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Monarchs sind zum Siegen verdammt

Die Footballer aus Dresden wollen sich am Sonnabend das Heimrecht in den Play-offs sichern.

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© Matthias Rietschel

Von Alexander Hiller

In dramaturgischen Fragen haben die American Footballer Dresden Monarchs in den letzten Jahren ein gutes Händchen bewiesen. „Die Entscheidung, wer sich den Platz zwei in der Nordstaffel und damit das Heimrecht im Play-off-Viertelfinale erkämpft, ist in den vergangenen zwei Jahren jeweils in Dresden gefallen“, sagt Assistenztrainer Thomas Stantke. Im Vorjahr zugunsten der Sachsen, ein Jahr zuvor hatte Kiel das bessere Ende für sich.

Insofern wird am Sonnabend (15 Uhr, Heinz-Steyer-Stadion) die Trilogie dieses wegweisenden Duells vervollständigt. Die Norddeutschen rücken als Tabellenzweiter in der Elbmetropole an. Mit 12:4 Zählern (309:129 Punkte) liegen die Hurricanes in der Tabelle aber nur dank des Hinspiels vor den nunmehr punktgleichen Dresdnern (12:4/339:129). Denn das Team von Trainer John Leijten unterlag in Kiel knapp mit 17:21, verfügt derzeit aber statistisch gesehen mit 339 Angriffspunkten und lediglich 129 zugelassenen Punkten über die beste Angriffs- und Abwehrformation der Liga. Selbst Spitzenreiter Braunschweig (16:2) steht da momentan nach jeweils acht absolvierten Partien schlechter da (336:134).

In der Tabelle wird bei Punktgleichheit allerdings das direkte Duell gegeneinander als nächste Instanz für die Platzierung zurate gezogen. Die Dresden Monarchs benötigen am Sonnabend also einen Sieg – egal, in welcher Höhe. Ein Remis würde in der Endabrechnung wohl den Hanseaten reichen. denn sowohl das Restprogramm von Kiel – Berlin Rebels (5./Hin- und Rückspiel) und Hamburg Huskies (4.), als auch das der Sachsen – Hamburg, Düsseldorf (6.) und Berlin Rebels (4.) klingt nach Pflichtsiegen in der leistungsmäßig zweigeteilten German Football League (GFL). Der Sieger vom Sonnabend darf also zumindest ein paar Sektflaschen köpfen.

„Natürlich hoffen wir, auch in diesem Jahr das Ziel zu erreichen“, sagt Monarchs-Geschäftsführer Jörg Dreßler zu einem möglichen Heimspiel in den Play-offs. „Wir müssen Kiel besiegen, nur dann sind wir vor den Hurricanes in der Tabelle“, verdeutlicht er. Die Ausgangslage erhöht natürlich den Druck auf den Gastgeber. Denn für die „Königlichen“ war das Heimrecht in den K.-o.-Partien das selbstgesteckte Ziel vor dem Saisonstart.

„Kiel spielt eine starke Saison. Nur gegen Braunschweig mussten sich die Hurricanes in beiden Partien geschlagen geben. Mit dem stärksten Passangriff der Liga und einer nur schwer zu knackenden Abwehr wartet ein wirklich gefährliches Team auf uns“, analysiert Leijten.

Einen entsprechenden Gameplan hatte das Dresdner Trainer-Team auch für das Hinspiel in Kiel ausgetüftelt. Das Ergebnis ist bekannt. Das Vorhaben für das Rückspiel am Sonnabend sollte also noch ausgeklügelter sein? „Ja“, sagt Thomas Stantke und führt gleich einen vermeintlich entscheidenden Grund an: „Jake Medlock.“ Der neue Quarterback aus den Staaten gilt nicht nur als begabter als sein geschasster Vorgänger Clay Belton, sondern auch als souveräner, gelassener, zielstrebiger. Medlock war im Hinspiel noch nicht dabei. Auch dass die zuletzt angeschlagenen Guillaume Rioux und Blake Oligaro wieder fit sind, dürfte sich positiv auswirken.