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Mobilfunkanbieter rüstet auf

Vodafone investiert unter anderem in Wülknitz in den Ausbau von UMTS. Dabei ist die Technik eigentlich schon weiter.

© Arvid Müller

Von Eric Weser

Wülknitz. Es ist paradox. Wie viele andere Kommunen in der Region hat auch die Gemeinde Wülknitz in den letzten Jahren einen Einwohnerschwund zu verzeichnen – rund 300 Einwohner weniger sind es seit der Wende geworden. Gleichzeitig hat in den letzten Jahren die Verbreitung von Handys unter der kleiner werdenden Bevölkerung rasant zugenommen. Diesen Umstand führt jetzt das Unternehmen Vodafone als Grund an, bis Jahresende seine Netztechnik in der Gemeinde Wülknitz und bis Sommer 2014 auch in anderen rechtselbischen Städten und Gemeinden wie Nünchritz, Gröditz, Zeithain und Großenhain auszubauen. Über die Pläne von Vodafone hatte die Wülknitzer Gemeindeverwaltung informiert, allerdings fielen die Informationen im Amtsblatt so kryptisch wie mager aus. Auf Nachfrage der Sächsischen Zeitung teilte das Unternehmen mit, der Ausbau mit UMTS sei noch für dieses Jahr geplant. Insgesamt gebe es im Ort zwei Sendeanlagen – eine für den Mobilfunkstandard der zweiten Generation GSM und auch eine für die neueste, vierte Generation LTE. Aber warum wird ausgerechnet der Standard der dritten Generation nachgerüstet? Das hänge mit der stark gestiegenen Anzahl von Smartphone-Nutzern und der damit einhergehenden Verbindung nach mobilen Datendiensten zusammen, erklärt ein Vodafone-Sprecher.

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Wie viel Geld die Installation der neuen Sektor- und Richtfunkantennen am Wülknitzer Umspannwerk das Unternehmen kostet, dazu könne man sich nicht äußern, lässt Vodafone mitteilen. Die Erweiterung und Aufrüstung seines Mobilfunknetzes in ganz Deutschland lässt sich Vodafone im Jahr 2013 unterdessen etwa 1,2 Milliarden Euro kosten. Doch trotz der enormen Investitionssumme geht das Ganze nicht völlig ohne kurzzeitige Einschränkungen für die Nutzer vonstatten.

Zwar versucht das Unternehmen, die Umrüstung seiner Technik zu Tageszeiten durchzuführen, in denen die Funkzelle erfahrungsgemäß wenig benutzt wird, und zudem eine Versorgung über Nachbarzellen zu realisieren. Trotzdem könne es zu zeitweisen Einschränkungen für die Nutzer kommen. „Wir bemühen uns, die Ausfallzeiten kurz zu halten“, so das Unternehmen weiter.

Mehr Verbindungen auf dem Land

Durch den Netzausbau bei Vodafone dürfte sich die Versorgung mit modernen Telefon- und vor allem schnellen Internetverbindungen im ländlichen Raum noch weiter verbessern.

Vielfältiger war das Verbindungsangebot in und um Wülknitz in letzter Zeit ohnehin geworden, nachdem im März dieses Jahres das Riesaer Unternehmen NU Informationssysteme mit seinem Festnetzfunk „MAN-Citynet“ an den Start gegangen war.

Festnetzfunksysteme wie das „MAN-Citynet“ und dessen Konkurrenznetz „weboverair“ der Freitaler Firma Kadsoft Computer unterliegen gegenüber den Mobilfunknetzen wesentlich weniger Schwankungen bei den Übertragungsgeschwindigkeiten, sagen Technikexperten.