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Kreis: Drei Reiserückkehrer infiziert

Die Erkrankten waren in der Türkei gewesen. Im Krankenhaus in Mittweida wird ein Verdachtsfall behandelt. Kritiker bemängeln die Testergebnisse.

Am 4. August wurde die formelle Warnung vor touristischen Reisen in die Provinzen Antalya, Izmir, Aydin und Mugla vom Auswärtigen Amt aufgehoben. Für den Rest der Türkei gilt die Warnung weiterhin.
Am 4. August wurde die formelle Warnung vor touristischen Reisen in die Provinzen Antalya, Izmir, Aydin und Mugla vom Auswärtigen Amt aufgehoben. Für den Rest der Türkei gilt die Warnung weiterhin. © Marius Becker/dpa

Mittelsachsen. Zu Beginn der neuen Woche meldet das Gesundheitsamt des Landkreises vier neue Fälle des Coronavirus. Darüber informierte Kreissprecher André Kaiser am Montagmittag. 

"Bei drei Personen handelt es sich um Reiserückkehrer aus der Türkei", so Kaiser weiter. Die Zahl der Infizierten ist damit im Landkreis auf 320 gestiegen. Die Personen, bei denen das Virus nun neu nachgewiesen worden ist, stammen alle aus der Region Freiberg. 

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Bisher haben sich dort damit 148 Personen mit dem Virus angesteckt. Im Bereich Döbeln ist die Zahl der Nachweise bei 88 geblieben, in Mittweida bei 84. 

>>>Über die Ausbreitung des Coronavirus und über die Folgen in der Region Döbeln berichten wir laufend aktuell in unserem Newsblog.<<<

Nach Informationen des Landratsamtes befinden sich alle Betroffenen, die seit dem 3. August positiv auf Covid-19 getestet worden sind, in ambulanter Betreuung. 

Es sind bereits elf Reiserückkehrer, die sich seit der ersten derartigen Meldung am 3. August im Urlaub mit dem Virus infiziert haben. Weitere Betroffene waren in Albanien, Kroatien und Bulgarien im Urlaub gewesen. 

Verdachtsfall in Mittweidaer Krankenhaus

Am Klinikum in Döbeln sei derzeit kein betroffener Patient in Behandlung, so Verwaltungsleiter Martin Preißer. Auch Verdachtsfälle würden derzeit nicht behandelt. Es sei in der Klinik nicht spürbar, dass die Infektionszahlen derzeit wieder steigen, äußerte sich Preißer. 

Am Klinikum in Mittweida rechnen die Mediziner mit einem erhöhten Patientenaufkommen beziehungsweise mehr Corona-Verdachtsfällen in den kommenden Wochen und Monaten, so Ines Schreiber, Sprecherin der Landkreis Mittweida Krankenhaus gGmbH. Auch in Mittweida seien jedoch in den vergangenen Wochen keine bestätigten Fälle stationär behandelt versorgt worden. 

„Nur vereinzelt wurden in unserer Zentralen Notfallambulanz Tests durchgeführt und Verdachtsfälle stationär aufgenommen und auf unserer Pandemiestation isoliert versorgt, bis ein negatives Testergebnis vorlag“, äußerte sich Schreiber. Aktuell befände sich ein Verdachtsfall stationär im Haus. Nach wie vor hält das Krankenhaus eine Pandemiestation mit 16 Betten vor. Behandelt werden können dort Verdachts- sowie bestätigte Fälle.

Auch für Teile der Türkei gibt es eine Reisewarnung

Nach wie vor gilt auch für die Türkei aufgrund der Pandemie eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes. Es wird weiterhin vor nicht notwendigen, touristischen Reisen gewarnt. 

"Hiervon ausgenommen sind die Provinzen Aydin, Izmir sowie Mugla in der Ägäisregion sowie die Provinz Antalya in der Mittelmeerregion unter der Voraussetzung der strikten Einhaltung des von der türkischen Regierung verfügten umfassenden Tourismus- und Hygienekonzepts" heißt es weiterhin auf der Seite des Auswärtigen Amtes. 

1.460 Mittelsachsen bisher in Quarantäne

Mit den neuen Nachweisen gestiegen ist im Landkreis auch die Menge an Quarantänebescheiden, die bisher vom Gesundheitsamt des Landkreises ausgestellt worden ist. 

Seit Freitag sind drei weitere Bescheide verschickt worden. Damit liegt die Zahl der Anordnungen bei 1.460. Bereits 1.428 Personen haben die auferlegte Quarantäne wieder verlassen, zwei mehr als noch am Freitag. 

Kritik an Testergebnissen

Nach wie vor halten sich die Kritiken an den vom Landkreis gemeldeten positiven Testergebnissen. „Der Test soll eine Ein-Prozent-Fehlertoleranz haben. Dies bedeutet, dass bei 1.000 gesunden Menschen fälschlicherweise zehn positiv getestet werden“ äußerte sich ein Nutzer im sozialen Netzwerk Facebook zu dem Thema. Das Landratsamt äußerte sich dazu nicht. 

Das Robert-Koch-Institut wollte die Aussage so auch nicht bestätigen. „Aufgrund der Eigenschaften von PCR-Tests und hoher Qualitätsanforderungen kommen falsch-positive Befunde bei der SARS-CoV-2-PCR-Testung nach derzeitigen Erkenntnissen nur selten vor“, sagte RKI-Sprecherin Susanne Glasmacher auf Nachfrage. Ein falsch-positives Testergebnis bedeute, dass eine Person ein positives Testergebnis bekomme, obwohl keine Infektion vorliege.

Testkapazitäten werden erweitert

Noch keine Auswirkungen auf den Landkreis hat die derzeitige Zunahme an Tests aufgrund der Welle an Reiserückkehrern. Im Gegensatz zu anderen Regionen Deutschlands sei die Kapazität für die Corona-Tests in Sachsen momentan noch nicht an ihre Grenzen gekommen, äußerte sich das Sozialministerium Sachsen (SMS) auf eine entsprechende Anfrage.

„Das SMS betrachtet das regelmäßig, um reagieren zu können.“ Die Rückkehr von Urlaubern habe zwangsläufig zu einer punktuell stärkeren Auslastung der Labore geführt. „Die Sicherstellung der Untersuchungen der Reiserückkehrer liegt in der Verantwortung des von uns beauftragten Dienstleisters“, heißt es weiter. Beauftragt worden ist die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen.

Bezüglich einer Erweiterung der Testkapazitäten in Sachsen stehe das SMS mit den Laborkoordinatoren in Kontakt und werden wie schon bei der ersten Welle handeln und das Nötige veranlassen, informierte das Ministerium.

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Dieser Artikel wurde am Montag, 16.12 Uhr, aktualisiert. 

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