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Motorcrosser jagen Urlaubern Schreck ein

Familie Schmidt aus Luckenwalde ist wiederholt den schnellen Motorrädern im Gebirge begegnet. Sie findet die Ruhestörung unerhört.

Von Jan Lange
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Mit solchen Maschinen wurde im Zittauer Gebirge im Wald herum gefahren. Das ist eigentlich verboten.
Mit solchen Maschinen wurde im Zittauer Gebirge im Wald herum gefahren. Das ist eigentlich verboten. © SZ-Archiv

Laut dröhnend rasen die beiden Motorcrossmaschinen an Familie Schmidt vorbei. "Die waren so laut, dass sie auch Anwohner gehört haben müssten", findet das Ehepaar aus Luckenwalde, das für einige Tage im Zittauer Gebirge weilte und hier eigentlich einen entspannten Urlaub verbringen wollte. Doch dann kam es zu der beschriebenen, etwas unschönen Begegnung. 

Schmidts hatten aufgrund der Hitze ihre Spaziergänge in die Abendstunden verlegt - in der Hoffnung, dass es zu dieser Zeit noch ruhiger im Wald ist. Diese Hoffnung wurde jäh enttäuscht. Gegen acht Uhr abends fuhren, so die Angaben von Familie Schmidt, zwei Crossmaschinen im Gebiet Rosensteine, Vetters Ruh und Ringweg durch den Wald. Zwei Tage später begegneten sie erneut einer Crossmaschine im Wald vor den Toren von Oybin. Die schnellen Motorräder kamen demnach aus Richtung des großen Parkplatzes im Kurort Oybin. 

"Für uns als Urlauber ist es unverständlich, dass mit Motorcrossmaschinen im Wald gefahren wird", fügt Herr Schmidt ergänzend hinzu. In ihrer Heimat - Luckenwalde liegt im Landkreis Teltow-Fläming, 50 Kilometer südlich von Berlin - sei das Befahren des Waldes mit Motorfahrzeugen generell verboten. Das ist es eigentlich auch im Zittauer Gebirge. Das Fahren mit Motorfahrzeugen im Wald fällt laut sächsischen Waldgesetz nicht unter das Recht, den Wald zu Erholungszwecken betreten zu dürfen. Es braucht dafür eine besondere Erlaubnis des Waldbesitzers, in diesem Fall der Stadt Zittau. Für die Stadt als Waldeigentümer handelt dabei der Eigenbetrieb Forst und kommunale Dienste. Eine solche Erlaubnis sei nicht erteilt worden, erfuhr die SZ vonseiten der Stadtverwaltung. 

Bei dem von Familie Schmidt geschilderten Fall handelt es sich damit um eine Ordnungswidrigkeit im Wald. Und die verfolgt und ahndet die zuständige Forstbehörde. Zu Kontrollen befugt sind dabei die Revierleiter des Forstbetriebes, in ihrer Funktion als Forstschutzbeauftragte, und der Revierleiter der unteren Forstbehörde. Die betreffenden Personen können natürlich nicht ständig den Stadtwald kontrollieren - das ist allein schon von dessen Größe her nicht möglich. Die tatsächlich möglichen Kontrollen richten sich außerdem nach der Arbeitszeit sowie dem Umfang und den Örtlichkeiten aller Arbeitsaufgaben dieser Personen, teilt die Stadtverwaltung weiter mit. 

Und das wissen anscheinend auch die Motorcrosser, die sich Zeiten ausgesucht haben, in denen die Wahrscheinlichkeit von Kontrollen gering sein dürfte. Für Familie Schmidt ist jedenfalls klar, dass ein solches Verhalten für einen Kurort unwürdig ist.

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