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Monologe statt TV-Duell zur Landtagswahl

Der MDR verzichtet auf ein Streitgespräch der Kandidaten und plant stattdessen ein ungewöhnliches Format.

Von Marco Henkel

Dresden. Rund zweieinhalb Monate vor der Landtagswahl hat der MDR ein Konzept für seine Vorwahlsendung vorgelegt. Einem Brief an die im Landtag vertretenen Parteien zufolge plant der Sender am 25. August einen Thementag „Landtagswahl Sachsen“. Höhepunkt soll eine 90-minütige Sendung um 20.15 Uhr sein. Sie trägt den Arbeitstitel „Parteien, Personen und Programme“. Zu einem klassischen TV-Duell wird es darin allerdings nicht kommen. Vielmehr plant der Sender, den Politikern der Reihe nach die Möglichkeit zu geben, ihre Position zu wesentlichen Themen des Wahlkampfes wie Wirtschafts- und Energiepolitik, Bildung und innere Sicherheit in kurzen Statements darzulegen.

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Extra ins Studio reisen müssen die Spitzenkandidaten dafür nicht. Vielmehr sollen sie jeweils einen Ort ihrer Wahl benennen, zu dem dann aus dem Studio geschaltet wird. Nach den Statements der Politiker sollen Experten einen sogenannten Faktencheck durchführen. „Wir wollten einfach einmal eine Alternative zum klassischen TV-Duell anbieten“, begründet MDR-Pressesprecher Walter Kehr das Sendekonzept.

Auf Gegenliebe stößt das nicht bei allen Parteien. „Ich persönlich würde lieber an einem Tisch, meinetwegen auch dem Küchentisch von Martin Dulig mit den anderen Spitzenkandidaten sitzen“, sagt etwa Rico Gebhard (Linke) augenzwinkernd.

Drastischer formuliert es Dirk Panter, Generalsekretär der SPD: „Das Format ist altmodisch, statisch und mit wenig Pfiff.“ Auch Antje Hermenau (Grüne) findet: „Das Format des MDR macht eine direkte Auseinandersetzung der Spitzenkandidaten auf den ersten Blick unmöglich.“ Zugleich kritisiert sie Stanislaw Tillich (CDU): „Die Ablehnung des TV-Duells durch den Ministerpräsidenten lädt dazu ein, dass der Vorwurf entsteht, er sei zu feige oder zu arrogant, sich der Diskussion zu stellen.“

Bei der sächsischen CDU will man diesen Vorwurf nicht auf sich sitzen lassen: „Der Vorwurf, dass der Ministerpräsident eine Teilnahme abgelehnt habe, stimmt nicht“, so deren Generalsekretär Michael Kretschmer. „Bis jetzt gab es noch keine offizielle Anfrage des MDR, auf die er reagieren konnte.“Lob für das Konzept gibt es unterdessen von Holger Zastrow. Es sei „sehr kreativ und spannend“, so der FDP-Chef.