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Moritzburger Rarität

Züchter René Kreher hat in diesem Jahr deutlich weniger Tiere groß bekommen. Dennoch ist er optimistisch.

Von Sven Görner

In der Churfuerstlichen Waldschaenke in Moritzburg steht wieder Fasan auf der Speisekarte. Das Restaurant in Sichtweite des Fasanenschlösschens war das Erste, das René Kreher mit seinen edlen Vögeln belieferte. Im Jahr 2006 hatte der Moritzburger damit begonnen, die Tradition der Fasanenzucht in dem historischen Areal am Großteich wiederzubeleben. Inzwischen tummeln sich in den Volieren acht verschiedene Arten. Zwischen 700 und 800 Küken wachsen dort jetzt heran. Normalerweise.

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Nicht so in diesem Jahr. „Da haben es gerade mal um die 400 der kleinen Fasane geschafft, groß zu werden“, sagt René Kreher. Und denen fehlt es auch noch immer an Gewicht. „Eigentlich bringt ein Hahn Mitte Oktober um die 1 200 Gramm auf die Waage“, weiß der Fachmann aus Erfahrung. Derzeit fehlen noch um die 200 Gramm. Ähnlich sieht es bei den weiblichen Vögeln aus, die ohnehin schon weniger als die männlichen wiegen.

Schuld daran ist das Wetter. „Zu Ostern hatten wir ja noch Schnee in der Anlage. Da taten sich die Tiere schwer mit dem Eierlegen“, erinnert sich der Moritzburger. Aber das war noch das geringere Problem. Denn auch der folgende viele Regen und die anschließende Hitze mit den dennoch kühlen Nächten forderten ihren Preis. Zwar werden die meisten Eier in der Maschine ausgebrütet, aber eben nicht alle. „Von der natürlichen Brut hat kaum ein Küken überlebt.“ Doch auch bei den anderen gab es Verluste. Weil sich die kleinen Fasane gegenseitig wärmen wollten, drängten sie sich in Gruppen eng zusammen. Dabei wurden leider auch Tiere erdrückt. Weil René Kreher die Tiere entsprechend den Wünschen seiner Kunden frisch schlachtet und liefert, hofft er aber nun, dass zumindest ein Teil seiner Fasane noch etwas an Gewicht zulegt. „Denn der Aufwand für die Aufzucht war nicht viel anders als für 800 Tiere.“

Zu seinen Kunden zählt in diesem Jahr neben der Churfuerstlichen Waldschaenke in Moritzburg auch wieder das für seine hervorragende Küche über die Stadtgrenzen von Leipzig hinaus bekannte Restaurant Stadtpfeiffer. Neu hinzu gekommen ist dagegen eine bei Freunden guter Speisen ebenfalls gefragte Adresse – die Laubenhöhe in Weinböhla. Bei einem Kilopreis von 20,07 Euro taugen sie aber ohnehin nicht zur Massenware. Doch nicht nur die Besucher guter Restaurants können sich den Wunsch erfüllen, einen echten Moritzburger Fasan zu genießen. „Ich nehme auch gern private Bestellungen entgegen“, sagt René Kreher. Und auch Vogelliebhaber kommen bei ihm zum Zug. So habe Ex-Bob-Champion Harald Czudaj für seinen Koch im Olympia einen der exotischen Vögel geordert. Aber nicht für den Kochtopf, sondern für dessen Voliere.

Obwohl das Jahr für ihn nicht einfach war, auch weil geänderte Pachtbedingungen den Fortbestand der Fasanzucht infrage stellten, ist der Züchter jetzt optimistisch. Denn inzwischen hat er mit dem Schloss einen neuen Vertrag unterschrieben, der ihm bis 2017 die nötige Sicherheit bringt. „Dafür bin ich der Schloss-Chefin Frau Möbius sehr dankbar.“

Wenn am Sonntag Fasanenschlösschen, Hofküchengebäude und Leuchtturm zum letzten Mal in diesem Jahr öffnen, lädt auch René Kreher noch einmal zu einem zusätzlichen Besichtigungstag in die Volieren im Fasanengarten ein. Mit seinem langjährigen Partner, der Waldschaenke wird er dabei auch Fasanenpastete anbieten. Der Erlös soll dem Moritzburger Spielplatz-Projekt zugute kommen.

www.moritzburger-fasan.de