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Döbeln

Mittelsachsen haben weniger Rücken

Der Krankenstand im Landkreis ist im vergangenen Jahr gesunken. Die Grippewelle hat aber besonders stark zugeschlagen.

Nach wie vor sorgen Rückenbeschwerden noch immer für die meisten Fehlzeiten im Beruf, aber die Tendenz ist erfreulicherweise fallend.
Nach wie vor sorgen Rückenbeschwerden noch immer für die meisten Fehlzeiten im Beruf, aber die Tendenz ist erfreulicherweise fallend. © Christin Klose / dpa (Symbolbild)

Landkreis. Die Grippewelle 2018 hat den Menschen in Mittelsachsen schwer zu schaffen gemacht. 

Laut aktuellen Zahlen der Krankenkasse Barmer wurde bei den Atemwegserkrankungen ein deutlicher Anstieg um 39 Fehltage auf 329 je 100 Beschäftigten im Vergleich zum Vorjahr registriert. Insgesamt kamen im vergangenen Jahr in Mittelsachsen 1948 Fehltage (je 100 Beschäftigte) zusammen. Damit liegt der Landkreis im sächsischen Vergleich im Mittelfeld: die wenigsten Fehltage mit 1704 (je 100 Beschäftigte) gab es in Dresden, die meisten mit 2249 in Nordsachsen.

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Weniger Rückenbeschwerden

Am deutlichsten abgenommen haben in Mittelsachsen die Fehlzeiten aufgrund von Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems. Nach wie vor sorgen Rückenbeschwerden jedoch noch immer für die meisten Fehlzeiten im Beruf (391 Fehltage je 100 Beschäftigten), aber die Tendenz ist erfreulicherweise fallend. „Die Maßnahmen von betrieblicher Gesundheitsförderung scheinen zu wirken. Auch das Bewusstsein eines jeden Einzelnen, mehr Bewegung in den persönlichen Alltag zu integrieren, wächst“, so Markus Schubert, Regionalgeschäftsführer der Barmer in Döbeln. 

Im Vergleich zum Vorjahr wurden in dieser Diagnosegruppe je 100 Beschäftigten 43 Fehltage weniger registriert. Eine ebenfalls abnehmende Tendenz wurde bei verletzungsbedingten Fehlzeiten verzeichnet (248 Fehltage je 100 Beschäftigten).

Psyche leidet

Gestiegen sind die Fehltage aufgrund von psychischen Erkrankungen (278 Fehltage je 100 Beschäftigten). Hier waren es rund 10 Fehltage mehr. „Wir müssen wir die Sensibilität in den Unternehmen für psychische Erkrankungen der Beschäftigten weiter fördern. Führungskräfte sollten genauer auf Verhaltensauffälligkeiten der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter achten. Dann können sie Betroffene frühzeitig klar und einfühlsam ansprechen, damit ihnen möglichst schnell geholfen werden kann. 

Denn je früher interveniert werden kann, desto günstiger fällt die Heilungsprognose aus“, erläutert Schubert und verweist auf Unterstützungsangebote hin. Die Krankenkasse hat zusammen mit dem Dachverband Gemeindepsychiatrie den Ratgeber „Psychische Erkrankung am Arbeitsplatz“ entwickelt.

Der Ratgeber umfasst unter anderem präventive Ansatzpunkte im Führungsalltag, Hintergrundinformationen zur psychischen Gesundheit, einen Überblick über die häufigsten Krankheitsbilder, Checklisten zur Gesprächsvorbereitung, Anregungen und Tipps für Mitarbeitergespräche und Informationen zu Hilfsangeboten.

Durchschnittlich 20 Tage krank

Der Krankenstand in der Region sank insgesamt von 5,4 Prozent auf 5,3 Prozent. An einem durchschnittlichen Kalendertag waren von 1000 Beschäftigten 53 Mittelsachsen arbeitsunfähig (bundesweit: 48). 2018 waren Beschäftigte im Landkreis rund 20 Tage krank. Sie fehlten insgesamt seltener in ihrem Job.

„Diese erfreuliche Entwicklung beobachten wir bereits seit 2016. Selbst die massive Grippewelle im Vorjahr hat diesen Trend nicht gestoppt“, stellt Markus Schubert fest. Sachsenweit dagegen sei es 2018 im Vergleich zum Vorjahr zu einem merklichen Anstieg der Gesamtfehlzeiten gekommen. Zu diesen Ergebnissen kam die Krankenkasse nach den aktuellsten Auswertungen der Krankschreibung ihrer Versicherten. Hauptursache dafür war die ausgeprägte Grippe- und Erkältungswelle, die insbesondere zu Beginn des Jahres 2018 mit höheren Ausfallzeiten von Beschäftigten zu Buche schlug.