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Moritzburger Kutscher fordern mehr Sicherheit

Moritzburg. Gestern gab es in Moritzburg nur ein Gesprächsthema: Den Horror-Zusammenstoß vom Sonntagnachmittag, bei dem ein Motorradfahrer und zwei Kutschpferde starben (die SZ berichtete). Pferde und Kutschen gehören zum Ort wie das Schloss und die Teiche.

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© Arvid Müller

Moritzburg. Gestern gab es in Moritzburg nur ein Gesprächsthema: Den Horror-Zusammenstoß vom Sonntagnachmittag, bei dem ein Motorradfahrer und zwei Kutschpferde starben (die SZ berichtete).

© Roland Halkasch

Pferde und Kutschen gehören zum Ort wie das Schloss und die Teiche. Seit gut zehn Jahren darf sich Moritzburg sogar „Pferdefreundliche Gemeinde“ nennen. „Es wäre gut, wenn künftig an den Ortseingängen Tafeln auf diese Besonderheit hinweisen würden. Und vor allem auf den Fakt, dass hier viele Kutschen, Kremser und Reiter unterwegs sind“, sagt Axel Gürntke. Der Bärwalder gehört zu den sechs Unternehmern, die regelmäßig Kutschen und Kremser in Moritzburg fahren lassen.

Bei gutem Wetter sind am Tag um die 20 Gespanne im Ort und den angrenzenden Wäldern unterwegs. Auf verschiedenen Routen. Die Unglücks-Kreuzung wird dabei nur selten befahren. Sie ist sie einigen Kutschern zu gefährlich. Vor knapp drei Jahren war einer der Kremser Gürntkes an der gleichen Stelle einer ähnlichen Katastrophe nur knapp entgangen. Ein Motorrad war damals mit zu hoher Geschwindigkeit auf ein anderes aufgefahren, das daraufhin brennend unter den Kremserwagen rutschte. Auch die andere Maschine knallte in den Wagen. Dieser brannte aus. Ein Fahrgast wurde hinausgeschleudert und verletzt, der Unfallfahrer schwer. Auf dem Kutschbock saß Gürntkes Sohn. Der habe lange gebraucht, den Schock zu verkraften.

Neben den Schildern am Ortseingang fordert der Unternehmer, dass auf der kurvenreichen Strecke zwischen der Großen Fasanenstraße und dem Wildgehege die Geschwindigkeit auf 30 km/h reduziert „und öfter auch mal geblitzt wird“. Erlaubt ist dort derzeit das Doppelte. Der Bärwalder zieht jetzt seine Konsequenzen. Er lässt seine Kremser nicht mehr über diese Kreuzung fahren.

Bernd Haase gehört die Unglückskutsche. Er war gestern noch wie gelähmt. „Glücklicherweise ist meinem Kutscher und den anderen Fahrgästen nichts passiert. Nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn das Motorrad nicht in die Pferde, sondern in die Kutsche gerast wäre.“

Wie genau es zu dem Unglück kam, konnte die Polizei auch gestern noch nicht sagen. Augenzeugen hatten allerdings berichtet, dass der Biker sich mit sehr hoher Geschwindigkeit genähert hatte.

Der Unfall löst neben Trauer und Entsetzen auch andere Reaktionen aus. Wie die Tierrechtsorganisation Peta Deutschland e. V. informiert, fordert sie von Landrat Arndt Steinbach ein generelles Verbot von Pferdekutschen im Landkreis – zum Schutz von Mensch und Tier.