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Mohorns gefährlicher Übergang

Das Überqueren der Bundesstraße ist nicht einfach. Deshalb fordert eine Anwohnerin Änderungen.

Durch Mohorn führt eine Bundesstraße. Für Anwohner wie Annerose Stockmann ist es oft schwierig, diese sicher zu überqueren.
Durch Mohorn führt eine Bundesstraße. Für Anwohner wie Annerose Stockmann ist es oft schwierig, diese sicher zu überqueren. © Dirk Zschiedrich

Annerose Stockmann hat flinke Beine. Für sie ist das Überqueren der Freiberger Straße in ihrem Heimatdorf Mohorn noch nicht das große Problem. Kinder, Mütter mit Kinderwagen und ältere Bürger haben es da schwerer. 

Die Straße, die eine Bundesstraße ist, windet sich zwischen Häusern und Hügeln durchs Dorf und ist zu bestimmten Zeiten stark befahren. Da gibt es nur kurze Momente, in denen man über die Straße laufen kann. Es gibt zwar eine Fußgängerampel im Dorf. Doch das reiche nicht, sagt Stockmann. Denn in dem gut zwei Kilometer langen Ort gibt es größtenteils nur auf einer Seite der Straße einen Fußweg. Wer zum Beispiel im Mitteldorf die Straßenseite wechseln will, muss lange Fußwege auf sich nehmen oder – wie anfangs beschrieben – flink sein.

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„Zum Glück ist hier noch nichts passiert“, sagt die Mohornerin. Ginge es nach ihr, sollte das auch so bleiben. Deshalb fordert sie, dass im Mitteldorf ein Zebrastreifen eingerichtet wird oder Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung ergriffen werden. In der jüngsten Stadtratssitzung machte sie ihr Anliegen öffentlich.

Wilsdruffs Bauamtsleiter André Börner, der zugleich auch Ortsvorsteher in Mohorn ist, kann das Anliegen von Annerose Stockmann gut verstehen. Seit Jahren beschäftigt sich der Ortschaftsrat damit, wie die Überquerung der Straße sicherer gemacht werden kann. „Eigentlich bräuchten wir drei Übergänge“, sagt Börner. Einen am Ortsanfang, einen in der Mitte und einen am anderen Ende des Ortes. Viele Vorstöße der Mohorner sind gescheitert. „Die Straße ist zwar stark befahren, aber es sind zu wenige Fußgänger unterwegs“, sagt er. Und leider seien solche Zahlen entscheidend, um die Ämter zu überzeugen. Sechs Jahre habe man gebraucht, damit die Ampelanlage aufgestellt wird. Dabei half die Grundschule mit. Denn deren Kinder müssen auch die Bundesstraße überqueren.

Börner rät Annerose Stockmann, sich an das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) und das Landratsamt in Pirna zu wenden. Beide sind für die Bundesstraße zuständig. Viel Hoffnung macht er Annerose Stockmann aber nicht. Einen Teilerfolg im Bemühen, den Verkehr im Ort zu beruhigen, feierten indes vor einigen Tagen die Elternvertreter der Grundschule. Sie bemängelten, dass sich viele Autofahrer zu schnell dem Fußgängerüberweg nähern und einige diesen auch bei Rot queren. Sie wandten sich an das Lasuv. „Daraufhin wurden von der Polizei und dem Landratsamt Geschwindigkeitsmessungen durchgeführt“, erklärt Isabel Pfeiffer, Sprecherin des Lasuv. Die Ergebnisse haben offenbar die Erkenntnisse der Eltern bestätigt.

Zu schnell? Ampel rot.

Denn das Lasuv ließ daraufhin Vorschläge erarbeiten, wie die Geschwindigkeit reduziert werden kann. Ende Juni gab es einen Ortstermin. An dem nahmen die Schulleiterin und ein Mitarbeiter der Firma, die für die Steuerung der Ampel zuständig ist, ein Vertreter des Landratsamtes Pirna und Bauamtsleiter Börner teil. Hier wurden Änderungen der Schaltzeiten besprochen. Demnach soll die Ampel generell auf Rot geschaltet und über Kameras gesteuert werden, erklärt Börner. Wenn sich Fahrzeuge mit Tempo 50 nähern, schaltet sie auf Grün, fahren Fahrzeuge schneller, bleibt sie auf Rot und schaltet erst etwas später auf Grün. Davon unabhängig soll die Ampel auch in Zukunft von Fußgängern gesteuert werden.

Damit die Ampel umgerüstet werden kann, muss das Landratsamt zunächst seine Zustimmung geben. Dann kann die Anlage umgebaut werden. Anschließend beginnt eine dreimonatige Probephase, nach deren Abschluss die Ergebnisse analysiert werden. Börner hofft, dass das alles noch in diesem Jahr passiert. Davon geht auch Lasuv-Sprecherin Pfeiffer aus. Die Realisierung des Projektes sei in diesem Jahr vorgesehen. Über das Einrichten eines Zebrastreifens in der Dorfmitte – wie ihn Annerose Stockmann vorgeschlagen hat – sei bei dem Vororttermin aber nicht gesprochen worden, ergänzt sie.

Annerose Stockmann bleibt also vorerst nichts anders übrig, als weiter ihren flinken Beinen zu vertrauen und zu hoffen, dass die neue Ampelschaltung auch bis ins Mitteldorf wirkt.

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