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Mörder schweigt noch immer

Die Ermittlungen zum Tod einer Frau in Görlitz dauern an. Trotz eines Geständnisses fehlen noch wichtige Beweise.

Von Ralph Schermann

Zwei Wohnungen auf der Görlitzer Konsulstraße kommen nicht zur Ruhe. In einer davon wurde eine Frau ermordet, in der anderen lebte ihr Mörder. Noch einmal nehmen in diesen Tagen Ermittler alle diese Räume unter die Lupe. „Die letzte Spurensuche zu diesem Fall hat begonnen“, bestätigt Oberstaatsanwalt Sebastian Matthieu.

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Zwar hat der Tatverdächtige längst ein vollständiges Geständnis abgelegt, dennoch ermitteln Mordkommission und Staatsanwaltschaft weiter zum Mordfall auf der Konsulstraße. Dort war am 30. Oktober, gegen 22.30 Uhr, Simone T. (49) von ihrem von der Spätschicht nach Hause kommenden Ehemann in der Wohnung tot aufgefunden worden. Am 12. November gestand Karl Z. (57), ein gehbehinderter Nachbar, die Frau erstochen zu haben. In seiner Wohnung fanden die Beamten das Messer, das als Tatwaffe verwendet wurde.

Ein Verdacht gegen den Nachbarn gründete sich auf erste Spurenauswertungen. Unter anderem lag in der Küche eine Glühbirne, die der Ehemann der Getöteten nicht zuordnen konnte. Der Nachbar sagte später aus, die Glühbirne in seiner Hausmeisterfunktion vor die Wohnungstür gelegt zu haben. Er verwickelte sich dann dazu und noch zu weiteren Spuren aber in Widersprüche. Diese mündeten letztlich in sein Geständnis, das in mehreren Vernehmungen konkretisiert wurde.

Weiter auf Spurensuche

„Um das Geständnis zu untermauern, sind weitere Spurenauswertungen erforderlich“, sagt der Oberstaatsanwalt. Da die Wohnung der Ermordeten stark verwüstet war, hatte die kriminaltechnische Sicherung Vorrang vor einer tieferen Auswertung, zum Beispiel der Inhalte von Geldbörsen, Dokumentensammlern oder Bekleidungsstücken.

Das abschließende Gutachten der Dresdener Rechtsmedizin steht noch aus, zudem muss auch ein Psychiater erst noch die Schuldfähigkeit des in Untersuchungshaft sitzenden Mörders bestätigen. Dessen Rechtsanwältin hat mittlerweile Einsicht in die bereits vier Bände füllenden Ermittlungsakten genommen.

Ob Karl Z. seiner künftigen Verteidigerin erzählt hat, warum er eigentlich seine Nachbarin umbrachte, ist unbekannt.