unterhaltung. Spiele aus der damaligen Zeit stellte der Verein Gugelgilde aus Dresden vor. 

Ein Porträtmaler, ein Händlerstand mit Filzartikeln, die Keltenküche mit feinen Likören und Marmelade, ein Schmuckstand sowie Mytholon Leipzig mit Gewandung, Lederartikeln und Messern bevölkerten den Burghof. Burgimkerin Paula Schiller gab sachkundige Auskünfte zu den Bienenvölkern auf Mildenstein, und wer wollte, konnte auch frischen Honig mitnehmen.

Auch außerhalb der Burg war einiges los. Der Heimatverein hatte das Stiefelmuseum geöffnet und bot zudem an beiden Tagen Stadtführungen an.

Remo Stäglich, auf Mildenstein und Burg Kriebstein für Öffentlichkeitsarbeit und Veranstaltungsservice zuständig, zieht eine positive Bilanz. Mit der Zahl von über 500 Gästen sei man nicht unzufrieden, auch wenn der Regen am Sonnabend doch einige Besucher abgehalten haben dürfte. 

„Einige Aussteller haben angerufen, ob sie kommen dürfen“, so Stäglich. Das zeige, dass sich viele nach Normalität sehnen.

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