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Modellflieger zeigen Kunststücke in Radebeul

Immer sonntags strömen die Hobbypiloten aus nah und fern in die Stadtzum Hallenfliegen. Nur Zuschauer fehlen noch.

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Von Lars Müller

Die neue Sporthalle an der Steinbachstraße in Radebeul-Mitte wird jedes Wochenende zum Trainingszentrum für Modellpiloten. Organisator der jeweils drei Flugstunden ist der RC-Mini-Jacht-Klub. In der Szene hat sich die Trainingsmöglichkeit lange herumgesprochen. Selbst aus Mittweida finden Hobbypiloten den Weg in die Karl-May-Stadt.

Sechs Piloten gleichzeitig

„Weit und breit sind uns keine weiteren Trainingshallen für Modellflieger bekannt“, sagt Herbert Neumann vom Mini-Jacht-Klub. Für richtig gute Stimmung fehlen den Hobbypiloten allerdings Zuschauer. Interessierte Gäste seien jederzeit willkommen, unterstreicht Neumann. Nur weiß bisher fast niemand von der Modellfliegerei unterm Hallendach, da die Trainingszeiten nur in Fachforen im Internet veröffentlicht sind.

Maximal sechs Piloten dürfen gleichzeitig ihre Flugobjekte steigen lassen, damit sich die Frequenzen der Funkfernsteuerungen nicht überlagern. Manche der Maschinen sind Eigenbauten, andere stammen aus dem Bastelladen. Die Fluggeräte mit Elektroantrieb wiegen meistens zwischen 150 und 250 Gramm und sind verhältnismäßig robust. Die Modellsportler nutzen die Halle vor allem zum Üben.

Sie können mit den preisgünstigen Flugmodellen Figuren fliegen, die sie in der warmen Jahreszeit mit ihren teuren Maschinen unter freiem Himmel nicht wagen würden. Pannen bei den Leichtmodellen sind leichter verschmerzbar.

Manche geübte Piloten zeigen wahre Luftakrobatik. Senkrecht steigen die Flieger an der Turnhallenwand hoch, fliegen zwischen die Kletterstangen oder dicht unter der Dachkonstruktion hindurch. Die meisten Piloten haben ihre Modelle perfekt im Griff, so dass Abstürze oder Karambolagen äußerst selten zu beobachten sind.

Seit Jahren nutzt Martin Kranz aus Ottendorf-Okrilla im Winter die Trainigsmöglichkeiten in Radebeul. Was macht die Faszination des Modellfliegens aus? „Etwas in die Luft bringen“, sagt Kranz – und danach mit geübten Handgriffen über die Fernsteuerung die Maschinen sicher durch die Halle steuern.

Hubschrauber in Weinböhla

Der achtjährige Till wurde durch seinen Freund Sven zum Modellflugsport gebracht. Inzwischen hat der Junge schon drei Flugzeuge – und einen ganz großen Traum. Er möchte später ein echter Pilot werden. „Da oben ist einfach eine ganz andere Welt“, erklärt Till. Damit der Berufswunsch auch klappt, strenge er sich schon jetzt in der Schule besonders an, sagt Till.

Offenbar entwickelt sich das Elbland zum Mekka für den Modellflugsport. In regelmäßigen Abständen trainiert noch der Elbtal-Modellhelicopter e.V. in der Weinböhlaer Nassauhalle.