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Roßwein schließt Grundschule und Hort

Nach mehreren positiven Corona-Tests in den Einrichtungen wird auf Notbetrieb umgestellt. Weitere Fälle gibt es in vier mittelsächsischen Städten.

Als erste Konsequenz aus den Ergebnissen hat die Stadtverwaltung Roßwein sich zu einem Notbetrieb in der Grundschule "Am Weinberg" entschieden.
Als erste Konsequenz aus den Ergebnissen hat die Stadtverwaltung Roßwein sich zu einem Notbetrieb in der Grundschule "Am Weinberg" entschieden. © Archiv/André Braun

Mittelsachsen. Die Ergebnisse der Tests von den Hortkindern aus Roßwein liegen vor. Demnach ist das Coronavirus bei zwei weiteren Kindern der betroffenen Gruppe nachgewiesen worden. Darüber informierte Bürgermeister Veit Lindern (parteilos) aktuell auf der Homepage der Stadt. Als erste Konsequenz aus den Ergebnissen hat die Stadtverwaltung sich zu einem Notbetrieb in der Schule sowie dem Hort entschieden. In erster Linie sollten die Kinder zu Hause bleiben.

"Sofern dies nicht möglich ist, findet in der Schule und im Hort eine Notbetreuung in der Zeit von 6 bis 15 Uhr statt, unabhängig davon, in welchen Berufen die jeweiligen Eltern tätig sind", informierte Lindner. Behördlich angeordnet wurde dieses Vorgehen  nicht, wie aus dem aktuellen Lagebericht des Landratsamtes zu erfahren ist.

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In der Grundschule "Am Weinberg" waren schon heute nur 25 der eigentlich 210 Schüler vor Ort, wie Schulleiterin Michaela Roßberg am Vormittag sagte. Die Schule hatte in einem Brief bereits am Freitagabend an die Eltern appelliert, die Kinder, wenn möglich, zu Hause zu lassen. Die erste Klasse, die von der betroffenen Hortnerin betreut wurde, ist komplett zu Hause geblieben. "Lehrer, die zur Risikogruppe gehören, sind ebenfalls zu Hause, alle anderen da", ergänzte die Schulleiterin. Die Schüler erhalten ihre Schulaufgaben nun wieder über die Lernplattform LernSax.

Andere Kindereinrichtungen in Roßwein bleiben geöffnet

Laut Lindner sind heute zudem weitere Tests durchgeführt worden, unter anderem bei den anderen Mitarbeitern des Horts sowie weiteren Angehörigen. Die Ergebnisse sollen am Dienstag vorliegen. Das Gesundheitsamt ermittelt nun zudem weitere Kontaktpersonen, die in Verbindung mit den beiden positiv getesteten Kindern standen. Auch diese werden nun getestet.

Die anderen Kindereinrichtungen in der Stadt sollen zunächst weiter geöffnet bleiben. Lindner steht bezüglich der aktuellen Entwicklungen mit dem Landratsamt in Verbindung.

Werkstätten der Diakonie coronafrei

"Der Verdacht, dass sich ein Mitarbeiter der Roßweiner Werkstätten mit Covid-19 infiziert hat, bestätigte sich nicht. Das ergab der Test", sagt Thomas Richter, der Geschäftsführer des Diakonischen Werkes Döbeln gegenüber Sächsische.de. Alle waren sehr erleichtert. 

"Wir verfahren weiter nach unserem Hygienekonzept, das heißt, wir arbeiten in kleinen Gruppen nicht nur in den Werkstätten, sondern auch in Bockelwitz und dem Roßweiner Kirchgemeindehaus", so der Geschäftsführer weiter. Wo der Verdachtsfall auftrat, seien Richter zufolge 148 betreute Mitarbeiter tätig. Eine Infektion hätte schon große Kreise gezogen.

Der Verdacht, dass sich ein Mitarbeiter der Roßweiner Werkstätten mit Covid-19 infiziert hat, bestätigte sich nicht.
Der Verdacht, dass sich ein Mitarbeiter der Roßweiner Werkstätten mit Covid-19 infiziert hat, bestätigte sich nicht. © Dietmar Thomas

Noch keine Allgemeinverfügung des Landratsamtes

Aktuell beträgt die Zahl der bestätigten Nachweise im Landkreis 298 Fälle. In der Region Döbeln liegt die Zahl bei 85 Nachweisen. Im Bereich Freiberg ist die Zahl auf 133 gestiegen. in Mittweida liegt sie bei 80. Seit der letzten Meldung am Sonnabend sind sechs weitere positive Testergebnisse im ganzen Kreis hinzugekommen.

