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Mode aus Colmnitz für die Kleinen

Existenzgründerin Susann Krauße produziert, was sie und ihre Tochter auch mögen.

Von Franz Herz

Susann Kraußes Tochter Livia ist erst 3,5 Jahre alt. Aber die Kleine hat ihrer Mutter schon den Anstoß zur Gründung ihrer neuen Firma gegeben. Die heißt „Kraußes Kindersachen“ und ist in der alten Schule im Klingenberger Ortsteil Colmnitz ansässig. Hier näht und strickt sie Hosen, Kissen, Decken und anderes für Kinder – und deren Mamas .

Klinik Bavaria Kreischa
PERSPEKTIVEN SCHAFFEN – TEAMGEIST (ER-)LEBEN
PERSPEKTIVEN SCHAFFEN – TEAMGEIST (ER-)LEBEN

Wir sind die KLINIK BAVARIA Kreischa - eine der führenden medizinischen Rehabilitationseinrichtungen in Ostdeutschland.

Susann Krauße (vorne) und ihre Mitarbeiterin Tina Krötzsch nähen in Colmnitz individuelle Kleidung und Accessoires für Kinder.
Susann Krauße (vorne) und ihre Mitarbeiterin Tina Krötzsch nähen in Colmnitz individuelle Kleidung und Accessoires für Kinder.
Livia, die Tochter von Susann Krause, trägt eine Tasche mit Erdbeermotiv.
Livia, die Tochter von Susann Krause, trägt eine Tasche mit Erdbeermotiv.
Die anderthalbjährige Tamina hat ein Kissen mit ihrem Namen bekommen.
Die anderthalbjährige Tamina hat ein Kissen mit ihrem Namen bekommen.

Das Geschäftsgeheimnis von Susann Krauße ist einfach: Kindermode und Zubehör, die sie selbst gerne haben will, bietet sie auch für andere Mütter an. „Das hat angefangen, als ich nach der Geburt zu Hause war. Ich habe in der Küche ein wenig genäht, eine Tasche für die Feuchttücher, eine Tischdecke. Und das hat Spaß gemacht“, berichtet sie von den Anfängen.

Ihr liegt es, kreativ zu arbeiten. Das gehörte schon zu ihrem erlernten Beruf dazu. Sie hat bis zur Babypause als Köchin gearbeitet.

Ihr neues Hobby hat ihr großen Spaß gemacht. So hat sie begonnen, auch für andere etwas zu gestalten. Das kam gut an und wuchs vom Hobby zum Geschäft heran. Die Colmnitzerin hat diese Produktion als Nebengewerbe angemeldet und einen Internetshop dafür eröffnet. Das lief damals alles noch von Zuhause aus. Dort hatte sie sich einen Raum freigeräumt.

Der erste Markt im Weidegut

Sie hat sich dann weiter überlegt, wie sie Kunden gewinnt, und hat begonnen, auf Märkte zu gehen. 2011 war sie zum ersten Mal auf dem Weidegut in Colmnitz bei einem Markt dabei. 2012 hat sie ihre Kollektion auf der Babymesse in Dresden angeboten. Doch ihre Elternzeit ging zu Ende und Susann Krauße musste sich entscheiden. Sie hätte in ihren alten Beruf zurückgehen können. „Doch dafür hätte ich aufgeben müssen, was ich mir schon erarbeitet habe“, sagt sie. Das wollte sie nicht. Daran lag ihr schon zu viel. Also machte sie im Oktober 2012 den Schritt vom Nebengewerbe zum Haupterwerb.

Dafür reichte zu Hause der Platz nicht mehr. Daher hat sich die junge Frau Räume in der ehemaligen Schule des Ortes gemietet. In dieser Zeit machte sie noch einen Glücksgriff. Sie hatte von einer Schneiderin in Sayda gehört, die Kleiderständer verkauft. „Damals war ich zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort. Die ging in den Ruhestand, und ich konnte von ihr peu à peu alles dazu kaufen, einen Zuschnitttisch, Büromöbel, Nähmaschinen. Vieles, was ich brauchte“, erzählt Susann Krauße.

Mitarbeiterin eingestellt

Das Geschäft lief gut an. So brauchte Susann Krauße mehr Unterstützung. Ihre Familie hilft ihr ohnehin auf verschiedenste Art. „Wenn mein Mann nicht auch dahinterstünde, ginge es nicht“, sagt Susann Krauße. Er arbeitet als Mikrotechnologe bei Globalfoundries in Dresden.

In ihrem Geschäft hat Susann Krauße im Juli letzten Jahres Tina Krötzsch eingestellt. Sie hat selbst eine kleine Tochter und war auch schon als Kundin bei Susanne Krauße. „Wir verstehen uns auch menschlich sehr gut“, sagt sie.

Heute verschicken die beiden Frauen über 50 Pakete in einer durchschnittlichen Woche. Sie verkaufen direkt an ihre Kunden. Händler wollen sie nicht dazwischenschalten, weil sonst die Preise nicht zu halten wären.

Zwei Drittel der Kindersachen werden über das Internet bestellt. Pakete mit Kindersachen aus Colmnitz gehen überallhin in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Der Rest des Geschäfts verteilt sich auf Kunden, die direkt ins Geschäft nach Colmnitz kommen, und auf die Marktbesuche. „Dort gehe ich gerne hin. Im Weidegut treffe ich auch Kunden, die früher schon bei mir waren“, sagt die Existenzgründerin.

krausseskindersachen.de