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MTS begeistert mit alten und neuen Hits

Bautzen. Zum zweiten Mal binnen Jahresfrist gastierten die Berliner Musiker in derSZ-Reihe „Literaturlive“ im Burgtheater.

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Von Carmen Schumann

Mühelos füllten die drei Jungs der Gruppe MTS auch in diesem Jahr wieder den großen Saal im Bautzener Burgtheater. Über die Auftrittsstätte motzte gleich zu Beginn Sänger und Moderator Thomas Schmitt: „Das ist gar kein richtiges Theater, denn es gibt keine Kantine!“

Und auch die Medien bekamen schon im ersten Song ihr Fett weg, in dem MTS darüber sinnierte, wie es ihnen wohl gelänge, auch mal aufs Titelbild zu kommen: „Was die Zeitung füllt, sind nicht wir, sondern der, der seinen Dackel schändet“, singen sie.

Tournee zum Bandjubiläum

Das Liedkabarett feiert in diesem Jahr sein 35. Bestehen. Wegen des runden Jubiläums touren Thomas Schmitt, Herbert Treichel und Mike Schafmeier 2008 mit einem Wunschkonzert durch die Lande: „Die eine Hälfte singen wir, was wir wollen, die andere Hälfte bestimmt das Publikum“, so Thomas Schmitt. Wer seinen Lieblingshit ins Programm aufgenommen haben möchte, kann darüber im Internet abstimmen. Das Bautzener Publikum freute sich, schon im ersten Teil einige der alten Lieder, so unter anderem „Ich war ein Pferd wie du und ich“ zu hören.

Aber auch die neuen Titel fanden viel Beifall. So zum Beispiel: „Tragen sie ihren Arzt oder Apotheker“, wo es heißt: „Nehmen sie vorm Apothekeneinkauf noch ne kleine Hypothek auf.“ Thomas Schmitt kommentierte die Zustimmung des Publikums folgendermaßen: „Unsere Anhänger altern mit uns – wir sind jetzt in einem Alter, wo man weniger Rendezvous, dafür aber mehr Arzttermine hat.“ Doch eigentlich sei das Lied schon längst von der Realität überholt worden.

Den neuen Realitäten angepasst haben die drei MTSler auch ein beliebtes Couplet von berühmten Otto Reuter, den „Überzieher“. Anstelle dieses Kleidungsstückes steht nun ein Mountainbike, das aus Angst vor Diebstahl mit ins Restaurant genommen wird.

Beamtenwitze beliebt

Immer gerne gehört werden Witze zulasten der Beamten. So interpretierte „Monsieur 2 Volt“ – Mike Schafmeier – den Titel „Spinne im Amt“. Einem Beamten, dem ganz trieselig ist, weil er auf einem Rundschreiben eingepennt ist, offeriert das Krabbeltier, er habe drei Wünsche frei. Als dritten Wunsch äußert er, an eine Stelle versetzt zu werden, wo er nie mehr arbeiten muss – und landet natürlich wieder in seinem Amt.

Nach dem Erfüllen von Autogrammwünschen in der Pause schütteten die MTSler mit ihren erklatschten Zugaben am Ende des Programms ein ganzes Füllhorn beliebter Dauerbrenner aus: „Tamara“, „Der Schein trügt nicht“ und natürlich ihren Dauerhit von den „Zehn bösen Autofahrern“. Und die Band versprach, auch im kommenden Januar wieder nach Bautzen zum Konzert zu kommen.