Insgesamt wurden bis Montag 12 Uhr 1.118 Quarantänebescheide seit Beginn der Pandemie vom Gesundheitsamt erlassen. "Alle unmittelbaren Kontaktpersonen von positiv Getesteten sind in Quarantäne", sagte Kreissprecher André Kaiser. Bereits 961 Personen konnten die Quarantäne wieder verlassen. 

"Derzeit plant der Landkreis keine Allgemeinverfügung nach Infektionsschutzgesetz, aber die Zahlen werden verfolgt", betont  Kaiser. Auf behördliche Anordnung hin wurde bisher lediglich das Regenbogen-Gymnasium in Augustusburg geschlossen. Auf derzeit 37 Nachweise belaufen sich dort die Fallzahlen. 155 Personen wurden in Quarantäne geschickt, knapp 300 Personen getestet. 

Die Tests in Mittelsachsen gehen am Montag weiter. Derzeit liegt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner bei 10.
Die Tests in Mittelsachsen gehen am Montag weiter. Derzeit liegt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner bei 10. © Dietmar Thomas

Kontakt besteht ausgehend von den Fällen am Gymnasium in Augustusburg mit Gesundheitsämtern in sieben anderen Landkreisen: Altenburger Land, Bautzen, Erzgebirgskreis, Zwickau, Chemnitz, Dresden sowie Stadt Leipzig. Die Infektionsketten reichen auch bis nach Penig und Flöha.

Fälle an Schulen in Penig und Flöha

So wurde sowohl an der Grundschule Erich Kästner und an der Oberschule in Penig als auch am Samuel-von Pufendorf-Gymnasium in Flöha jeweils ein Schüler positiv auf Covid-19 getestet. Den Infektionsketten zufolge stehen insgesamt sechs Fälle aus Penig mit Augustusburg in Verbindung.

In Penig werden daher am Dienstag die Mitschüler der betroffenen ersten Klasse und die Lehrer des betroffenen Schülers getestet. In Verbindung mit dem Fall steht auch ein positiver Nachweis bei einem Geschwisterkind, das die achte Klasse der Oberschule in Penig besucht. Auch an dieser Schule soll es am Dienstag weitere Untersuchungen geben. Die Ergebnisse der Tests von insgesamt 50 Personen sollen am Mittwoch vorliegen.

Eine behördliche Schließung der Schulen in Penig ist aktuell noch nicht geplant. Die Grundschüler lernen auf Wunsch der Schule vorerst zu Hause. Bei Bedarf gibt es eine Notbetreuung im Hort der Schule.

Auch der positiv getestete Elftklässer am Gymnasium in Flöha hat einen Bezug zu Augustusburg. "Es erfolgen am Dienstag dort die Umgebungsuntersuchung, darunter befinden sich Lehrer und Schüler des Gymnasiums", erklärt Kaiser.  Es würden 120 Abstriche vorbereitet. Die Ergebnisse werden für Mittwoch erwartet.

Krisenstab des Landkreises Mittelsachsen tagt in Mittweida

Am Montag tagte der Krisenstab am Landratsamt. Dessen Mitglieder behalten derzeit genau die Zahlen und den Index im Auge. Ab einem Wert von 35 neuen Fällen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen liege eine Grenze, so Landrat Matthias Damm (CDU).

Im Gesundheitsamt des Landkreises Mittelsachsen tagt derzeit der Krisenstab.
Im Gesundheitsamt des Landkreises Mittelsachsen tagt derzeit der Krisenstab. © Dietmar Thomas

Im Gesetz ist geregelt, dass ab diesem Wert umfangreichere personenbezogene Daten wie Name, Telefonnummer oder E-Mailadresse von Besuchern in Betrieben, Sportstätten, Gastronomie, Hotels und Beherbergungsstätten sowie bei Ansammlungen im öffentlichen Raum erhoben werden, um die Infektionsketten nachverfolgen zu können. 

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