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Moderne Anlage eröffnet

Die Großdeponie inCröbern bei Leipzigprofitiert von ihrermechanisch-biologischenMüllverwertungsanlage.

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Von Manfred Schulze

Für die nach der Wende errichtete und lange Zeit als überdimensioniert geltende Großdeponie Cröbern im südlichen Tagebauareal von Leipzig beginnt eine verheißungsvolle Zukunft.

Nach einer ab heute geltenden Richtlinie müssen nicht wieder verwendbare Müllreste entweder verbrannt oder mechanisch-biologisch aufbereitet werden. Rechtzeitig zum Stichtag wurde nun in Cröbern eine mechanisch-biologische Verwertungsanlage in Betrieb genommen. Auf einer Expertentagung in Leipzig lobte gestern Leipzigs Umweltbürgermeister Holger Tschense das „weitsichtige Entsorgungskonzept“.

Während an vielen Orten Deutschlands Entsorgungsengpässe durch noch nicht fertig gestellte Anlagen auftreten dürften, würde in Cröbern nun sogar Geld verdient, weil Abfälle aus einem erweiterten Radius angeliefert und verarbeitet werden.

Die Anlage hat eine Kapazität von 300 000 Tonnen pro Jahr. Nach der Behandlung muss von dieser Abfallmenge nur rund ein Drittel auf die Deponie gebracht werden. Die verrotteten organischen Bestandteile können getrocknet und zum Beispiel in Kraftwerken als Brennstoff genutzt werden.

Indessen haben sowohl Tschechien als auch Polen strenge Kontrollen angekündigt, um Mülltourismus zu unterbinden.