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Modehaus in neuem Gewand

Das Traditionsgeschäft Haase in Frauenhain hat seine Fassade aufgefrischt. Aber viel mehr hat sich im Inneren getan.

Christoph Haase in der umgestalteten ersten Etage in seinem Frauenhainer Modehaus.
Christoph Haase in der umgestalteten ersten Etage in seinem Frauenhainer Modehaus. © Eric Weser

Röderaue. Eigentlich wollte Christoph Haase die Präsentation einer bestimmten Anzug-Marke in der Herrenabteilung aufpeppen. „Wir hatten vor, eine neue Wand einzubauen, um die Stücke besser zu präsentieren.“ Einmal ins Nachdenken gekommen, griff die Idee sich immer mehr Raum. Am Ende ist es ein Umbau der gesamten ersten Etage im Modehaus Haase in Frauenhain geworden. Seit Kurzem ist die Renovierung fertig.

Das neue Erscheinungsbild setzt auf starke Kontraste und gerade Linien. Der einstige Textilboden ist verschwunden. Ebenso die bräunlichen Holztöne, die zwei Jahrzehnte das Bild prägten. Jetzt dominieren Schwarz und verschiedene Grautöne. In einer Ecke des Ladens sieht es fast ein wenig nach Maschinenhalle aus – dort werden Jacken und Shirts im Industrieflair vor einer Blechwand zur Schau gestellt.

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Dass es einmal so aussehen würde, sei am Beginn der Arbeiten nicht klar gewesen, erzählt der 42-jährige Geschäftsinhaber. Manches, wie die Farbe für die Wände, habe sich erst nach mehreren Probe-Anstrichen ergeben. Die Platte für den Bartresen sei dreimal angefertigt worden, bis alles passte, wie gewünscht. Auf einen Architekten habe er bewusst verzichtet, sagt Christoph Haase. Einmal aus Kostengründen. „Sonst wäre es eine sechsstellige Summe geworden.“ Und um selbst die Kontrolle über die Gestaltung zu behalten.

Anregungen für die neue Ladengestaltung haben sich der Firmenchef und Ehefrau Diana auch bei anderen mittelständischen Modegeschäften geholt, erzählen beide. „Wir sind in der Republik unterwegs gewesen.“ In Görlitz zum Beispiel, oder in Hamburg. Bei Wettbewerbern im näheren Umkreis haben die Haases aber nicht reingeschaut. Das sei ein ungeschriebenes Gesetz. – Das Gros des Umbaus sei im Januar gelaufen, erzählt ihr Ehemann Christoph, der selbst mit angepackt hat: malern, Computerkabel verlegen, Möbel montieren. „Ich war vier Wochen in Arbeitskleidung.“ Auch Mitarbeiter aus dem rund 20-köpfigen Team hätten mit geholfen.

Umbau soll weitergehen

Ohne Fachleute ging es allerdings nicht. Fast 20 Gewerke seien am Umbau beteiligt gewesen, so Christoph Haase – vom Abbruchunternehmer über den Elektriker bis zum Tischler. Trotz kurzem Vorlauf sei alles zügig gegangen. „Auf dem Dorf geht das noch, wenn man ein paar Leute kennt.“

Geschlossen hatte das Ladengeschäft während der Bauphase nicht. Der Verkauf lief im Erdgeschoss weiter. „Wir können nicht zumachen“, so Christoph Haase. Es gebe Kunden, die nach Frauenhain weite Wege auf sich nehmen und denen man nicht zumuten könne, dann vor verschlossener Tür zu stehen, fügt Ehefrau Diana an.

In der umgestalteten Herrenabteilung bieten die Haases jetzt eine größere Auswahl an Anzügen. Die seien sehr gefragt, vor allem für festliche Anlässe. Auch die Schuh-Auswahl sei größer. „Damit die Kunden alles an einem Ort finden. Das wird dankbar angenommen“, sagt Diana Haase.

Die Neuerungen beim Mode-Traditionsgeschäft an der Frauenhainer Hauptstraße wirken auch ins Ortsbild des 1 000-Einwohner-Dorfes hinein. Neben dem Umbau Inneren ist auch die Fassadenfarbe des markanten Gebäudes aufgefrischt worden. Das vorherige, eher helle Gelb ist einem kräftigen Orange gewichen. Auch die Parkplätze auf dem Dorfanger sind neu gepflastert.

Momentan laufen am Stammsitz des Modehauses, das am Riesaer Boulevard und an der Prager Straße in Dresden noch Filialen hat, letzte Arbeiten. Und es werden nicht die letzten gewesen sein. Denn Christoph Haase will auch das Untergeschoss neu gestalten, sagt er. Wann das passiert, lässt der Unternehmer, der das Familiengeschäft in sechster Generation führt, aber noch offen. Ab Ende März solle zunächst die bisherige Renovierung des Geschäfts mit den Kunden gefeiert werden.

Auch äußerlich hat sich das markante Haus kürzlich verändert. Ansässig ist das Geschäft in Frauenhain bereits seit 1856. 
Auch äußerlich hat sich das markante Haus kürzlich verändert. Ansässig ist das Geschäft in Frauenhain bereits seit 1856.  © Eric Weser