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Moritzburg-Festival startet im Regen

Das renommierte Klassik-Festival findet bereits zum 28. Mal im Ort statt. Wegen Corona diesmal fast ausschließlich unter freiem Himmel. Das hat seine Tücken.

Mit Regenschutz und Abstand. Das Eröffnungskonzert des Moritzburg-Festivals fand in diesem Jahr nicht im Speisesaal des Schlosses, sondern auf der Nordterrasse statt. Auch fast alle anderen Veranstaltungen wurden wegen der Corona-Pandemie dorthin verlegt
Mit Regenschutz und Abstand. Das Eröffnungskonzert des Moritzburg-Festivals fand in diesem Jahr nicht im Speisesaal des Schlosses, sondern auf der Nordterrasse statt. Auch fast alle anderen Veranstaltungen wurden wegen der Corona-Pandemie dorthin verlegt © Oliver Killig

Moritzburg. Sommer, Sonne, eine fantastische Kulisse und dazu noch hochkarätige Musiker. Was braucht es mehr für ein gelungenes Freiluft-Konzert? Und dann das: Ausgerechnet zur Eröffnung des 28. Moritzburg-Festivals beschert das Wetter nach Dauertrockenheit den Organisatoren am Sonntagabend einen kräftigen Landregen.

Das kleine Team um den künstlerischen Leiter Jan Vogler brachte das nach den zurückliegenden Monaten der Ungewissheit, des Bangens und Hoffens indes nicht aus der Ruhe. Der Star-Cellist hatte vorab bereits angekündigt: „Wir spielen auch bei Regen“, und sich dabei an ein Dauerregen-Konzert der Rolling Stones in Leipzig erinnert. Während die Musiker und ihre kostbaren Instrumente ein Dach über der Bühne schützte, wurden an die Besucher Regenponchos verteilt.

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Mit 160 konnten genau so viele Besucher den Klängen lauschen, wie in Nicht-Corona-Zeiten im festlichen Speisesaal des Schlosses. „Musiker und Publikum sehnen sich nach Livekonzerten. Die romantische Open-Air-Bühne am Schloss Moritzburg ist ein aus der Krise geborener Glücksfall. Wir freuen uns auf die Wiederbegegnung mit dem Publikum!“, hatte Jan Vogler in der vergangenen Woche gesagt.

Kulturministerin Barbara Klepsch (CDU) und Jan Vogler, der künstlerische Leiter, eröffneten das Festival.
Kulturministerin Barbara Klepsch (CDU) und Jan Vogler, der künstlerische Leiter, eröffneten das Festival. © Oliver Killig

Zu den Gästen des Abends gehörte auch die Schirmherrin des Festivals, Sachsens Kultur- und Tourismusministerin Barbara Klepsch. „Ich freue mich sehr, dass wir nach langen Monaten von Unsicherheit und Abgrenzung mit dem Moritzburg Festival wieder ein gemeinschaftliches Erlebnis klassischer Livemusik genießen können. Inmitten von Natur und Kunst ist das Festival ein schönes Beispiel für den Brückenschlag zwischen Kultur und Tourismus, den wir in Sachsen verstärkt gehen wollen“, so die Politikerin.

Das Moritzburg-Festival ist das erste Musikfestival in Sachsen, das wieder zu seinen öffentlichen Proben und Konzerten einlädt. Bis zum 16. August sind 22 Aufführungen geplant, bei denen insgesamt 26 Solistinnen und Solisten aus der gesamten Welt auftreten werden. Bis auf die öffentlichen Proben in der Moritzburger Kirche finden alle unter freiem Himmel statt. Auf der Bühne am Schloss, im Garten des Kollwitz-Hauses und im Park von Schloss Proschwitz.

Für das Festival-Team ist der diesjährige Jahrgang damit nicht nur eine organisatorische, sondern auch eine finanzielle Herausforderung. Um die aktuellen Hygienevorgaben einhalten zu können, stehen diesmal nur rund zwei Drittel der Tickets zur Verfügung. „Das sind etwa 3.000 weniger“, sagt Tobias Teumer von der Geschäftsführung des Festivals. Konkret bedeutet das, 230 Karten für die ursprünglich in der Kirche geplanten Konzerte mit ihren 500 Plätzen und 340 Tickets für das Konzert des Akademie-Orchesters, das statt im Kulturpalast nun ebenfalls auf der Schlossterrasse stattfindet.

Das Eröffnungskonzert am Sonntagabend gab einen Vorgeschmack auf die bis zum 16. August folgenden.
Das Eröffnungskonzert am Sonntagabend gab einen Vorgeschmack auf die bis zum 16. August folgenden. © Oliver Killig

Die Festival-Verantwortlichen sind dennoch optimistisch. „Wir hatten zwei gute Jahre in Folge“, sagt Tobias Teumer. „Zudem rettet uns unsere Kleinteiligkeit. Wir haben verlässliche Partner, denen es um die Sache geht.“ Dazu gehören Unternehmen aus der Region ebenso wie deutschlandweit und sogar international agierende Stiftungen. Ein Viertel sind zudem öffentliche Gelder, darunter seit Jahren auch von der Gemeinde Moritzburg.

Unvermindert sei auch das private finanzielle Engagement in Form von Patenschaften für die Akademisten. Insgesamt wurden in diesem Jahr 16 Nachwuchsmusiker aus 13 Nationen nach Moritzburg eingeladen. Geplant war eigentlich die dreifache Zahl, „dann hätten wir aber die Abstandsregeln auf der Bühne nicht einhalten können“, sagt Tobias Teumer. 

Beworben hatten sich 522 Frauen und Männer. Die Beschränkung auf 16 Teilnehmer habe aber durchaus auch eine positive Seite. „Mit Benjamin Brittens Sinfonietta op. 1 kann so vom Festival-Orchester auch ein Werk aufgeführt werden, was sonst wohl nicht gespielt werden würde, weil die Hälfte der Bläser nicht im Einsatz wäre.“

Für die kommenden Tage versprechen die Meteorologen erst einmal trockenes Wetter. Für viele Veranstaltungen gibt es noch Karten.

Infos/Karten: Bei vielen Vorverkaufsstellen sowie beim Festival-Büro unter Telefon 0351 8105495 und  0351 16092615; E-Mail: [email protected]. Für die öffentlichen Proben in der Kirche nur an der Abendkasse.

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