SZ +
Merken

Motorsportfans gründen neuen Verein

Die Mitglieder wollen die Tradition des Hartauer Zweiradclubs nicht wegwerfen. Ein Neustart ist es dennoch.

Teilen
Folgen
© Thomas Eichler

Von Jan Lange

Andre Herrmann brennt für den Motorsport. Wann immer es seine Zeit zulässt, schraubt er an Rennfahrzeugen herum, fährt ab und zu sogar auf richtigen Rennstrecken oder hilft beim Lückendorfer Bergrennen. Früher engagierte er sich auch beim Hartauer Zweiradclub (HZC), doch den gibt es schon eine ganze Weile nicht mehr. Mit ein paar Freunden, von denen der größte Teil früher ebenfalls dem HZC angehörte, gründete Herrmann nun die Motorsportvereinigung Zittauer Land.

In der Gruppe mache das Hobby noch mehr Spaß und an Wettkämpfen könne man darüber hinaus günstiger teilnehmen. „Sinn und Zweck des neuen Vereins ist es, jedem den motorsportlichen Breitensport zu ermöglichen“, erklärt Herrmann, der im Vorstand die Aufgabe des Schriftführers und Pressesprechers übernommen hat. Zum Vorsitzenden wurde Tobias Wiedner bestimmt.

Der Hartauer Zweiradclub zählte zu seinen besten Zeiten etwa 80 Mitglieder, der neue Verein kommt daran noch lange nicht heran. Derzeit engagieren sich hier elf motorsportbegeisterte Mitglieder. Drei davon sind unter 18 Jahre. Damit sichert sich die neugegründete Motorsportvereinigung zumindest schon den Nachwuchs. Der fehlte beim Vorgängerverein irgendwann – was am Ende auch dazu führte, dass das Vereinsleben nach und nach einschlief. „Bis 2006/2007 waren wir richtig aktiv“, erzählt Herrmann, der sich seit 1997 beim Hartauer Zweiradclub engagierte. Danach passierte immer weniger.

Und so kam, was letztlich kommen musste: Die Vereinsmitglieder beschlossen 2012 die Auflösung des Hartauer Zweiradclubs. Doch die Leidenschaft für den Motorsport haben sie deshalb nicht verloren. Bereits seit einiger Zeit gab es Überlegungen, wieder einen Verein aus der Taufe zu heben. Den alten einfach aufleben lassen, wollten Andre Herrmann und seine Mitstreiter allerdings nicht. „Wenn wir etwas gründen, dann sollte es ein Neustart sein“, sagt er. Die über 20-jährige Tradition des Hartauer Zweiradclubs, der 1990 gegründet wurde, wollen sie dennoch nicht einfach sterben lassen.

Und die beiden Motorsportvereine haben auch mehr Gemeinsamkeiten als das ein oder andere Mitglied. So nutzte der Zweiradclub in seiner Endphase dasselbe Garagengelände wie die Motorsportvereinigung Zittauer Land. Der Vereinsname verbindet ebenso. Denn der Hartauer Zweiradclub trug den Beinamen „Motorsportvereinigung Zittauer Land“. Andre Herrmann und seine Mitstreiter haben Hartauer Zweiradclub gestrichen, und den Beinamen zur eigentlichen Vereinsbezeichnung gemacht. Auch deshalb, weil die Motorsportvereinigung mit dem Zittauer Ortsteil Hartau überhaupt nichts mehr zu tun hat.

Das Training findet ebenfalls an einem anderen Ort statt. Auf dem Parkplatz am früheren Spar-Markt in Olbersdorf drehen die Motorsportfans in den Monaten Mai bis September regelmäßig ihre Runden. Das soll auch in Zukunft so bleiben. „Wer eine andere Fläche kennt, wo wir fahren können, kann uns diese trotzdem gern anbieten“, sagt Herrmann. Zweimal monatlich, je nach Wetterlage, soll auf dem Parkplatz trainiert werden. Die genauen Termine will der Vorstand auf der Internetseite des Vereins kurzfristig bekannt geben.

Fest stehen dagegen bereits die Super-Kart-Rennen, an denen die Mitglieder teilnehmen wollen. Am 3. und 27. Mai sowie am 12. Juli finden insgesamt sechs Läufe in Stadtroda (Thüringen), Magdeburg und Großpösna bei Leipzig statt.

Die Vereinsmitglieder wollen auch bei den Rennen in der Region mithelfen. Dem MC Robur und dem ebenfalls neugegründeten MSC „Oberlausitzer Dreiländereck“ schlossen sich Herrmann und die anderen Vereinsmitglieder aber bewusst nicht an – auch wegen des Streits, den die beiden Motorsportvereine miteinander ausfechten. Als Konkurrenz sehen sie ihre Motorsportvereinigung jedenfalls nicht. „Wir sind mit den beiden anderen Vereinen befreundet“, so Herrmann, der beim Lückendorfer Bergrennen als Streckenposten fungiert und jetzt noch eine Ausbildung zum technischen Kommissar absolviert. „Wir machen ja alle den gleichen Sport“, findet der Motorsportfan.