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Die Heimat auf der Brust

Yvonne Oberländer aus Cunewalde entwirft Oberlausitz-Mode. Eine Zufalls-Geburt.

Yvonne Oberländer (2. v. r.) zeigt ihre Mode-Kollektion „Oberlausitz Style“. Ihre Freundinnen Katja Michler (2. v. l.) und Anne Rammelt (l.) sowie ihr Partner Matthias Grosche helfen auch als Models.“
Yvonne Oberländer (2. v. r.) zeigt ihre Mode-Kollektion „Oberlausitz Style“. Ihre Freundinnen Katja Michler (2. v. l.) und Anne Rammelt (l.) sowie ihr Partner Matthias Grosche helfen auch als Models.“ © Rafael Sampedro

Am Anfang hatte es so gar nichts mit Mode zu tun. Yvonne Oberländer trieb erst etwas ganz anderes um. Etwas mit Oldtimern und Schlamm-Rennen in Cunewalde. Beides nämlich gehört zu den Hobbys der 33-Jährigen. Und eben um mehr öffentliche Aufmerksamkeit darauf - und auch auf ihre schöne Heimat - zu lenken, kam ihr die Idee mit der Modekollektion. Seit einigen Wochen ist ihr Label "Oberlausitz Style" am Start.

Seit vielen Jahren sind Yvonne Oberländer und ihr in Lauba lebender Partner Matthias Grosche beim Oberlausitzer Kfz.-Veteranen Club in Cunewalde engagiert und gehen etwa beim "Oberlausitzer Oldtimerwandern" auf Fahrt - mit ihrem quietschgelben "Zastava 600" oder einem historischen "BMW 2002". Matthias hat lange als Kfz-Mechaniker gearbeitet. Yvonne dagegen "schraubt" eher digital im Internet. "Ich habe Web-Design studiert und habe den Online-Shop für meinen Arbeitgeber aufgebaut", sagt sie. Gemeinsam mit ihrem Partner arbeitet Yvonne Oberländer bei einem Großhandel für Hygieneartikel in Lawalde. 

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Blieml und Berge

Und Yvonne Oberländer wollte schon seit Langem einen eigenen kleinen Online-Shop. "Ich habe nach einer Möglichkeit gesucht, die Kalender vom Veteranen-Club zu verkaufen", sagt sie - Geld für die Vereinskasse. Indes merkte sie schnell: "Nur ein Shop für unser Museum, das wird nicht funktionieren", sagt sie. Zu viel Aufwand für zu wenig Umsatz. Also wurde die junge Frau kreativ.

"Im Dezember kam mir die Idee, eine Modekollektion zu entwerfen", sagt sie. Dabei ist es nicht Mode an sich, die sie entwirft. Yvonne Oberländer gestaltet Logos und Motive, die dann auf T-Shirts, Kapuzen-Pullis oder Stofftaschen gedruckt werden. Eines davon ist etwa eine stilisierte Bergkette. "Das Logo stellt das Zittauer Gebirge dar", erklärt sie - das ist auch ihr Markenlogo. Auch florale Motive sind als Model "Blieml" dabei oder ein schwungvoller "Oberlausitz"-Schriftzug auf dem Umriss der Landkreise Görlitz und Bautzen, die gemeinsam die Oberlausitz bilden. Auch Autocross-Motive für die Rennen am Matschenberg in Cunewalde hat sie entworfen und verkauft sie dort. "Die Sache kommt den Vereinen zugute", sagt sie.

"Home is, wo de Oberlausitz is."

Und dann hat Yvonne Oberländer noch diesen Slogan erfunden: "Home ist, wo de Oberlausitz is." Ein Spiel mit der heimischen Mundart. "Wegen unseres Rollens sagt man uns Oberlausitzern ja manchmal, wir würden uns anhören wie ein Amerikaner, der Deutsch spricht", erzählt sie. Daraus hat sie sich den Spaß gemacht, beide Sprachen zu vermischen.

Bisher vertreibt sie ihre Mode beinahe ausschließlich über ihren Online-Shop im Internet - und natürlich bei Veranstaltungen wie den Matschenberg-Rennen oder dieser Tage erst beim Oberlausitzer Classic-Tag in der Löbauer Messehalle. Das Geschäft läuft noch schleppend. Rund 20 Bestellungen sind in den letzten Wochen bei ihr eingegangen. Die größte davon war über fünf Teile", sagt sie. Als Models helfen Yvonne Oberländer ihr Partner Matthias und ihre "Mädels". Und auch für die gibt's eine Ecke im Onlineshop. "Ich möchte gerne mit meinen Mädels so handgemachte oder niedliche Sachen anbieten und mit dem Shop eine Plattform für uns Oberlausitzer schaffen", sagt Yvonne Oberländer. Die von einer Freundin entworfenen "Blieml Stoffohrstecker" gibt's etwa schon auf der Seite.

Ökologisch korrektes und faires Material

Und was Yvonne Oberländer für ihre Kollektion auch noch wichtig ist: Ökologisch korrekt und möglichst regional soll sie sein. Die T-Shirts und Kapuzen-Pullis bezieht sie von einem Hersteller aus Dänemark. "Die sind aus 100 Prozent Bio-Baumwolle, erzeugt unter fairen Arbeitsbedingungen. Und die Kindersachen sind ungebleicht", erklärt sie. Bedruckt würden die Sachen dann bei Dürninger in Herrnhut.

Langsam aber stetig will sie ihre Kollektion dann auch erweitern. Derzeit bietet Yvonne Oberländer 22 Motive an. "Aber es gibt noch so viel Input und so viele Ideen", sagt sie. So denkt sie etwa an Umgebindehaus-Motive. Auch über die aufwendigere und damit teurere Verwendung von gestickten Logos denkt sie nach - etwa der ihres Markenlogos mit der Bergkrette. Aber bis dahin wird sicher noch einiges Wasser die Spree und Neiße hinunterfließen.

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